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BÖRSE TO GO - mit Strategiehinweisen, TUI und Givaudan

Wie kann die Wirtschaft wieder "gestartet" werden?

 

Guten Morgen,

in den kommenden Wochen wir der Neustart der Weltwirtschaft die Schlagzeilen ergänzen und in den Mittelpunkt rücken. Immerhin geht es um einen historisch einmaligen Einbruch von ungeahnter Größe, denn wo alles geschlossen ist, kann natürlich auch nichts geschaffen werden. Und da es kein historisches Vorbild gibt oder ein Plan dafür, wie eine Wirtschaft auf „Reset“ gestellt werden kann, wird es vermutlich ein langsames Hochfahren sein. 

Dabei ist der Umstand, dass China uns in der Krise zwei Schritte voraus ist, sicher ein Vorteil, aber einer, der zu denken gibt. Bleibt China uns jetzt immer voraus? Und wenn ja, was bedeutet das? Wir können uns nicht vorstellen, dass es im zweiten Halbjahr eine Rückkehr zur alten Normalität gibt, sondern es vielmehr eine Ordnung gibt, in der zahlreiche Weichen gestellt werden. Wer die Verlierer und wer die Gewinner sein werden, ist derzeit noch nicht erkennbar.

Das gilt auch für die Börse. Denn schon jetzt ist zu erkennen, dass es Unternehmen geben wird, die gestärkt aus der Krise kommen (z.B. Gaming, Onlinedienste, Gesundheit & Ernährung, Pharma, IT) und andere, die in diesem Jahr vor entscheidenden Wachstumsfragen stehen (Reise & Touristik, Industrie, Handel & Auto). Wer in diesem Jahr deutliche Verluste im Gehalt verbucht oder seinen Job verloren hat, der geht nicht auf Reisen, kauft kein neues Auto oder das neuste vom Neuen. Es wird eine Weile dauern, bis die Zuversicht und das Vertrauen der Bürger wieder hergestellt ist, und die Brücke gilt es zu überwinden.

 

Wo zu investieren ist

 

Das erleichtert die Investitionsentscheidungen auf dem Parkett erheblich, denn die Auswahl der in Frage kommenden Aktien kann klar unterteilt werden in 1.) Aktien mit intakter Story, 2. unterbewertete „Value“-Aktien, und 3. Corona-Turnaround-Spekulationen. Die ersten sind die solidesten, die zweiten die berechenbarsten und die dritten die aufregendsten mit Gewinnpotenzialen im dreistelligen Bereich. In unseren Börsenbriefen. „Zürcher Trend“ und „Zürcher Finanzbrief“ haben wir vor Wochen begonnen, diese Listen aufzufüllen und unsere Musterdepots wieder aufzubauen und liegen mittlerweile vorn. Bestellen Sie in unserem Shop ein kostenloses Probeabo, um dabei zu sein.

Von Unternehmensseite her ist die Nachrichtenlage derzeit recht ausgedünnt. Was auch kaum verwundert. Denn kurz vor dem offiziellen Einstieg in die Berichtssaison wollen sich die wenigsten Vorstände aus dem Fenster lehnen, zumal es ja auch bei vielen die sogenannte Quiet Period gibt, wo man vor der Zahlenvorlage nichts zu den Ergebnis mehr sagen darf. Dennoch gibt es den einen oder anderen Anhaltspunkt, der unsere Spekulation, wie eben dargestellt, unterstützt.

 

TUI bekommt Geld

 

So beispielsweise bei TUI, die wir natürlich klar in den Bereich der Corona-Turnaround-Spekulationen einordnen. Wir hatten schon darüber berichtet, dass der Touristikkonzern mit der KfW einen Überbrückungskredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro vereinbart hat. Nun konnte das Unternehmen Vollzug und Unterschrift unter den Kreditvertrag melden. Damit verfügt TUI über rund 3 Milliarden Euro Liquidität.

Eine gute Basis, aber natürlich abhängig davon, wie lange die derzeitige Krise tatsächlich dauert. Wie der Touristik-Konzern schon mitgeteilt hatte, war man eigentlich in die Buchungssaison für den Sommer sehr stark gestartet. Nun hängt es davon ab, wie lange Ausgangs- und Reiserestriktionen anhalten. Sind diese in ein, zwei Monaten vom Tisch, könnte zumindest ein Großteil des Sommergeschäftes gerettet werden. Wenn nicht, dürfte es sicherlich nochmals eng werden. Insgesamt gilt nach wie vor unsere Einschätzung: TUI gehört zu den spekulativsten, in der möglichen Performance aber auch attraktivsten Werte, die es derzeit zu kaufen gibt. Man sollte sich allerdings des hohen Risikos bewusst sein.

 

Chart TUI

 

GIVAUDAN mit positiver Überraschung

 

Ein überraschend positives Zwischenergebnis zum ersten Quartal konnte der Schweizer Duftstoff- und Aromenhersteller GIVAUDAN präsentieren. Überraschend deshalb, weil durch die Schließung zahlreicher Parfümerien, insbesondere auch auf Flughäfen, eigentlich das Geschäft mit Duftstoffen unter der Corona-Krise deutlich leidet. Doch GIVAUDAN konnte dies insbesondere durch seine Aroma-Sparte, die beispielsweise Zutaten für Snacks und verpackte Lebensmittel liefert, mehr als kompensieren. So erreichte das Schweizer Unternehmen in den ersten drei Monaten ein Umsatzwachstum um 6,1 % auf 1,62 Milliarden Franken. Bereinigt betrug das Plus immer noch 5,4 %. Damit schnitt man besser ab als vom Markt erwartet.

Und auch die Perspektive ist positiv. So wurden die Mittelfristziele nochmals bestätigt, die ein durchschnittliches Umsatzwachstum pro Jahr um 4,5 % in Aussicht stellen. Als i-Tüpfelchen bestätigte GIVAUDAN dann auch noch die bislang vorgeschlagene Dividende von 62 Franken je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019. Das entspricht einer Dividendenrendite von knapp 2 %. Für Schweizer Verhältnisse durchaus ansprechend.

Fazit: Zwar muss die Aktie von GIVAUDAN heute im einem allgemein schwächeren Umfeld ebenfalls eine Abgabe von knapp ein Prozent hinnehmen. Doch mit den Zahlen und dem bestätigten Ausblick hat sich der Wert eindeutig für eine Kaufempfehlung qualifiziert.

 

Chart Givaudan

 

08.04.2020 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 









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