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TUI muss abermals den Kapitalmarkt anzapfen – Aktie droht ein Crash wegen unklarer Finanzierung

Fass ohne Boden

 

Mit der anhaltenden Covid-19-Pandemie und der in Deutschland und anderen Staaten schleppend verlaufenden Impfkampagne mussten viele Marktteilnehmer die Erwartungen an das wichtige Sommergeschäft beim Touristikdienstleister TUI (DE000TUAG000) nach unten revidieren. Mittlerweile sieht auch der Konzern offenbar zusätzlichen Finanzbedarf, weshalb heute seitens des Vorstands und mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Platzierung einer Wandelanleihe beschlossen wurde.

So plant der in Hannover ansässige Konzern eine nachrangige unbesicherte Wandelschuldverschreibung im Volumen von 350 Millionen Euro mit der Option, die Summe auf 400 Millionen Euro zu erhöhen, auf dem Kapitalmarkt zu platzieren. Insgesamt soll der neue Schuldtitel einen Zinscoupon von 4,5 % bis 5 % bieten, wobei der Wandlungspreis um 25 % bis 30 % über dem Referenzaktienkurs liegen soll.

 

Weitere Finanzlöcher bei TUI möglich

 

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DAX Future SignaleMit dem geplanten Kapitalschritt wird deutlich, dass die bislang vereinbarten Staatshilfen offenbar nicht ausreichen, um den finanziellen Fortbestand von TUI nachhaltig zu sichern. Entsprechend müssen die bisherigen Anteilseigner künftig mit einer noch höheren Gesamtanzahl an Aktien rechnen, weshalb ihr Anteil weiter verwässert werden könnte. In diesem Zusammenhang kommentierte Branchenexpertin Jennifer Lane vom Analystenhaus Jeffries, dass die neue Wandelanleihe die Zahlungsfähigkeit von TUI nur um einen weiteren Monat sichern werde. Abgesehen von Rückerstattungsansprüchen würden die Finanzmittel bei TUI nur noch für weitere sechs Monate reichen.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeIm laufenden Geschäftsjahr dürfte TUI mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit abermals Geld verbrennen. Entsprechend lässt sich kein positives Kurs-Gewinn-Verhältnis von unserer Seite aus schätzen. Auch darüber hinaus sind derzeit Prognosen mit einer extremen Unsicherheit verbunden, da mit einem neuen Finanzbedarf nicht abgeschätzt werden kann, auf Grundlage welcher Anzahl an Aktien künftige KGVs zu berechnen sind. Hingegen können wir jetzt schon sagen, dass Altaktionäre im Sinne ihres Risikomanagements mit einer erheblichen Verwässerung aufgrund zusätzlicher Aktien rechnen müssen.

 

Das Fazit:

 

Wir haben bereits in der Vergangenheit auf die Risiken bei TUI hingewiesen. Aktuell ist das Geschäftsmodell der Firma extrem unprofitabel, wobei gleichzeitig ein hoher Finanzbedarf besteht. Entsprechend stufen wir die vielen pessimistischen Analystenprognosen, welche einen weiteren Kurseinbruch für möglich halten, als realistisch ein.

 

09.04.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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