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BÖRSE TO GO - mit Wirecard, Siemens Healthineers und Stabilus

Hin und her

NTG24 - BÖRSE TO GO - mit Wirecard, Siemens Healthineers und Stabilus

 

Guten Tag,

die Börsen bemühen sich, die Lage richtig einzuschätzen. Dies fällt sichtlich schwer, denn die Meinungen über Wirkung, Folgen und Ende des Coronavirus driften sehr stark auseinander. Wie immer wird die Lautstärke der Geräuschkulisse auf ein Maximum gedreht, denn jede Nachricht jeder Art bewirkt Aufmerksamkeit und in der digitalen Welt eben auch „Clicks“ – die Währung des Internets.

Sie wissen: Üblicherweise dauert es einige Wochen, ehe ein Eingrenzen oder gar Ende der Verbreitung definiert werden kann. Experten gehen von 14 Tagen aus. Sollte sich dies bestätigen, werden die Märkte versuchen, sich diesem Verlauf langsam anzunähern. Dies wird üblicherweise von relativ hohen Schwankungen begleitet. Jeder Tag, fester oder schwächer, sollte also immer im Kontext bewertet werden. Ohnehin gilt: Solange auch die Berichtssaison nicht beendet ist, ist das Tagesgeschehen ein Wechselbad der Gefühle.

Die Markttechnik hilft dabei. In allen Fällen nehmen wir die 200-Tagelinien als Orientierung. Üblicherweise wird diese im Rahmen einer gesunden Korrektur einmal von oben getestet. Sie definiert den Trend und solange diese dann nicht durchbrochen werden, ist die Welt noch in Ordnung. Und bis das der Fall wäre, ist es sinnvoller, den Blick auf die Einzelwerte zu legen und nicht auf die dickste Corona-Schlagzeile.

 

WIRECARD legt Termin fest

 

Zum Wochenbeginn steht wieder einmal WIRECARD im Fokus des Interesses. Dabei nicht nur allein, sondern auch die gesamte Branche der Zahlungsdienstleister. Denn wie bekannt wurde, will der französische Konkurrent WORDLINE seinen heimischen Konkurrenten INGENICO für insgesamt 8,65 Milliarden Euro übernehmen. Ein Großteil des Kaufpreises soll dabei mit eigenen Aktien bezahlt werden. Ob der Zusammenschluss zustande kommt, bleibt natürlich in diesem Stadium noch unklar. Denn erst müssen die Aktionäre von INGENICO zustimmen. Denen könnte die angebotene Prämie von 24% zu klein sein. Dennoch:

Auch für WIRECARD wäre dieser mögliche Zusammenschluss ein wichtiger Aspekt. Denn er zeigt erneut die starken Konsolidierungstendenzen in der Branche. Das könnte den Druck auf WIRECARD erhöhen, selbst hier aktiv zu werden. Allerdings dürfte das wohl nur dann gelingen, wenn man die bekannten Baustellen (Manipulationsvorwürfe etc.) endgültig ausräumen könnte. In diesem Zusammenhang:

Mit dem Start in die neue Börsenwoche bekommt der Markt von WIRECARD auch ein wichtiges Datum geliefert. Denn am Valentinstag in knapp 14 Tagen will WIRECARD die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlichen. Vorstandschef Markus Braun himself war es, der über Twitter dieses Datum bekannt gab und gleichzeitig erklärte, dass man mit den Zahlen nicht enttäuschen werde. Hier wird also viel Erwartungshaltung aufgebaut. Und noch mehr:

Denn auch, wenn offiziell damit gerechnet wird, dass der Abschlussbericht der derzeitigen Sonderprüfung durch KPMG erst am Ende des ersten Quartals vorgelegt wird, könnte der Termin für die Berichtsvorlage auch bedeuten, dass hier dann sogar erste Ergebnisse aus dem Untersuchungsbericht gemeldet werden. Denn der Termin für die Berichtsvorlage ist zwei Wochen später als in den vergangenen Jahren üblich.

Bei dieser Vielzahl an Möglichkeiten und Spekulationen ist es natürlich recht einsichtig, dass die Aktie von WIRECARD zwar unter großer Anspannung steht, aber keine tatsächliche Tendenz aufweist. Zumindest heute Vormittag schwankt sie zwischen kleinen Verlusten und kleinen Gewinnen, also ohne jegliche Trendaussage. Wir würden dazu raten, hier erst mal das sprichwörtliche Pulver trocken zu halten.

 

Kursverlauf Wirecard

 

SIEMENS HEALTHINEERS im Ausverkauf

 

Konkrete Zahlen gab es bereits von SIEMENS HEALTHINEERS. Diese stießen allerdings am Markt auf wenig Gegenliebe. So verbuchte das Medizintechnik-Unternehmen im vergangenen Quartal einen bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) von 484 Millionen Euro, ein Rückschritt von 11% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allerdings waren die Ursachen dafür im Markt schon weitestgehend bekannt und drehen sich insbesondere um die Einführung der neuen Diagnostikplattform Attelica.

Für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 hat SIEMENS HEALTHINEERS seine bisherige Gewinnprognose bestätigt. So soll der bereinigte Gewinn je Aktie um 6-12% zulegen können, während das Umsatzwachstum bei 5-6% Plus erwartet wird. In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres konnte auf vergleichbarer Basis ein Zuwachs um 5,5% gemeldet werden. Indes:

Auch wenn die Zahlen insgesamt also keine so großen Überraschungen lieferten, liegt die Aktie heute mit knapp 4% im Minus. Damit ist die Unterstützungszone bei rund 41,80 Euro signifikant nach unten durchbrochen worden. Immerhin hält jetzt noch die Unterstützung im Bereich von 38,70 Euro. Insofern würden wir aktuell noch zum Halten raten. Ein Dip unter die letztgenannte Unterstützung würden wir allerdings als Verkaufssignal werten.

 

Kursverlauf Siemens Healthineers

 

STABILIUS nicht stabil

 

Und noch eine Nachricht aus dem Bereich der Automobilzulieferer. Die jüngsten Quartalsergebnisse beim Zulieferer STABILUS zeigen eine fortgesetzte Schwäche des Geschäftes. Der Spezialist für Gasdruckfedern und hydraulische Dämpfer konnte zwar im vorgelegten Berichtszeitraum Oktober bis Dezember 2019 eine Umsatzsteigerung um 2,8% auf 241,4 Millionen Euro ausweisen. Allerdings dies hauptsächlich dank Übernahme- und Währungseffekten. Der bereinigte Gewinn auf Basis EBIT ging dagegen um 3% auf 30 Millionen Euro zurück. Die entsprechende Marge verschlechterte sich auf 13% nach 13, % im Vorjahreszeitraum.

Vor allem diese Tatsache kommt am Markt nicht gut an. Denn einige Analysten hatten hier sogar mit einer Margenausweitung auf bis zu 14,4% gerechnet. Das bringt nun auch die Aktie in eine knifflige Lage. Der Chart zeigt ganz klar die Korrekturansätze. Hier würden wir auf den Bereich von 52,70 Euro orientieren. Ein Rückgang unter dieses Niveau wäre für uns ebenfalls ein Verkaufssignal.

 

Kursverlauf Stabilus

 

03.02.2020 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 

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