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Neue Dollarstärke voraus?

Dollarindex überwindet 50-Tage-Durchschnitt

 

Seit Wochen befand sich der US-Dollar gegen den Euro im Abwärtstrend. Nach den Turbulenzen an den Kapitalmärkten zu Jahresbeginn ging es für den US-Dollar ab Ende Mai 2020 mit einem deutlichen Schub nach unten. Gegen den Euro gab der Dollar von rund 1,09 Dollar je Euro am 25.05.2020 rund 11 Cent bzw. 11 % bis auf 1,20 am 01.09.2020 nach.

Allerdings hatte der Dollar zuvor versucht, seinen Abwärtstrend zu überwinden, war daran jedoch gescheitert. In der sich ab Mai 2020 anschließenden Abwertungsbewegung rutschte er auch gleich noch unter seinen unteren Aufwärtstrend.

 

 

Nun kann man zum einen sagen, dass die Trendlinien wenig Relevanz haben. Möglich! Man kann aber auch sagen, dass sie eine Schwankungsintensität anzeigen, die außergewöhnlich ist. Dies stellt aber die Signalkraft der Charttechnik nicht grundsätzlich infrage. Es bleibt nur einfach schwieriger zu entschlüsseln, was diese Bewegungen signalisieren.

Dabei könnte man etwa an die kurzfristigen monetären Reserve-Antibiotika denken, welche der Eurozone ein Strohfeuer der Stabilität und damit einen zumindest temporären Vorteil gewährten. Wie lange diese Medizin wirkt, wird mal wohl in nicht allzu ferner Zukunft feststellen können.

Wie Chart 1 auch anzeigt, hat der Dollarindex bei seiner Abwärtsbewegung seine Nackenlinie (rote Horizontale), welche in etwa mit dem Zyklustief vom Jahreswechsel 2018 zusammenfällt, bislang nicht unterschritten. Neben einem Konsolidierungskeil und den gelb markierten Ausbrüchen bleibt also vorläufig auch das Ausbruchssignal des Dollar gegen den Euro weiter gültig. Danach könnte es sich aktuell um eine weitere Konsolidierungsbewegung des Dollars handeln.

 

 

Ein Blick auf Chart 2 zeigt zudem, dass der Dollarindex in den letzten Tagen seinen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt überwunden und damit ein kurzfristiges Kaufsignal gegeben hat. Eine schnelle Erholung bis in den Bereich von rund 95 Punkten ist also ohne Weiteres möglich.

 

Fazit

 

Der US-Dollar steht charttechnisch auf weniger schwachen Füßen als derzeit kolportiert. Die US-Präsidentschaftswahl macht die weitere Entwicklung zwar sehr unsicher. Aber es bleibt ebenso Tatsache, dass die scheinbare Stärke des Euro gegen den US-Dollar eine vorübergehende Entwicklung sein könnte. Denn die anhaltende Schwäche des Euros gegen den Schweizer Franken zeigt an, dass bedeutende Kräfte an den Kapitalmärkten der unheimlichen Stärke des Euros, die selbst die EZB in der vergangenen Woche als Risiko für den Euroraum bezeichnete, als vorübergehend betrachten können.

Die heutige Mitteilung, dass der Einkaufsmanager-Index der Eurozone im September um 1,8 auf 50,1 Punkte gefallen ist und der Aufschwung in der Eurozone stagniert, passt in dieses Szenario. In dieser Lage sollte deshalb weiter eine hohe Flexibilität bei einer möglichen Absicherung des jeweils vorhandenen Währungsrisikos an den Tag gelegt werden.

 

23.09.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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