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Varta-Aktie dürfte sich abermals als Bullenfalle erweisen – Deshalb droht ein weiterer Crash

Konkurrenz zerstört Margen

 

Bereits am 5. Februar haben wir ausgiebig vor weiteren Kursverlusten bei der Varta-Aktie (ISIN: DE000A0TGJ55; WKN: A0TGJ5) gewarnt. Unsere Einschätzung gründete damals auf der Tatsache, dass dem Unternehmen aus Ellwangen aufgrund der stark zunehmenden Konkurrenz aus Asien künftig ein Verlust an Marktanteilen bei gleichzeitig deutlich rückläufigen Margen droht. So erläuterten wir bereits damals, dass sich das Management vor allem vor dem Produktionseinstieg von Samsung (ISIN: US7960508882; WKN: 896360) und LG (ISIN: KR7051910008; WKN: 659109) im Bereich der Microbatterien fürchten muss, da es sich hierbei um technologisch und finanziell sehr starke Wettbewerber handelt.

Am 18. Februar gab Varta sehr starke 2020er-Geschäftszahlen bekannt, wobei die Süddeutschen nicht nur ihre eigene Zielsetzung übertreffen konnten, sondern ebenfalls ankündigten, erstmals seit dem Börsengang eine Dividende auszuschütten. Allerdings nutzten viele institutionelle Investoren die eigentliche positive Nachricht im Nachgang zum Ausstieg, wobei der Titel mittlerweile um stattliche 37 % unter seinem Jahreshoch markiert.

 

Aufwärtstrend gebrochen

 

Mit der jüngsten Kursentwicklung, die zuletzt unter einem vergleichsweise hohen Handelsvolumen stattfand, wurde der zuletzt steile Aufwärtstrend nach unten durchbrochen. Damit stehen jetzt auch aus charttechnischer Sicht die Börsenampeln auf „Rot“. Auch wenn der Titel mittlerweile optisch deutlich günstiger erscheint, so raten wir weiterhin zu äußerster Vorsicht bei der einstigen Highflyer-Aktie.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeZwar werden das 2021er-KGV und das 2022er-KGV seitens der Analysten aktuell mit 29 bzw. knapp 24 taxiert, was für ein Wachstumsunternehmen sicherlich nicht zu teuer ist. Allerdings müssen viele Experten unserer Einschätzung nach in ihren Prognosemodellen die künftig weitaus schärfere Wettbewerbssituation noch deutlicher berücksichtigen, weshalb die Markterwartungen zumindest ab dem kommenden Jahr unserer Meinung nach deutlich zu hoch sein dürften, da dann der Konkurrenzdruck erst richtig an Fahrt aufnehmen sollte.

Auch die Tatsache, dass Varta jetzt eine stattliche Dividende von 2,50 Euro auskehren wird, was einem Großteil des Nettogewinns entspricht, überzeugte den Markt zuletzt nicht. Denn eigentlich thesaurieren Wachstumsunternehmen ihre Gewinne, um ihre künftige Expansion nach Möglichkeit aus organisch generierten Mitteln erzielen zu können. Vielmehr könnte die großzügige Auskehrung von Firmenliquidität darauf hindeuten, dass das Management künftig von eher deutlich rückläufigen Wachstumsraten ausgeht.

 

Fazit:

 

Für den Varta-Konzern ist das Jahr 2020 mit einer beeindruckenden Umsatzsteigerung von 140 % hervorragend gelaufen. Allerdings deutet sich nun eine massive fundamentale Trendwende für die Firma an, wobei sich die aktuellen Expertenschätzungen, die bis zum Jahr 2022 jeweils nur ein durchschnittliches Erlösplus von 17 % p.a. prophezeien, als noch deutlich zu optimistisch erweisen könnten. Von daher sollte die Börsenweisheit, niemals in ein fallendes Messer zu greifen, bei der Varta-Aktie durchaus ernst genommen werden.

 

26.02.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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