Noch mehr Fabs in den USA seitens TSMC könnten dabei helfen, die US-Regierung zu beschwichtigen und Zollrisiken zu senken
TSMC scheint in Arizona noch größere Pläne zu haben
Kürzlich unterschrieb Taiwan neue Handelsbeziehungen mit den USA, welche unter anderem Zollausnahmen vorsehen. Im Gegenzug soll es milliardenschwere Investitionen in den Vereinigten Staaten geben, und natürlich steht dabei der Auftragsfertiger TSMC im Vordergrund. Jener scheint auch schon konkrete Pläne zu haben, um seinen Standort in Arizona noch mehr zu erweitern.
Bekannt ist bereits, dass TSMC (US8740391003) sich zu Jahresbeginn weitere Grundstücke in der Nähe seiner Fabrik in Arizona gesichert hat. Jene bringen es insgesamt wohl auch nicht sehr viel weniger Fläche als bereits vorhandene Ländereien. Da es vor Ort nicht viel mehr außer einer großen Steppe gibt, dürfte das Unterfangen nicht besonders aufwendig oder teuer gewesen sein. Nun berichtet die „Financial Times“, dass es wohl auch schon konkrete Pläne für einen Ausbau geben könnte.
Demnach soll TSMC den Bau von bis zu fünf weiteren Fabs vor Ort planen, was Investitionen von um die 100 Milliarden US-Dollar bedeuten könnte. Mit einem solchen Ausbau würde der Standort eine ähnliche Größe wie die bisher größten Komplexe in Taiwan erreichen. Offiziell hat der Auftragsfertiger allerdings noch nichts angekündigt und damit könnten die Verantwortlichen sich wohl noch etwas Zeit lassen. Insidern zufolge soll erst ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Machthaber Xi Jinping abgewartet werden.
TSMC im Zeichen der Politik
Sollte dies zutreffen, so würde TSMC frühestens im April selbst über weitere Ausbaupläne sprechen. Die US-Regierung gibt sich nicht ganz so zurückhalten. Der US Commerce Secretary Howard Lutnick prahlte vor Kurzem im US-Fernsehen damit, dass in Zukunft 40 Prozent der gesamten Lieferkette von taiwanischen Halbleitern auf US-Boden geholt werden sollen. Auf dieser Weise wollen die USA bei Chips zum Selbstversorger avancieren.
Das wiederum konnte der taiwanische Präsident Lai Ching-te nicht unkommentiert lassen. In einer offiziellen Pressemitteilung der Regierung heißt es, dass 40 Prozent der Lieferkette nicht 40 Prozent der Kapazitäten entsprechen würden. Darüber hinaus verblieben die neuesten Technologien auch zukünftig zuerst in Taiwan starten, sodass der Inselstaat weiterhin im Vorteil sei. Auch dazu äußerte sich TSMC nicht weiter. Einmal mehr wird aber sehr deutlich, wie große das Interesse auch von Regierungen am Unternehmen ausfällt.
Für Taiwan ist die Chipfertigung schon fast eine Art Lebensversicherung. Das Land steht unter ständiger Bedrohung durch China, welches den Inselstaat als abtrünnige Region ansieht und, notfalls mit Gewalt, eine „Wiedervereinigung“ anstrebt. Da Taiwan einen Großteil der weltweiten Chipproduktion stemmt, würden einer Invasion zahlreiche Staaten nicht tatenlos zusehen. Donald Trumps Vorgänger Joe Biden sagte Taiwan für den Fall der Fälle bereits Unterstützung zu. Japans neue Ministerpräsidentin Sanae Takaichi verärgerte Peking vor wenigen Wochen mit der Aussage, dass ein Angriff Chinas auf Taiwan auch für Japan einen Verteidigungsfall auslösen würde.
Unverzichtbar
Die Chipproduktion und damit auch der Ausbau von Rechenzentren ganzer Industrienationen steht und fällt mit TSMC. Daran werden sehr wahrscheinlich auch Investitionen in den USA nichts ändern können. Für Anleger ist das eine sehr interessante Ausgangslage. Denn einen klareren Beleg für die enorme Nachfrage könnte es kaum geben. Dank üppiger Gewinne blicken Anleger gelassen auf hohe Ausgaben für neue Standorte, welche letztlich die Umsätze langfristig nur noch weiter in die Höhe treiben werden.
Politische Machtkämpfe und KI-Boom werden mit ziemlicher Sicherheit dafür sorgen, dass TSMC so schnell nicht mit Nachfrageproblemen zu kämpfen haben wird. Dementsprechend bleiben die Aussichten für die Aktie sehr rosig. Beschweren können die Aktionäre sich schon heute nicht bei Kursgewinnen von 76,5 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Investitionspläne in Taiwan, den USA und anderswo versprechen, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein muss.
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17.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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