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Marktbericht Gold – Blinken für die Ausfahrt aus der Bodenbildung

Die Handelswoche in Gold vom 20.07. – 24.07.2026

NTG24 - Marktbericht Gold – Blinken für die Ausfahrt aus der Bodenbildung

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Die geopolitische Eskalation setzte sich auch in der abgelaufenen Handelswoche weiter fort und hielt das Anlegersentiment weiter unter Druck. Der Ölpreis und die Renditen der langlaufenden öffentlichen Anleihen legten auf beiden Seiten des Atlantiks weiter zu, während der japanische Yen auf ein neues 40-Jahres-Tief zum US-Dollar fiel. Der Goldpreis feilte in diesem Umfeld ohne Eile weiter an seinem charttechnischen Kursboden und wartet darauf, aus seiner Konsolidierung wachgeküsst zu werden.

In der abgelaufenen Handelswoche eskalierte die geopolitische Situation weiter und hinterließ an den Finanzmärkten entsprechende Spuren. Die Kämpfe am Persischen Golf weiteten sich aus, die Drohungen von US-Präsident Trump wurden stärker, und das Sentiment für ,,Risk-on-Assets‘‘ fiel weiter. Die großen US-Aktienindizes gaben weiter nach, und der Ölpreis sprang im Wochenvergleich nochmals deutlich nach oben, diesmal um 10,6 %! Gleichzeitig stiegen die Renditen öffentlicher Anleihen in den USA, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und auch der Schweiz weiter an. Damit blieb auch in dieser Woche die Korrelation von großen Aktienindizes mit langlaufenden Anleihen positiv. Die Konsequenzen für Gold (TVC:GOLD) in einer globalen strategischen Asset Allokation haben wir im Zürcher Trend vom Juli detailliert dargelegt.

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Droht kalter Seitenwind an den Devisenmärkten?

 

Und noch etwas sollte man vor dem Hintergrund hochgradig verflochtener Kapitalmärkte zur Kenntnis nehmen: Der japanische Yen fiel gegen den US-Dollar im Wochenverlauf auf 163,99 Yen je US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit November 1986! Was nun zumindest aus charttechnischer Sicht passieren könnte ist eine gespiegelte Aufwärtsbewegung, die der Abwärtsbewegung von Februar 1985 bis Mai 1986 entspricht. Damals stieg der Yen gegen den US-Dollar von 263,50 Yen auf 161,15 Yen. Dies entspricht einem Verlust des US-Dollar in Yen von 38,8 % in 15 Monaten. Sollte dieser Fall eines schnell und stark abwertenden Yen eintreten, ist mit zusätzlichen Turbulenzen sowohl an den Devisenmärkten als auch bei den Edelmetallen zu rechnen. Denn für Investoren mit japanischen Yen als Bilanzwährung sendet dieses charttechnische Szenario massive Signale, sich einer Abwertung des Yen durch den Kauf von nicht in Yen denominierten Vermögenswerten zu entziehen.

Gold konnte sich in der abgelaufenen Handelswoche leicht erholen, legte von 4.017,31 USD auf 4.052,84 USD zu und schloss damit im Wochenvergleich 0,9 % höher.

Chart 1 zeigt nun die Entwicklung auf Monatscandle-Basis. In ihm sind die Fibonacci-Retracements seit dem Zyklustief im September 2022 markiert.

 

Gold / US-Dollar Monatscandle

 

Ein näherer Blick auf die wichtigsten Fibonacci-Retracements zeigt nun, dass Gold im März 2026 fast bis auf sein 61,8 %-Retracement (ca. 4.083,13 USD) gefallen ist, sich dann aber nochmals erholen konnte. Gleichwohl tropfte der Goldpreis seither weiter ab und unterschritt das 61,8 %-Retracement schließlich am 10.06.2026.

Dies führt nun dazu, dass aus Fibonacci-Perspektive einen Test des 50 %-Retracements erwarten kann, welches bei rund 3.612 USD liegt.

Damit steht dem in Chart 3 und 4 gezeigten Kursboden ein struktureller Faktor entgegen. Zwar weiß derzeit niemand wirklich, ob es nochmals zu einer deutlichen Abwärtsbewegung kommt. Jedoch sollte man aus Fibonacci-Perspektive in diesem Fall den Bruch der Unterstützung vom 28.10.2025 erwarten, die bei 3.886,46 USD liegt.

Der potenzielle Bruch dieser statischen Unterstützung wäre allerdings auch der Stoff, aus dem eine klassische Bärenfalle gemacht wird.

 

Woher könnte dieser Impuls technisch kommen?

 

Chart 2 zeigt nun im oberen Teil den Goldpreis auf Tagescandle-Basis und im unteren Teil den Stochastik RSI.

