Weiter Unsicherheit bei Shell, Uber schielt auf Delivery Hero und IBM hofft auf Förderung durch die US-Regierung
An Spannung fehlt es den Börsen derzeit nicht
Am Pfingstmontag deutet sich vor Handelsschluss eine gute Stimmung an den Börsen ab. Die Ölpreise gaben zuletzt wieder bis auf unter 100 US-Dollar je Barrel nach, was den DAX laut vorbörslichen Indikatoren wohl wieder über 25.000 Punkte befördern könnte. Allerdings bleiben Ungewissheiten bestehen. Ob es im Nahen Osten zu einem baldigen Frieden kommt, ist weiterhin offen.
Für große Hoffnungen sorgte zunächst US-Präsident Donald Trump mit der Ankündigung, dass ein Abkommen mit dem Iran kurz bevorstünde. Am Sonntag ließ dann Außenminister Marco Rubio mitteilen, dass es binnen Stunden „gute Neuigkeiten“ geben könnte. Daraus ist nichts geworden und wenig später mahnte Trump schließlich an, nichts zu überstürzen. Unter dem Strich sind Anleger kaum schlauer geworden. Für die Aktie von Shell (GB00BP6MXD84) ergeben sich daraus unterschiedliche Signale.
Niedrigere Ölpreise sind zunächst eine Belastung für das Papier. Die Hoffnung auf einen Frieden hat aber auch positive Seiten für den Ölkonzern. Sobald der Handel durch die Straße von Hormus wieder anläuft, dürften auch die Produktionsmengen wieder steigen. Zudem würde das Risiko einer Mangellage oder von neuerlichen Angriffen auf Ölanlagen verschwinden. Die Ungewissheit der letzten Wochen hielt die Shell-Aktie auf hohem Niveau, doch neuerliche Ausbrüche nach oben trauten die Bullen sich nicht zu. Zum Wochenende standen 37,14 Euro auf dem Ticker.
Uber greift nach Delivery Hero
Unsicherheit besteht auch, wenn es um die weiteren Pläne von Uber (US90353T1007) geht. Vor Kurzem erhöhte der US-Konzern seine Anteile am Lieferdienst Delivery Hero deutlich und ist nun mit 19,5 Prozent der größte Einzelaktionär. Am Wochenende wurde nun bekannt, dass ein Übernahmeangebot zu 33 Euro je Aktie unterbreitet wurde. Am Sonntag berichtete die „Financial Times“, dass dieses Angebot wohl auf 39 Euro je Aktie erhöht werden könnte. Damit würde Delivery Hero mit 11,5 Milliarden Euro bewertet werden.
Ausschlaggebend dafür soll wohl gewesen sein, dass zuvor ein Großaktionär die initiale Offerte ablehnte. Unter den Anlegern von Uber herrscht eher Skepsis. Am Freitag reagierte die Aktie bereits auf erste Gerüchte zu einer Übernahme mit Verlusten von 2,4 Prozent und der Kurs gab bis auf 71,82 Dollar nach. Beim Übernahmekandidaten herrscht indes bessere Stimmung.
Delivery Hero profitiert von Spekulationen
Die Aktie von Delivery Hero (DE000A2E4K43) trieb es am Freitag um 1,3 Prozent in die Höhe und vorbörslich deuten sich heute weitere Aufschläge an. Schon seit einer Weile befindet der Titel sich im Aufwind. Bereits die Erhöhung von Anteilen seitens Uber schickte die Kurse munter in die Höhe. Begrüßt wurde an der Börse auch, dass CEO Niklas Östberg seinen Abschied spätestens zu März 2027 verkündete. Damit wird ein durch den aktivistischen Investor Aspex lange gehegter Wunsch erfüllt.
Letzterer dürfte über die Übernahmepläne recht glücklich sein. Bei einem Angebot von 39 Euro je Aktie würde man mit hohen Gewinnen von dannen ziehen können. Man hätte wohl auch nichts dagegen, sollte das Angebot noch weiter steigen. Gerüchten zufolge würden Großaktionäre gerne mehr als 40 Euro sehen. Was auch immer vorgelegt werden mag, die Delivery Hero dürfte sich dem schnell anpassen.
Geldregen für IBM?
Bei IBM (US4592001014) hofft man hingegen auf einen Geldregen durch die US-Regierung. Laut einem Medienbericht vom Freitag wird wohl über ein Förderpaket nachgedacht, welches ein Volumen von zwei Milliarden Dollar haben soll. Die Hälfte davon könnte IBM zugutekommen, im Gegenzug erhielte die Regierung eine Minderheitsbeteiligung. Davon konnte die IBM-Aktie immerhin kurzfristig profitieren und zeitweise in Kursgefilde oberhalb von 260 Dollar steigen.
Im weiteren Tagesverlauf am Freitag gab der Titel die Gewinne jedoch fast vollständig wieder ab. 253,84 Dollar standen bei Ertönen der Schlussglocke noch auf dem Ticker; das Tagesplus beschränkte sich damit auf überschaubare 0,3 Prozent. So ganz scheinen die Aktionäre den Gerüchten noch nicht glauben zu wollen. Zudem stellt sich dem einen oder anderen auch die Frage, ob eine Minderheitsbeteiligung der US-Regierung wirklich erstrebenswert wäre.
Es wird nicht langweilig
Es geht weiterhin hoch her an den Märkten, doch wie immer lässt sich über die Zukunft nur rätselraten. Das trifft sowohl auf den weiteren Verlauf des Konflikts im Nahen Osten als auch mögliche Übernahmen und dergleichen zu. Auf mögliche Durchbrüche zu setzen, kann zwar kurzfristig für hohe Gewinne sorgen. Anleger kommen aber nicht umhin, dafür auch ins Risiko zu gehen. Ob es das wert ist, kann nur jeder für sich selbst entscheiden.
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25.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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