SoftBank im KI-Rausch, Arm gibt Rückenwind mit Zahlen, Tokyo Electron ebenfalls im grünen Bereich und Sony rechnet trotz Speicherkrise mit steigenden Gewinnen
Die japanischen Börsen melden sich nach einer längeren Pause mit einer Rallye zurück
Während die Märkte in der ersten Wochenhälfte eine muntere Rallye abfeierten, blieben die Pforten der Börse in Tokio bedingt durch die Goldene Woche geschlossen. Erst am Donnerstag ging es dort weiter, und es gab viel nachzuholen. Zu sehen gab es kräftige Aufschläge, die auch nach kleineren Korrekturen am Freitagmorgen nicht direkt aus der Hand gegeben wurden.
Klar im Mittelpunkt stand das Thema Künstliche Intelligenz. Diverse Rekordzahlen aus den letzten Tagen sorgten bereits anderswo für rasante Kurssteigerungen, welche nun in Japan nachgeholt wurden. Profitieren konnte davon insbesondere die SoftBank (JP3436100006), welche milliardenschwere Investitionen im Bereich getätigt hat. Der Kurs legte hier am Donnerstag um etwas mehr als 18 Prozent zu. Heute folgten bis zum Nachmittag Verluste von gut vier Prozent, doch der Kurs konnte sich mit rund 6.150 Yen zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels noch immer sehen lassen.
Nicht wenige sehen die SoftBank mittlerweile als „KI-Holding“ an. In der Vergangenheit streute der Konzern seine Investments auf etliche unterschiedliche Bereiche. Heute jedoch ist das Gewicht von Investments in Unternehmen wie OpenAI derart erdrückend, dass alles andere in den Hintergrund gedrückt wird. Dank des anhaltenden KI-Booms wird die geringere Diversifizierung von den Anlegern nicht als Nachteil erkannt.
Arm treibt mit Rekordzahlen an
Zu den Beteiligungen von SoftBank gehört der Chipdesigner Arm Holdings (US0420682058), der auch ein wenig als möglicher Gegenspieler zu Nvidia zu verstehen ist. Der KI-Hype machte sich hier in den letzten Zahlen überdeutlich bemerkbar. Die Umsätze legten um rund 20 Prozent auf 1,49 Milliarden US-Dollar zu und die Nachfrage nach Architekturen für KI-Chips glänzte mit einem besonders starken Wachstum. Die Erwartungen der Analysten wurden klar übertroffen.
Das sorgte bei der Arm-Aktie für viel Rückenwind. Nach der Zahlenvorlage ging es beim Aktienkurs zeitweise zweistellig nach oben, ehe am Donnerstag dann Gewinne mitgenommen wurden. Mit einem Abschlag von 10,1 Prozent ging es auf 213,31 Dollar zurück. Das ist allerdings noch immer ein sehr ansehnlicher Kurs, bei dem seit Jahresbeginn noch ein Plus von fast 90 Prozent verzeichnet werden kann. Ein wenig Sorgen macht sich mancher Beobachter aber schon um Rückgänge im Geschäft mit Smartphone-Geschäft, welches unter dem KI-Boom eher zu leiden hat.
Tokyo Electron im Windschatten
Als großer Gewinner des KI-Hypes gilt in jedem Fall Tokyo Electron (JP3571400005) aufgrund seiner Tätigkeiten als Zulieferer für Halbleiterausrüstung. Solche ist umso gefragter, je höher die Absatzzahlen von Chips ausfallen. Momenten scheint es in dieser Hinsicht überhaupt keine Grenzen zu geben, weshalb die Bullen sich schon die Hände reiben. Die Aktie punktete am Donnerstag mit Zugewinnen von über neun Prozent und gab davon bisher auch nichts aus der Hand.
Etwas mehr als 52.000 Yen standen am Freitagnachmittag auf dem Ticker in Tokio und damit gut 130 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Vertrauen wird dem Unternehmen nicht nur aufgrund der rosigen Aussichten, sondern auch der hohen Liquidität entgegengebracht. Das ist sogar ein entscheidender Vorteil gegenüber manchem KI-Anbieter, bei dem das Wachstum bisher mit enormen Schulden getragen werden muss.
Sony bleibt optimistisch
Für den japanischen Entertainment-Giganten Sony (JP3435000009) ist der KI-Hype eine eher unangenehme Angelegenheit. Denn die dadurch explodierenden Speicherpreise bedrohen das Geschäft mit der Spielekonsole PlayStation 5 maßgeblich. Bei den jüngsten Quartalszahlen sagte das Unternehmen nun auch einen Rückgang der Umsätze im Gaming-Segment um sechs Prozent für das laufende Jahr voraus. Verantwortlich dafür sind sinkende Absatzzahlen nach mehreren Preiserhöhungen.
Letztere scheinen aber die Marge zu retten und zusätzlich dazu erwartet Sony steigende Software-Verkäufe. So sollen die Gewinne letztlich um 30 Prozent zulegen, was auch auf den Wegfall einer Wertminderung aus dem Vorjahr zurückzuführen ist. Für Euphorie kann Sony mit den versöhnlichen Aussichten zwar nicht sorgen. Immerhin gab es an den Märkten aber auch keine neue Enttäuschung zu sehen. Die Aktie legte am Freitag bis zum Nachmittag um knapp zwei Prozent auf immer noch schwache 3.191 Yen zu.
KI im Fokus
Künstliche Intelligenz bleibt eines der beherrschenden Themen an den Börsen, und das rund um den Globus. Auch in Japan können die Anleger sich diesem Trend nicht entziehen. Zu sehen gibt es dabei zwar einige Gewinner, aber eben auch Verlierer. Während die Hardware-Hersteller die Sektkorken knallen lassen, ächzen besonders Anbieter von Consumer-Produkten unter den galoppierenden Kosten, die sich längst nicht mehr schmerzfrei an die Kunden weiterreichen lassen.
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08.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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