als .pdf Datei herunterladen

Platinnachfrage profitiert vom grünen Strukturwandel

Platinnachfrage des Automobilsektors bald auf Vor-Corona-Niveau?

 

Das in dieser Woche erreichte neue Allzeithoch bei Palladium, welches auf Chart 1 abgebildet ist, hat in mehrfacher Hinsicht Implikationen.

 

 

Für eine Perspektive ist ein Blick auf die absolute Größe des Palladiummarktes hilfreich. Nach vorläufigen Schätzungen des US Geological Survey (USGS) betrug die globale Minenproduktion von Palladium im letzten Jahr 210 Tonnen, was einem Rückgang gegenüber der Förderung von 227 Tonnen im Jahr 2019 entsprach.

Dies zeigt, wie extrem klein der Palladiummarkt im Vergleich etwa zu Gold oder Silber ist. Diese geringe Verfügbarkeit in Verbindung der steigenden Nachfrage im Zuge des weltweiten Dieselskandals erklärt einen großen Teil des sehr starken Anstieges von Palladium.

Nun wird es aber spannend. Denn ein Blick auf die Marktgröße von Platin zeigt, dass diese nochmals deutlich kleiner ist! So zeigen vorläufige Daten der USGS für Platin im Jahr 2020 eine weltweite Minenförderung von 170 Tonnen, was einem Rückgang von 9 % gegenüber 2019 entsprach, als die Minenförderung 186 Tonnen betrug.

Platin hatte massiv unter dem ,,Dieselgate‘‘ gelitten, was auch die vergleichende Entwicklung beider Schwestermetalle in Chart 2 zeigt.

 

 

Im Zuge der politisch verstärkten Anstrengungen zur Vergrünung der Weltwirtschaft schätzt nun aber der World Platinum Investment Council WPIC), dass sich die Platinnachfrage des Automobilsektors im laufenden Jahr nicht nur seinem Niveau vor der Corona-Krise annähern wird, sondern dieses sogar um 5 % übersteigen dürfte. Diese soll damit 2021 um 25 % auf fast 3 Mio. Unzen steigen.

Mit dem neuen Allzeithoch von Palladium in dieser Woche ist auch die Preisdifferenz zu Platin wieder deutlich angestiegen und damit auch der preisliche Substitutionsdruck!

Der WPIC weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ein Gramm Platin fast denselben katalytischen Effekt wie ein Gramm Palladium besitzt. Bei derzeit produzierten Fahrzeugen seien die Substitutionsfortschritte allerdings langsam. Der WPIC schätzt allerdings unter Berufung auf industrielle Quellen, dass bis zum Jahr 2025 die Platinnachfrage aus der Substitution von Palladium auf bis zu 1,5 Mio. Unzen steigen könnte.

 

Und was ist das Fazit?

 

Die industriellen Perspektiven von Platin verbessern sich durch die ,,Vergrünung‘‘ der Weltwirtschaft weiter und treffen dabei auf einen physisch kleinen Markt. Die Substituierbarkeit des teureren Palladiums durch das deutlich preiswertere Platin impliziert einen steigenden Substitutionsdruck aus Palladium. Hinzu kommt eine geringe Preiselastizität der Nachfrage. Sollte in dieser Gleichung nun auch noch die vom WPIC geförderten Initiativen zur stärkeren Nutzung von Platin als Investment-Metall signifikante Wirkung zeitigen, dürften dem Platinpreis noch einige interessante bevorstehen. Wir haben bereits frühzeitig auf diese Konstellation hingewiesen und die Platin-Minenunternehmen zu einem Schwerpunkt des Themendepots Edelmetalle gemacht.

 

23.04.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)