als .pdf Datei herunterladen

Warner Bros stimmt der Übernahme durch Paramount zu, was von vielen Beobachtern nicht unbedingt mit Begeisterung gesehen wird

Das letzte Wort ist in Sachen Warner Bros noch nicht gesprochen

NTG24 - Warner Bros stimmt der Übernahme durch Paramount zu, was von vielen Beobachtern nicht unbedingt mit Begeisterung gesehen wird

 

Nachdem Netflix eine Erhöhung seines Übernahmeangebots für Warner Bros ablehnte und sich damit aus dem Bieterwettstreit verabschiedete, scheint nun für Paramount der rote Teppich ausgerollt zu werden. Zum Wochenende ließ Warner Bros wissen, eine Übernahme-Vereinbarung mit Paramount unterzeichnet zu haben. Jene beläuft sich auf ein Volumen von insgesamt 111 Milliarden US-Dollar.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeIm Vorfeld ließ Paramount nichts unversucht, um Netflix auszustechen und einen eigentlich bereits ausgehandelten Deal noch ins Kippen zu bringen. Mehrfach wurde das eigene Angebot für Warner Bros (US9344231041) nachgebessert. Jenes umfasst, anders als bei Netflix, auch die TV-Sparte mit dem Nachrichtensender CNN. Letzteren würde vor allem US-Präsident Donald Trump gerne in neuen Händen sehen, da er sich bislang über eine zu kritische Berichterstattung seiner Person gegenüber beklagt.

Beobachter fürchten nun, dass mit Paramount als Eigner CNN gewissermaßen auf Linie gebracht werden könnte. Etwas ähnliches ließ sich bereits beobachten, nachdem sich Paramount CBS News einverleibte. Dort wurde die konservative Journalistin Bari Weiss als Chefin installiert und seither berichtet der Sender freundlicher als in der Vergangenheit über Trump und dessen Politik. Setzt Paramount diesen Kurs fort, würde neben dem Medienimperium von Fox-Chef Rupert Murdoch möglicherweise der zweite und noch größere rechte Mediengigant entstehen.

 

 

 

Warner Bros wird verwöhnt

 

Ganz in trockenen Tüchern ist die Übernahme von Warner Bros allerdings noch nicht, auch wenn sich alle Beteiligten nun einig zu sein scheinen. Zweifel meldete der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta an. Via dem Kurznachrichtendienst „X“ ließ jeder wissen, dass die Übernahme noch vor einer Wettbewerbsprüfung stehe. Ein negatives Urteil könnte die Übernahme noch zum Platzen bringen.

Anzeige:

Banner TradingView

 

Risiken entstehen dadurch vor allem bei Paramount. Warner Bros hingegen scheint so oder so als Sieger aus der Angelegenheit herauszugehen. Eine milliardenschwere Konventionalstrafe an Netflix überweist Paramount. Sollte der nun verhandelte Deal nicht zustande kommen, wurde Warner Bros eine Ausgleichszahlung von sieben Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Außerdem sollen nach Ende September den Warner-Bros-Aktionären 0,25 Dollar je Aktie für jedes Quartal überwiesen werden, in dem das Closing noch nicht erfolgen konnte.

Trotz solcher Geschenke sind die Anleger von Warner Bros aber erst einmal etwas enttäuscht darüber, dass der Bieterwettstreit zu seinem Ende findet und dadurch der Unternehmenswert nicht noch weiter in die Höhe getrieben wird. Die Aktie gab am Freitag um 2,2 Prozent auf 28,17 Dollar nach und liegt damit nun sogar ein gutes Stück unter dem Paramount-Gebot von 31 Dollar je Aktie. Ob sich darin auch bereits Zweifel daran erkennen lassen, dass der Deal einer kartellrechtlichen Prüfung standhalten wird, sei dahingestellt.

 

Es bleibt spannend

 

Auf den ersten Blick scheint es, als würde die Medienlandschaft in den USA sich weiter nach rechts verschieben. Dieser Prozess wird von der Ellison-Familie, die enge Verbindungen zu Donald Trump pflegt, mit viel Geld vorangetrieben. Sollte die Übernahme von Warner Bros über die Bühne gehen, bekommen wir vielleicht in Zukunft Cartoons mit Bugs Bunny kredenzt, in denen über angeblich gestohlene Wahlen im Jahr 2020 und weitere Verschwörungsmythen fabuliert wird, wie es sie heute schon bei Fox News zu hören gibt.

Allerdings verschiebt sich bei den Medien noch sehr viel mehr als nur die Eigentümerverhältnisse. Das klassische, lineare Fernsehen ist weiter auf dem Rückzug. Streaming hingegen wächst Quartal für Quartal und wird das Fernsehen früher oder später einholen. Dort bleibt Netflix der Platzhirsch und auch nach einer möglichen Fusion von Paramount und Warner Bros ein nicht zu unterschätzender Gegenspieler. Der Streaming-Gigant kündigte bereits an, nun noch stärker in Eigenproduktionen zu investieren. Außerdem dürfen die Anleger dort sich über die Wiederaufnahme eines Aktienrückkaufprogramms freuden.

Anzeige:

Banner MünzManufaktur Goldbarren

 

Warner Bros. Discovery-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten Warner Bros. Discovery-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Warner Bros. Discovery-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu Warner Bros. Discovery - hier weiterlesen...

 

02.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)