Erneut meldet Trump Media enorme Verluste, denen nur sehr überschaubare Umsätze gegenüberstehen
Für die Zukunft will Trump Media nun weniger auf Kryptowährungen und Onlinewetten setzen
US-Präsident Donald Trump stellt sich gerne als Wirtschaftsgenie und großen Gewinner da, doch seine tatsächliche Bilanz spricht eher eine andere Sprache. In der Vergangenheit gelang Trump sogar das Kunststück, mehrere Casinos in die Pleite zu treiben. Trump Media, der Mutterkonzern von Truth Social, ist zwar nicht insolvent. Es werden aber horrende Verluste geschrieben.
In den jüngsten Quartalszahlen meldete Trump Media (US25400Q1058) einen Verlust von satten 238,1 Millionen US-Dollar. Zwar stiegen die Umsätze im zweiten Quartal um 89 Prozent, landeten jedoch dennoch bei sehr überschaubaren 1,7 Millionen Dollar. Die Geschäfte als verlustreich zu bezeichnen, wirkt da schon fast gnädig. Der Trump-Konzern verbrennt munter Geld, zumindest auf dem Papier.
Zur Wahrheit gehört auch, dass die Verluste hauptsächlich in den Büchern entstanden sind. Zu weiten Teilen machten sich Wertverluste bei Digitalwährungen bemerkbar. Bitcoin und Co. werteten in den vergangenen Monaten im hohen Tempo ab. Trump Media möchte sich aber offenbar nicht darauf verlassen, dass die Kurse eines Tages wieder auf Rekordjagd gehen.
Trump Media auf neuen Wegen
Vorstandschef Kevin McGurn kündigte stattdessen an, dass Trump Media sich aus Kryptowährungen und Onlinewetten in Zukunft zurückziehen will. Dafür soll dann Truth Social stärker in den Mittelpunkt rücken. Höhere Umsätze sollen unter anderem mit dem nicht unumstrittenen Dienst Truth API erzielt werden. Gegen eine Gebühr von 60.000 bis 100.000 Dollar im Monat können Unternehmer frühzeitigen Zugriff auf Beiträge von Donald Trump erhalten. Dem Unternehmen zufolge konnten wohl schon zehn Verträge dazu abgeschlossen werden, hauptsächlich interessieren sich wohl Hochfrequenzhändler dafür.
Abseits davon will Trump Media auch einen Deal mit dem auf Kernfusion spezialisierten TAE Technologies weiterverfolgen, ging dazu aber nicht allzu weit ins Detail. Aussichtsreich ist die Kernfusion fraglos, insbesondere mit Blick auf den durch KI-Zentren explodierenden Energiehunger. Doch der Durchbruch von Fusionsenergie wird uns bereits seit über 50 Jahren versprochen. Dass damit kurzfristig die Bilanzen aufgewertet werden können, kann so gut wie ausgeschlossen werden.
Noch dazu stellt sich für Anleger die Frage, wie es um Truth Social in der Zukunft bestellt sein mag. Schon jetzt gilt Trump nicht unbedingt als jemand, der zu seinem Wort stehen würde. Seine Nachrichten sind daher stets mit einer gesunden Portion Vorsicht zu genießen. Sobald er aus dem Präsidentenamt ausscheidet, dürfte der Wert seiner Tweets sich zudem auch unabhängig vom Wahrheitsgehalt massiv verringern.
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13.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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