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Die türkische Lira im Stress

Dunkle Wolken über der türkischen Lira

 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit der Entlassung des bisherigen Präsidenten der türkischen Zentralbank Turbulenzen an den türkischen Aktien-, Anleihen- und Devisenmärkten ausgelöst.

Die türkische Lira verliert aktuell gegenüber dem Handelsschluss vom vergangenen Freitag gegen den US-Dollar 9,26 % und steht nun bei 7,88 Lira je Dollar. Das Tagestief liegt bislang bei 8,48 Lira und damit noch einmal deutlich tiefer. Der Aktienindex der Börse Istanbul gab deutlich nach, während die Renditen von lokalen und Dollaranleihen deutlich stiegen.

 

 

Die geschockten Investoren fürchten nun eine neue Welle von ökonomischen Turbulenzen.

Insbesondere die Entlassung Agbals nach nur 4 Monaten im Amt lässt die Besorgnis der Investoren wachsen, dass die Phase türkischer Geldpolitik, die die Lira mit Zinserhöhungen stützen wollte, abrupt zu Ende sein könnte. Denn der neue Notenbankchef Sahap Kavcioglu, ist ein deutlicher Kritiker der jüngsten Zinserhöhungen.

Damit steigt nun wieder die Unsicherheit über die Bereitschaft der Märkte, der Notenbank das Vertrauen entgegenzubringen, welches sie für die Wirksamkeit ihrer Geldpolitik benötigt.

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Werbebanner Krypto TradingDer türkische Finanzminister Lutfi Elvan bemühte sich deshalb parallel, die Aufregung über die scharfe Wende in der türkischen Geldpolitik zu besänftigen. Man werde die freien Märkte und das aktuelle Währungssystem nicht antasten. Die Regierung werde auch weiterhin ihre Prioritäten bei der Preisstabilität sehen und die Notenbank dabei unterstützen, die Inflation einzudämmen.

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung der türkischen Lira gegen den US-Dollar zeigt jedoch, dass die globalen Kapitalmärkte bislang wenig Glauben in solche Ankündigungen setzen. Denn diese sind nicht neu und in der Vergangenheit über große Strecken gescheitert. Dies verdeutlicht ein Blick auf Chart 2.

 

 

Fazit

 

Der türkische Präsident Erdogan hat mit der Entlassung des bisherigen Notenbankchefs neue Zweifel an der Geldwertstabilität der türkischen Lira gesät. Die Politik der Türkei in Syrien war bereits für die vorangegangene US-Administration ein Grund für die ,,Bestrafung‘‘ des Landes über den Devisenmarkt. Dass die deutlich schwächere Lira nun vor einem neuen Schub importierter Inflation steht, macht die Aufgabe des neuen Notenbankchefs nicht leichter. Durch die aktuelle Entlassung wurde erneut deutlich, wie wenig Erdogan von einer unabhängigen Notenbank hält. Man sollte sich deshalb über den bevorstehenden schweren Weg, diesbezügliches Vertrauen an den Kapitalmärkten zurückzugewinnen, nicht wundern.

 

23.03.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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