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Shell bleibt beliebt unter Anlegern, bei AMD könnte es knapp werden, Intel setzt auf Server und Sony zieht die Reißleine bei Speicherkarten

Die Inflationssorgen kehren zurück und hinterlassen an den Börsen Spuren

NTG24 - Shell bleibt beliebt unter Anlegern, bei AMD könnte es knapp werden, Intel setzt auf Server und Sony zieht die Reißleine bei Speicherkarten

 

Rund einen Monat nach Beginn des Irankriegs zeigen sich schonungslos die Auswirkungen des sehr wahrscheinlich völkerrechtswidrigen Angriffs der USA und Israel. In Deutschland ist die Inflation sprunghaft angestiegen und auch andernorts wird es teurer für Verbraucher. US-Präsident Donald Trump sprach zu Wochenbeginn zwar mal wieder vage von Gesprächen, konnte aber kein konkretes Kriegsende in Aussicht stellen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDadurch bedingt blieben die Ölpreise auf hohem Niveau und näherten sich am Montagmorgen sogar zeitweise schon der vielbeachteten Linie von 120 US-Dollar je Barrel. Letztlich pendelte der Preis sich bei etwa 115 Dollar ein, was immer noch als ausgesprochen hoch angesehen werden darf. Das lässt manchen Autofahrer verzweifeln, bei Konzernen wie Shell (GB00BP6MXD84) rechnen Anleger sich aber erfreuliche Effekte für die Marge aus.

 

 

 

Obschon diverse Regierungen gegenzusteuern versuchen, indem etwa Preiserhöhungen an Tankstellen eingeschränkt oder das Abschöpfen von Übergewinnen diskutiert wird, behandeln die Börsianer die Aktien aus dem Segment weiterhin klar als potenzielle Gewinner. Die Shell-Aktie legte gestern an den hiesigen Handelsplätzen um weitere zwei Prozent bis auf 40,92 Euro zu. Damit stiegen die Aufschläge im Monatsvergleich auf nicht ganz 14 Prozent.

 

Erhöht AMD die Preise?

 

Die höheren Ölpreise machen sich natürlich auch in zahllosen anderen Bereichen bemerkbar. Auch gestörte Lieferketten wirken als Preistreiber. Beim Chiphersteller AMD (US0079031078) kommt hinzu, dass sich im Serverbereich deutlich mehr verdienen lässt als im Geschäft mit Endverbrauchern. Unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Nikkei Asia meldet nun das Portal „heise.de“, dass bei Desktop-Prozessoren von AMD wohl schon in Bälde mit Engpässen sowie steigenden Preisen zu rechnen sein dürfte.

Untermauert wird diese Erwartung dadurch, dass AMD für seine neue Zen-6-Architektur bislang lediglich Epyc-Varianten, also Chips für den Einsatz im Server-Bereich vorgestellt hat. Der gewöhnliche Verbraucher scheint nur noch die zweite Geige zu spielen. Ähnliches ließ sich bereits bei Nvidia beobachten, wo Gaming-Grafikkarten mittlerweile nur noch stiefmütterlich behandelt werden. Die Betreiber von Rechenzentren zahlen schlicht besser und sorgen für bessere Margen.

 

Intel folgt dem Trend

 

Auch bei Intel (US4581401001) kündigt sich ein entsprechender Wandel an. Ein bisher geplantes Flaggschiff für den Desktop in Form des Core Ultra 9 290K Plus wurde kurzerhand gestrichen. Das aktuelle Lineup fällt ungewöhnlich dünn aus und im Highend-Segment scheint Intel gar nicht erst konkurrieren zu wollen. Passend dazu berichtete Mercury Research bereits im Februar, dass Intel seine Produktionslinien wohl vermehrt von Notebook- und Desktop-Prozessoren auf Server-Chips umgestellt hat.

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Angesichts der aktuellen Entwicklung scheint das nur der richtige Weg zu sein. Doch die Anteilseigner haben es noch immer mit Skepsis zu tun. Die Intel-Aktie konnte in den letzten Wochen keine neuen Impulse liefern und gab am Montag um über vier Prozent nach. Problematisch für den Hersteller ist, dass Konkurrent AMD auch im Serverbereich noch immer als überlegen gilt. Sowohl die Leistung als auch die Effizienz von Epyc-CPUs liegen in den allermeisten Anwendungsszenarien oberhalb von Intel.

 

Sony wirft das Handtuch

 

In der Chipbranche spielt auch weiterhin der Speichermangel eine gewichtige Rolle, welcher sich ebenfalls als preistreibend erweist. Beobachter führen eben darauf auch zurück, dass Sony (JP3435000009) die Preise für seine Spielekonsole PlayStation 5 massiv erhöht. Doch das ist nicht die einzige Auswirkung von knappen Speicherchips. An anderer Stelle kapituliert der japanische Technologiekonzern gleich völlig und kündigt an, zunächst keine neuen Bestellungen für Speicherkarten akzeptieren zu wollen.

Betroffen sind davon CFexperess-Karten der Typen A und B sowie SDXC-Speicherkarten. Sony will die Situation weiter im Auge behalten und Kunden informieren, so die Lage sich ändern sollte. Einen konkreten Zeitraum dafür, wann Bestellungen wieder möglich sind, wollte der Hersteller aber nicht nennen. Die Anleger zweifeln derweil, ob Sony sich mit Preiserhöhungen und Bestellstopps wirklich einen Gefallen tut. Die Aktie fiel auf Monatssicht um knapp 14 Prozent und unterschritt im gestrigen Handel zum ersten Mal seit Ende 2024 die Linie von 20 Dollar.

 

Ungewisse Aussichten

 

Zwar lässt sich gerade im Chipsegment noch immer eine hohe Nachfrage verbuchen und höhere Kosten dürften Hersteller hier relativ schmerzfrei an die Kunden weiterreichen können. Dennoch werden an der Börse letztlich unangenehme Erinnerungen an die letzte Phase von hoher Inflation wach. Die Schmerzgrenze bei den Verbrauchern könnte leicht überschritten werden und ein erneutes Erlahmen der Konjunktur würde die Märkte wohl merklich belasten. Trotz des einen oder anderen Lichtblicks verfallen die Börsianer da nicht in spontane Kauflaune.

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31.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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