Starker Auftragseingang bei ASML, LVMH belässt Dividende unverändert und Fed-Sitzung voraus - BÖRSE TO GO
ASML beeindruckt beim Auftragseingang - bis zu 19 % Umsatzwachstum für 2026 avisiert
LVMH belässt die Dividende unverändert bei 13 Euro trotz eines schwierigen Geschäftsjahres. Der Luxuskonzern zeigt sich optimistisch für 2026, nannte aber keine konkrete Prognose für 2026. Wird die Fed-Sitzung ein Non-Event? Die Ökonomen erwarten einen unveränderten Dollar-Leitzins, aber der amerikanische Arbeitsmarkt braucht tiefere Zinsen.
Der Aktienhandel in Asien zeigt am Mittwoch keine Zeichen von Schwäche vor der Fed-Sitzung. Insbesondere die starke Bond-Auktion in Japan beruhigte heute die Gemüter und rückte die Gefahr einer Krise am Anleihemarkt in die Ferne. Die Benchmarks neigen am Mittwochmorgen zu deutlichen Gewinnen. Der Nikkei 225 Index schloss 0,54 % höher bei 53.623,00 Punkten und der KOSPI kletterte um 1,69 % auf 5.170,81 Punkte. Der Hang Seng Index wird zwischenzeitlich mehr als 2,5 % im Plus gesehen. Auch der Terminmarkt ist vor Eröffnung des europäischen Börsenhandels freundlich gestimmt. Der DAX-Future (März) wird 0,10 % höher bei 25.034,00 Punkten gesehen.
Die Börse Frankfurt neigte am Dienstag noch zur leichten Schwäche, am Vortag der Fed-Entscheidung. Alle deutschen Benchmarks gaben ab, wobei der TecDAX die größten Abschläge mit einem Tagesverlust von -0,46 % auf 3.712,95 Punkte sah. Die Aktien von Eckert & Ziegler (DE0005659700) führten dabei die Liste der Verlierer mit einem Verlust von -3,65 % auf 15,56 Euro an. Der MDAX gab -0,31 % auf 31.727,85 Punkte nach und der SDAX sank um -0,26 % auf 18.327,67 Punkte. Am besten verteidigte sich der DAX, der nur -0,15 % unter dem Schlusskurs vom Montag bei 24.894,44 Punkten schloss. Gefragt war insbesondere die Commerzbank (DE000CBK1001), die um 1,92 % auf 35,54 Euro stieg und damit nahe ihres 52-Wochenhoch notiert. Die Anleger spekulieren vor den Zahlen auf einen starken Netto-Zinsertrag für 2025.
In New York positionierten sich die Anleger hingegen für einen Ausbruch der Big Techs. Der Nasdaq 100 Index konnte im Vorfeld der heutigen Zahlen von Meta (US30303M1027), Microsoft (US5949181045) und Tesla (US88160R1014) knapp unter seinem Allzeithoch bei 25.939,74 Punkten (+0,88 %) schließen. Den größten Tagesgewinn fuhr LAM Research (US5128073062) ein, die um 7,00 % auf 238,46 US-Dollar sprangen. Der S&P 500 Index stieg um 0,41 % auf 6.978,60 Punkte und konnte damit bereits knapp ein neues Allzeithoch setzen, während die Blue Chips abgaben und den Dow Jones Industrial Average Index um -0,83 % auf 49.003,41 Punkte nach unten zogen. Stark wurde der Dow von United Health (US91324P1021) belastet, die nach den Zahlen und den avisierten Gesundheitsreformen -19,61 % auf 282,70 US-Dollar abgaben.
ASML beeindruckt beim Auftragseingang
Dass ASML (NL0010273215) ein starkes 4. Quartal haben wird, war erwartet worden, angesichts des AI-Booms und des akuten Mangels an Speicherchips. Dennoch beeindruckte der Zulieferer der Halbleiterbranche am Morgen mit einem Auftragseingang von 13,2 Mrd. US-Dollar, wobei mit 7,4 Mrd. Euro mehr als die Hälfte auf die High-End EUV (Extreme Ultra Violet Light) Maschinen von ASML entfallen, deren Leistungen kein anderer Mitbewerber erreicht. Das Auftragsbuch der Niederländer schwoll damit zum Jahresende auf 38,8 Mrd. Euro an. Insgesamt konnte man im Dezember-Quartal einen Umsatz von 9,7 Mrd. Euro und eine Rohertragsmarge von 52,2 % erreichen, woraus nach Steuern ein Gewinn von 2,8 Mrd. Euro wurde. Der Gewinn blieb leicht unter den Erwartungen der Analysten. Für das laufende Quartal kündigte man eine Umsatzspanne von 8,2 bis 8,9 Mrd. Euro und eine vergleichbare Rohertragsmarge wie im Vorquartal an. Für das gesamte Geschäftsjahr stellt man den Aktionären ein Umsatzwachstum von bis zu 19 % in Aussicht.