 

Gold / US-Dollar mit Stochastik RSI

 

Im oberen Teil sind die mittelfristige Abwärtstrend-Linie (fallende Gerade) und die erwähnte Unterstützung vom 28.10.2025 als gestrichelte Horizontale markiert.

Im unteren Teil, dem Stochastic RSI, sind die wichtigsten Zeitpunkte markiert, in denen der die schnelle Linie (blau) die langsame (orange) von oben nach unten schneidet. Diese Zeitpunkte sind mit einer gestrichelten roten Vertikalen markiert.

Nun können Sie sich selbst ein Bild vom charttechnischen Nutzen dieses Indikators im letzten halben Jahr machen. Auch wenn nicht alle dieser Schnittpunkte markiert wurden, so ist jedoch deutlich zu erkennen, dass nach den jeweiligen Zeitpunkten in der ganz überwiegenden Zahl ein Abwärtsimpuls in der Kursgrafik generiert wurde.

Hinzu kommt, dass die schnelle Linie im Wochenverlauf den überkauften Bereich berührte und die langsame sich nun kurz vor dem Eintritt in diesen Bereich befindet. In der Summe weist die aktuelle Indikatorkonstellation des Stochastic RSI auf ein erhöhtes Risiko eines erneuten Abwärtsimpulses hin!

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Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, woher nun die Dynamik für den Abschluss der Bodenbildung kommen soll. Ein Blick auf Chart 3 zeigt eine Quelle für Zuversicht.

 

Gold / US-Dollar Tagescandle

 

Denn der hier im Tagescandle-Chart eingetragene mittelfristige Abwärtstrend wurde in dieser Woche mehrfach überwunden (siehe orangener Kreis). Allerdings fiel der Kurs in der zweiten Wochenhälfte wieder darunter. Vor dem Hintergrund eines Sammelsuriums von statischen und dynamischen Widerständen, die der Goldpreis bei einem Trendwechsel vor sich hat, ist dieser Rückfall aber keine Überraschung. Die Umsätze waren dabei insgesamt noch gering.

Auch hier lohnt sich noch ein näherer Blick auf die Entwicklung auf 4-Stunden-Basis in Chart 4.

 

Gold / US-Dollar Vier-Stunden-Chart

 

In ihm wird in dem kleineren orangenen Kreis sichtbar, dass Gold sich am Freitag letzter Woche vor seinem stärkeren Aufwärtsimpuls über seinem bisherigen Korrekturtief vom 30.06.2026 halten konnte. Damit erfüllt die bisherige Konsolidierung bei Gold die typisierte Chartregel, das in besten Fall bei der Ausbildung eines Doppelbodens der zweite Teilboden höher liegt als der erste Teilboden.

Außerdem ist in Chart 4 nicht nur der schon in Chart 2 markierte mittelfristige Abwärtstrend, sondern auch noch der kürzere, im Zwischenhoch vom 29.05.2026 beginnende, steilere Abwärtstrend markiert. Dieser wurde nun in der abgelaufenen Woche auf dieser kleineren Zeitskala auch auf Schlusskurs-Basis überwunden.

Damit hat Gold auf Tagesbasis noch kein Kaufsignal nach dem Bruch des mittelfristigen Abwärtstrends generiert, auf 4-Stunden-Basis dagegen schon.

Diese ambivalente Indikatoren-Lage in Kombination mit dem Stochastic RSI und den Fibonacci-Retracements verdeutlicht die Komplexität einer Bewertung.

 

Was kommt nächste Woche?

 

Der Goldpreis hat in dieser Woche erste handfeste Signale für den Abschluss seiner Bodenbildung generiert. Für das Überwinden des längeren Abwärtstrends hat die Energie zwar noch nicht gereicht. Gleichwohl erhält Gold aus seiner immer klareren Bodenstruktur einige Kraft, welche im besten Fall in der kommenden Handelswoche dafür reicht, auch die größere Abwärtstrend-Linie auf Tagesschlusskurs-Basis zu überwinden.

Jedoch gehört auch ein neuer starker Abwärts-Impuls ins Reich des Möglichen! Denn wie anhand des Yen-Szenarios dargelegt wurde, kann eine deutliche Aufwertung des US-Dollars insgesamt zu neuem Verkaufsdruck auf Gold führen. Dass dies auch charttechnisch nicht so weit hergeholt ist, zeigt die aktuelle Lage des Goldpreises zwischen dem 61,8 %- und 50 %-Fibonacci-Retracement.

Bis auf Weiteres gilt deshalb: Der Optimismus für den Goldpreis ist berechtigt, jedoch bleibt Vorsicht die Mutter der Porzellankiste!

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25.07.2026 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

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