Volkswagen profitiert von Xpeng-Plänen, neue Chancen für Nvidia in China und Freenet beschenkt die Aktionäre
Zum Feiertagshandel herrschte beste Stimmung an den Märkten
Die Anleger nahmen den Begriff Himmelfahrt allem Anschein nach wörtlich. Zum Handel am gestrigen Feiertag ging es an den Märkten munter in die Höhe und es konnte mancher neue Kursrekord bewundert werden. Kurstreibend erwies sich ein Treffen von Donald Trump und Xi Jinping, was auf eine Annäherung der beiden Supermächte hoffen lässt.
Der Blick nach China stand auch an den hiesigen Handelsplätzen durchaus im Vordergrund. Es machten Gerüchte die Runde, laut denen Volkswagen (DE0007664039) wohl einen chinesischen Partner für eines seiner schwächelnden europäischen Werke finden könnte. Das Thema ist nicht ganz neu, scheint aber immer mehr Form anzunehmen. Die Hoffnung der Anleger ist dabei, dass der Autokonzern seine Bilanzen aufpäppeln kann, ohne dass dafür Werksschließungen und damit verbundene Reibereien mit dem Betriebsrat vonnöten wären.
Obschon es noch keine konkreten Verträge oder dergleichen gibt, trieb die Fantasie die Volkswagen-Aktie um 2,7 Prozent bis auf 88,84 Euro aufwärts. Das ist noch immer kein sensationell guter Kurs und das 52-Wochen-Tief bei 82,66 Euro ist näher, als es den meisten Anteilseignern lieb sein dürfte. Dennoch ist es ein Schritt in die richtige Richtung inmitten einer kritischen Phase. Schwache Absätze und maue Margen belasten Volkswagen nun schon seit einer ganzen Weile.
Xpeng: Der Retter in der Not?
Als heißer Kandidat für eine Zusammenarbeit mit Volkswagen gilt der chinesische Autobauer Xpeng (US98422D1054). Der sucht händeringend nach Standorten in Europa, um auf dem dortigen Markt besser Fuß fassen und Zölle möglichst umgehen zu können. Das Ganze würde passen, ist Volkswagen doch bereits seit einigen Jahren an Xpeng beteiligt. Es soll wohl bereits erste Gespräche gegeben haben. Jene befinden sich aber noch in einem frühen Stadium.
Beim „Future oft he Car“-Gipfel der Financial Times äußerte sich Elvis Cheng, Managing Director für Nordosteuropa bei Xpeng, bereits zu Standorten von Volkswagen. Dabei hieß es interessanterweise, dass die Fabriken der Wolfsburger „ein wenig alt“ seien und vielleicht nicht alle technischen Anforderungen für zukünftige Xpeng-Modelle erfüllen. Skeptiker können dies bereits als eine kleine Absage deuten. Optimisten hingegen erkennen das Potenzial dafür, dass der chinesische Konzern vielleicht sogar kräftig in einen oder gar mehrere VW-Standorte investieren könnte.
Kann Nvidia in China wieder durchstarten?
Gute Neuigkeiten in Bezug auf China gab es auch für den Chiphersteller Nvidia (US67066G1040). Die US-Regierung hat den Verkauf von H200-Chips an gleich mehrere chinesische Tech-Konzerne genehmigt, darunter die TikTok-Mutter Bytedance, Tencent und Alibaba. Damit könnte Nvidia seinen Marktanteil auf einem der größten Märkte weltweit endlich wieder ausbauen. Die Aktie reagierte darauf bereits im frühen Handel mit Aufschlägen von über vier Prozent und der Kurs erreichte neue Bestmarken.
Allerdings fehlt es noch an allerlei (finanziellen) Details und ein wenig fraglich ist auch, was die chinesische Regierung davon halten mag. Exportgenehmigungen für H200-Chips hat Nvidia vor einigen Monaten bereits erhalten. Torpediert wurde dies aber von Vorgaben aus Peking, welche den Kauf der Hardware schlicht untersagten. Nun besteht die Hoffnung, dass die Beziehungen nach dem Treffen von Trump und Jinping wieder etwas auftauen mögen.
Freenet ist spendabel
Abseits von China wurden hierzulande die Anteilseigner von Freenet (DE000A0Z2ZZ5) mit einer recht üppigen Dividende verwöhnt. Die Ausschüttung belastete den Kurs zwar mit Abschlägen von 6,5 Prozent. Dafür gab es aber stolze 2,07 Euro je Aktie, obschon der Konzern seine für das vergangene Jahr gesetzten Ziele nicht erreichen konnte. Die Freenet-Aktie ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie Anleger auch ohne ständige Kurssprünge eine ansehnliche Rendite erzielen können.
Der Ausblick fällt zwar weiterhin mau aus und enthält Belastungen von bis zu 50 Millionen Euro jährlich. Dabei soll es sich allerdings um den „Worst Case“ handeln. Offen bleibt damit die Möglichkeit, dass Freenet noch für einige positive Überraschungen bis zum Jahr 2028 sorgen könnte. Dafür spricht ein recht ordentliches Tempo beim Gewinn von Neukunden. Im letzten Jahr konnten erstmals über 300.000 neue Kunden begrüßt werden. Die Korrektur könnte damit auch als Einstiegschance verstanden werden. Wie immer lässt sich aber nichts garantieren.
Der Haken an der Sache
Die Börsianer haben hohe Erwartungen an das Näherkommen von USA und China. Für den September wurde laut Medienberichten bereits ein Besuch von Xi Jinping in Washington ausgemacht. Letzterer stellte jedoch unmissverständlich klar, dass die USA sich bei der Taiwan-Frage nicht einmischen mögen, da es ansonsten ein erhebliches Konfliktpotenzial gebe. Für den Moment ploppen allerlei neue Fantasien auf und die Börsenkurse heben munter ab. Jede (kleine) Enttäuschung könnte aber schnell für eine Korrektur sorgen.
Volkswagen AG Vz.-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Volkswagen AG Vz.-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen AG Vz.-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Volkswagen AG Vz. - hier weiterlesen...
15.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)







12.05.2026
05.05.2026
02.05.2026
01.05.2026