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BÖRSE TO GO - mit Tesla, Aixtron und Nokia

Wer kann in den Erwartungen überzeugen?

 

Guten Morgen,

heute stehen die Autobauer und die EZB im Mittelpunkt des Geschehens. Beides dürfte dazu beitragen, das Stimmungsbild aufzuheitern. VW zeigte bereits am Morgen, dass es trotz aller derzeitigen Konjunktursorgen auch Grund gibt, entspannt in die Zukunft zu blicken. VW hat inmitten der Branchenflaute ein gutes zweites Quartal hinter sich und mehr Gewinn erzielt als erwartet. Im Vorjahresvergleich kletterte der Umsatz trotz geringerer Auslieferungen um 6,6 % auf 65,2 Milliarden Euro. Gelingt vor diesem Hintergrund der Ausbruch bei 160 Euro, stehen 180 Euro als nächstes Kursziel im Raum. Unser VW-Comeback gewinnt damit weiter an Kontur, obwohl dieser eigentlich auf die E-Strategie ausgerichtet ist, welche Ende des Jahres gestartet wird.

Die Enttäuschungskurse bei TESLA nehmen wir indes zum Anlass, noch einmal zuzugreifen. TESLA hatte mehr Verlust als erwartet berichtet und auch beim Umsatz die Erwartungen leicht verfehlt. Dennoch ziehen die verkauften Stückzahlen weiter an und auch die Liquiditätslage hat sich verbessert. Doch verfehlte Erwartungen führen in dieser Berichtssaison immer zum gleichen Ergebnis: Abstrafung im Kurs, im Fall von TESLA gleich mal -10 %. Wir gehen später am Tag noch einmal gesondert auf TESLA ein.

 

Weitere Tech-Zahlen

 

Und noch eine Enttäuschung von der Wall Street: PAYPAL enttäuschte seine Anleger mit einer Senkung der Erwartungen. Statt Erlösen von bis zu 18,1 Milliarden Dollar erwartet PAYPAL jetzt nur noch maximal 17,8 Milliarden Dollar. Gleichzeitig können die Zahlen für das zweite Quartal aber auch überzeugen: Dank eines weiterhin boomenden Online-Handels verbesserte sich der Umsatz im Jahresvergleich um 12% auf 4,3 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn kletterte sogar um 56 % auf 823 Millionen Aber wie schon mehrfach von uns angekündigt: Die Vergangenheit zählt nicht, sondern nur die Erwartungen. PAYPAL kommt unter verschärfte Beobachtung.

Weiter von der Wall Street: FACEBOOK hat die Rekord-Datenschutzstrafe in den USA mit Leichtigkeit weggesteckt und für das zweite Quartal einen Gewinn von gut 2,6 Milliarden Dollar berichtet. Weitere 2 Milliarden Dollar wurden als Belastung aus den Datenschutz-Ermittlungen der US-Behörde FTC verbucht. Auch beim Umsatz liegt FACEBOOK auf Kurs: +28% auf 16,6 Milliarden Dollar wurden an der Börse mit 2% Kursgewinne belohnt. Allerdings: FACEBOOK verliert aufgrund der Datenschutzthematik bei den Nutzerzahlen. FACEBOOK bleibt aber auch bei uns ein Kauf, nicht zuletzt wegen der Fantasie um die geplante Krypowährung Libra.

 

NOKIA als Kontrastprogramm

 

Europa liefert gegenüber der gestrigen Wall Street heute ein kleines Kontrastprogramm. Was auch mit der Erwartung zusammenhängt, dass man von Seiten der EZB heute entsprechende Signale zu einer erneuten Lockerung der Geldpolitik zu hören bekommt. Darüber hinaus können heute einige Unternehmen mit überraschend guten Zahlen überzeugen. Das gilt insbesondere für die finnische NOKIA, die bekanntlich im vergangenen Quartal noch enttäuschte, diesmal faktisch eine 180-Grad Wende ablieferte.

Denn inzwischen profitiert auch NOKIA als Netzwerkausrüster von den steigenden Investitionen in 5G-Mobilfunknetze. Wie das Unternehmen bekannt gab, konnte der Umsatz um 7 % auf 5,7 Milliarden Euro verbessert werden, der bereinigte operative Gewinn legte sogar um 35 % auf 451 Millionen Euro zu. Beides Werte, die deutlich über den Markterwartungen lagen.

Dass der Konzern unter dem Strich immer noch in der Verlustzone bleibt, tangiert den Markt heute nicht. Denn dies ist insbesondere auf die zusätzlichen Kosten aus dem immer noch laufenden Sanierungsprogramm zurückzuführen. Aus charttechnischer Sicht wird es jetzt besonders spannend, da es der Aktie heute bislang gelingt, sowohl die 200- als auch die 100-Tage-Linie nach oben zu überwinden. Sollte es Nokia bewerkstelligen, dies bis zum Handelsende durchzuhalten, bestünde eine gute Voraussetzung, dass die Rallye weitergeht in Richtung des bisherigen 12-Monats-Hochs bei 5,74 Euro.

 

Kursverlauf Nokia

 

MTU erhöht Prognose

 

Auch Deutschland hat endlich mal wieder etwas Positives zu bieten, nachdem die vergangenen Wochen ja hauptsächlich mit Gewinnwarnungen gespickt waren. Heute überzeugt der Münchner Triebwerksbauer MTU sowohl mit dem Halbjahresbericht als auch insbesondere mit seinem Ausblick. Im zweiten Quartal wies das Unternehmen zwar einen Umsatzrückgang um 2 % auf 1,1 Milliarden Euro aus. Doch im ersten Quartal hatte MTU bekanntlich einen deutlichen Sprung gemacht. Wichtiger für den Markt ist die Ertragssituation. Hier konnte das bereinigte EBIT um 11 % auf knapp 178 Millionen Euro verbessert werden.

Für das weitere Geschäftsjahr sieht MTU nun eine verbesserte Profitabilität. Nach der bisherigen Zielvorgabe von 15,5 % EBIT-Marge sollen es nun rund 16 % werden. Begründet wird dies mit einem höher markigeren Produktmix und einem gut laufenden Wartungsgeschäft in China. Das honoriert auch die Börse und wir sehen uns in unserer bisherigen Empfehlung im Rahmen des Zürcher Trends bestätigt. Und noch eine Spezialität:

 

AIXTRON haussiert

 

AIXTRON hat Zahlen präsentiert. Trotz eines Umsatzrückgangs um 8 % auf 63,3 Millionen Euro und eines nahezu gleich bleibenden EBIT von 9,3 Millionen Euro konnte der Maschinenbauer damit die Analystenerwartungen signifikant schlagen. Auf dieser Basis rechnet das Unternehmen nun auch mit besseren Werten für das Gesamtjahr. So soll die EBIT-Marge bei rund 13 % liegen (vorher 15,4 %). Doch zuvor hatte AIXTRON hier noch mit einer Spanne von 8-13 % gerechnet.

Damit ist AIXTRON heute faktisch der Star an der deutschen Börse mit einem aktuellen Plus von rund 9 %, womit man auch die gleitenden Durchschnitte der letzten 200 und 100 Tage nach oben hin überwunden hat. Allerdings bleiben wir noch etwas zurückhaltend, da AIXTRON immer noch das Problem eines schwachen Auftragseingangs hat und es hier noch eine Lösung geben muss. Wir würden diesbezüglich erst einmal abwarten, ob sich der Durchbruch bestätigen lässt und peilen hier eine Investmen-Entscheidung im Bereich von 10 Euro an.

 

25.07.2019 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 









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