TUI streicht weitere Kreuzfahrten, DHL enttäuscht mit Zahlen, Novo Nordisk wird gerügt und Oracle plant wohl einen herben Sparkurs
Trotz leichter Erholung bleibt die Stimmung an den Märkten wackelig
Statt einer echten Erholung bekamen Anleger am Mittwoch nur ein kleines Durchschnaufen an der Börse zu sehen. Am gestrigen Donnerstag dominierten wieder Sorgen ob der Entwicklungen im Irankrieg das Geschehen und die Kurse tendierten bevorzugt in Richtung Süden. Bevorzugt werden weiterhin risikoarme Titel und sichere Häfen wie Gold.
Von TUI (DE000TUAG505) verabschieden sich hingegen wieder einige Anleger, was den Aktienkurs gestern um 2,6 Prozent auf 7,33 Euro fallen ließ. Das ist nachvollziehbar, da der Reiseveranstalter vom Konflikt direkt betroffen ist. Gerade auch das schwer lukrative Kreuzfahrtgeschäft muss Rückschläge einstecken. Aktuell lässt sich kaum einschätzen, wann wieder Normalität herrschen mag. Zunächst erklärte das Unternehmen, weitere Kreuzfahrten zu streichen.
Sämtliche Orient-Reisen der „Mein Schiff 4“ mit Abfahrt bis einschließlich 9. März fallen dem Rotstift zum Opfer. Bei der „Mein Schiff 5“ werden Reisen mit Beginn bis einschließlich 12. März abgesagt. Das kommt nicht überraschend. Allerdings dürften viele Börsianer vermuten, dass es auch über diese Termine hinaus noch Absagen geben wird. Denn nach einem schnellen Kriegsende sieht es aktuell nicht aus. Stattdessen breitet sich der Konflikt auf immer mehr Länder aus.
DHL Group kann mit Ausblick nicht begeistern
Der Krieg im Nahen Osten lässt auch die DHL Group (DE0005552004) nicht unberührt. Im Fokus standen gestern aber erstmal die Ergebnisse für 2025, die an sich auch nicht schlecht ausgefallen sind. Zwar gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Das Ebit verbesserte sich aber von 5,9 auf 6,1 Milliarden Euro. Freuen dürfen Anleger sich zudem über eine um 5 Cent auf 1,90 Euro ansteigende Dividende.
Nicht ganz gefallen wollte den Anlegern, dass der freie Cashflow von 2,9 auf 2,3 Milliarden Euro zurückging und zudem der Ausblick für das laufende Jahr eher nüchtern ausfällt. Angepeilt wird ein operatives Ergebnis von 6,2 Milliarden Euro. Offenbar hatten sich einige Aktionäre mehr erhofft und so gab die Aktie letztlich um 4,6 Prozent auf 45,89 Euro nach. Analysten reagierten ebenfalls etwas niedergeschlagen. Deutsche Bank Research hätte sich angesichts einer positiven Entwicklung auf Kostenseite mutigere Ziele erhofft.
Novo Nordisk wird abgemahnt
Die Aktie von Novo Nordisk (DK0062498333) konnte sich gestern um knapp ein Prozent auf 33,21 Euro verbessern, hängt allerdings dennoch in einem langfristigen Abwärtstrend fest. Letzterer ließ den Kurs in den vergangenen zwölf Monaten um knapp 60 Prozent purzeln. Das hat vor allem mit der immer stärkeren Konkurrenz zu tun. Jene wurde nun durch die FDA dafür abgemahnt, den Eindruck zu erwecken, dass nachgeahmte GLP-1-Wirkstoffe identisch zu Originalpräparaten seien.
Das klingt nach einer guten Neuigkeit, allerdings handelte sich auch Novo Nordisk selbst Ärger mit den Marktaufsehern ein. In einem Ende Februar erstellten Schreiben erntet der Hersteller Kritik dafür, in einem TV-Werbespot für Ozempic mit dem Spruch „There’s Only One Ozempic“ zu werdben. Dies suggeriere, dass das Präparat anderen Behandlungen überlegen sei, ohne dass es dafür Belege gebe. Novo Nordisk wird Zeit für eine Stellungnahme eingeräumt. Das Unternehmen ließ bereits wissen, die Kritik ernst zu nehmen.
Oracle unter Sparzwang?
Kritik von Analysten und zum Teil den eigenen Anlegern muss sich der Softwarekonzern Oracle (US68389X1054) aufgrund seiner Ausgabenwut im KI-Bereich schon länger gefallen lassen. Das perlte am Management bisher konsequent ab. Dort wollte man freilich nicht den Eindruck erwecken, als würde man sich überheben. Doch nun scheinen die massiven Investitionen sichtbare Folgen nach sich zu ziehen. Medienberichten zufolge steht wohl ein heftiger Sparkurs mit tausenden Stellenstreichungen an.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ könnte die Maßnahme noch im März beginnen und sämtliche Unternehmensbereiche betreffen. Vor allem scheint Oracle die Schere dort ansetzen zu wollen, wo in Zukunft verstärkt die KI übernehmen könnte. Ob das Ganze als Zeichen von Stärke oder Schwäche einzuordnen ist, liegt im Auge des Betrachters. Die Anleger zeigten sich im Handel am Donnerstag zufrieden und die Oracle-Aktie legte um 1,6 Prozent auf 154,79 US-Dollar zu.
Die quälende Ungewissheit
Abseits von Geschäftsberichten bleibt der Irankrieg das bestimmende Thema an den Börsen. Die darauf entstehende Unsicherheit und ständig neue Entwicklungen erweisen sich als Gift für die Börsen. Die Märkte erleben derzeit die größten Korrekturen seit Donald Trumps „Liberation Day“ im vergangenen Jahr. Damit stellt der US-Präsident letztlich auch wieder unter Beweis, dass seine oftmals radikale Politik eine echte Bedrohung für die Aktienmärkte darstellt.
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06.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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