LVMH belässt Dividende unverändert bei 13 Euro
Von einem starken Jahr bei LVMH (FR0000121014) zu sprechen, kommt einem bei der Betrachtung der Gewinn- und Verlustrechnung nicht in den Sinn. Der Umsatz schrumpfte im Jahr 2025 um -5 % auf 80,81 Mrd. Euro und der Gewinn gab um -13 % auf 10,88 Mrd. Euro nach. Die einzelnen Sparten zeigen alle Umsatzrückgänge, abgesehen vom Selective Retailing - dem High-End Shopping Erlebnis von LVMH - wo sich eine Stagnation ergab. Die Franzosen wurden durch eine ausgeprägte Schwäche im 1. Halbjahr und einen Devisenmarkt belastet, der gegen LVMH lief. Umso erleichterter war die Börse, dass sich der Wind im 2. Halbjahr drehte und man zumindest auf „bereinigter“ Basis 1 % beim Umsatz zulegen konnte. Wichtig war zudem, dass man die Verschuldung deutlich um -26 % von 9,2 Mrd. Euro auf 6,86 Mrd. Euro senken konnte, wozu unter anderem auch der starke operative freie Cashflow beitrug, der um 8 % auf 11,3 Mrd. Euro stieg. Für 2026 zeigt man sich optimistisch, gab aber keinerlei Details, was man konkret erwartet. Konkret wurde man hingegen bei der Dividende. Die soll unverändert bei 13 Euro je Aktie liegen und am 23. April beschlossen werden. Eine Zwischendividende in Höhe von 5,50 Euro hatte man bereits am 04. Dezember ausgeschüttet. Die Schlussdividende in Höhe von 7,50 Euro je Aktie soll dann am 30. April an die Aktionäre überwiesen werden.
Wird die Fed-Sitzung ein Non-Event?
Die Trump Administration hat der amerikanischen Notenbank in den letzten 12 Monaten stark zugesetzt. Insbesondere schimmert der Wille durch, eine umfassende Reform der Machtstrukturen durchzusetzen. Der Plan dafür wurde bereits 2024 entwickelt und der Architekt dahinter sitzt seit dem Sommer im Fed-Board. Was dem Weißen Haus jetzt noch fehlt, ist eine Mehrheit im Fed-Board, weswegen das Ausscheiden von Fed-Chair Powell im Mai entscheidend ist. Aber auch die Entlassung von Fed Gouverneur Lisa Cook, deren Fall vor dem Supreme Court derzeit gehört wird, kann wesentlich zum Kippen der Balance in der US-Notenbank beitragen. Am Abend erwarten wir die Zinsentscheidung der Notenbank um 20:00 Uhr und die Ökonomen sind sich einig, dass die Fed Funds Target Rate unverändert bleiben wird. Aktuell notiert der Dollar-Leitzins bei 3,75 % p. a. Ein Niveau, das angesichts der erhöhten Inflation gerechtfertigt ist. Andererseits neigt der amerikanische Arbeitsmarkt zur Schwäche und benötigt somit die Unterstützung der Notenbank mit tieferen Zinsen.
Tagestermine
Noch vor Börseneröffnung erwarten wir den GfK Konsumklima-Index für Deutschland im Monat Februar. Die Ökonomen erwarten, dass sich das Konsumklima von seinen tiefen Ständen auf -25,7 Punkte verbessert hat. Seit dem Ende der Merkel-Ära bewegt sich das Konsumklima in Deutschland auf Tiefstständen, wie sie seit Beginn der Kalkulation des Stimmungsindikators zur Jahrtausendwende noch nie gemessen wurden und spiegeln damit den desolaten Zustand der Verbraucher im Land wider.
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28.01.2026 - Mikey Fritz

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