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Die türkische Lira vor neuem Allzeittief zum US-Dollar

Neuer Schwächeanfall der türkischen Währung

 

Erleben wir eine Neuauflage der steigenden Spannungen zwischen der Türkei und den USA? Die türkische Syrienpolitik und die Anschaffung russischer Raketenabwehrsystems SS-400 durch das NATO-Mitglied Türkei waren nicht nur ein wesentlicher Grund für den Stopp der Lieferungen von F-35 Kampfflugzeugen an die Türkei, sondern auch für Sanktionen der USA.

Die Türkei hatte im Herbst 2017 einen Vertrag über die Lieferung des SS-400 Systems abgeschlossen. Im Anschluss stoppten die USA die Lieferung der F-35 Flugzeuge und drohten die USA mit Wirtschaftssanktionen im Rahmen des ,,Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act (CAATSA)‘‘. Es folgte eine erste Abwertungswelle der türkischen Lira gegen den US-Dollar in Antizipation dieser Ankündigungen.

 

 

Die Corona-Pandemie verzögerte zwar die Inbetriebnahme des russischen Abwehrsystems in der Türkei, die Tests wurden aber schließlich im Herbst 2020 durchgeführt.

Parallel zu diesen steigenden politischen Spannungen kam es im Zuge der Abwertung zu einem Konflikt um die geldpolitische Reaktion der Notenbank auf diese Entwicklungen. Im Zuge dessen wurde der Notenbankchef durch einen Gefolgsmann von Präsident Erdogan ersetzt, was das Vertrauen der Märkte in die Handlungsfähigkeit der Zentralbank weiter schwächte.

Heute Morgen nun hat die türkische Lira das erste Mal seit November 2020, wie in Chart 2 zu sehen, die Marke von 8,50 Lira je US-Dollar erreicht.

 

 

Damit könnte die Konsolidierung des neuen Allzeittiefs der türkischen Lira gegen den US-Dollar zu Ende gehen. Diese ging von rund 8,50 Lira bis rund 7 Lira je US-Dollar und setze damit auf das vorangegangene Allzeittief der Lira von Mitte August 2018 auf.

 

Und was ist das Fazit?

 

Die türkische Lira wird durch die Außenpolitik des türkischen Präsidenten Erdogan geschwächt, da sie zu Sanktionen der USA und einem starken Rückgang des Vertrauens in die türkische Notenbankpolitik geführt hat. Die restriktiven Maßnahmen gegen Kryptowährungen fügen sich in das Gesamtbild ebenso ein wie der dramatische Rückgang der türkischen Devisenreserven. Vor diesem Hintergrund ist mit einem neuen Allzeittief der türkischen Lira gegen den US-Dollar zu rechnen.

 

26.04.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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