Tesla bleibt in Europa im freien Fall, Volkswagen hadert mit US-Investitionen, BMW bleibt auf Erfolgskurs und Stellantis setzt auf Auto-Abos
Die E-Mobilität bleibt in Europa auf dem Vormarsch, wovon aber nicht jeder Hersteller profitiert
Allen Unkenrufen zum Trotz befindet sich die E-Mobilität in der EU weiterhin klar im Wachstum, und das in einem teils rasanten Tempo. Zwischen den einzelnen Ländern mag es drastische Unterschiede geben. So entfielen im vergangenen Jahr in Dänemark bereits 69 Prozent aller Neuzulassen auf batterieelektrische Pkw, während es in Kroatien kaum nennenswerte zwei Prozent waren. Insgesamt ist das Wachstum dennoch nicht zu leugnen.
Das zeigen die jüngst vom Herstellerverband ACEA vorgelegten Zahlen überdeutlich. Zwar erreichten Hybridautos das größte prozentuale Wachstum. Doch der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge steigerte sich um ansehnliche 30 Prozent auf 1,88 Millionen Einheiten. Der Marktanteil verbesserte sich um 5,8 Prozent und klassische Verbrenner haben das Nachsehen. Davon ist beim einstigen Vorreiter Tesla (US88160R1014) allerdings nichts zu spüren.
Die Absatzzahlen des US-Konzerns in der EU stürzten im letzten Jahr um 37,9 Prozent ab und der Marktanteil landete bei nischigen 1,4 Prozent. Bemerkbar machen sich hier zweifellos das schlechte Image von Konzernchef Elon Musk und das mittlerweile sehr betagte Modellangebot. Was davon schwerer gewichtet werden mag, sei jedem selbst überlassen. Der Absturz bei den Zulassungen ist aber nicht zu leugnen.
Volkswagen hält sich mit US-Investitionen zurück
Wer auf ein Elektroauto von Tesla im Jahr 2025 verzichtete, entschied sich stattdessen vielleicht für ein Modell von Volkswagen (DE0007664039). Die Wolfsburger konnten die Marktführung auf dem hiesigen Kontinent nicht nur bequem verteidigen, sondern auch Wachstumsimpulse liefern. Konzernweit konnten 2,99 Millionen Autos und damit wieder 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr an die Frau oder den Mann gebracht werden. Der Marktanteil wuchs bis auf 27,6 Prozent.
Dem Aktienkurs hat das gestern allerdings nicht weitergeholfen. Jener gab um 1,8 Prozent auf 102,30 Euro nach, nachdem Volkswagen-Chef Oliver Blume weitere Investitionen in den USA an niedrigere Zölle knüpfte. Das umfasse explizit auch die Pläne für ein Audi-Werk in den Vereinigten Staaten. Bei den gegenwärtigen Zöllen würden sich solche Vorhaben schlicht nicht lohnen. Damit mag Blume wahre Worte sprechen, doch die Märkte scheinen die Reaktion der US-Administration unter Donald Trump ein wenig zu fürchten.
BMW ist gefragt
Bei BMW (DE0005190003) scheint es mit der Elektromobilität ordentlich voranzugehen. Im vergangenen Jahr konnte der Konzern seine Absatzzahlen laut ACEA bereits ansehnlich steigern und die Marktanteile auf 7,1 Prozent ausbauen. Darauf aufgebaut werden soll in diesem Jahr mit dem iX3, dem ersten Fahrzeug aus der sogenannten „Neuen Klasse“. Jenes scheint sich höchster Beliebtheit zu erfreuen. Wie bei „t-online.de“ zu lesen ist, soll nahezu die gesamte Produktionskapazität für 2026 bereits ausverkauft sein.
Die ersten Autos wurden bereits an prominente Abnehmer wie den Schauspieler Christoph Maria Herbst und die Moderatorin Lena Gercke übergeben. Wahrscheinlich sollen jene noch etwas mehr die Werbetrommel rühren. Reguläre Kunden können das Fahrzeug ab Anfang März zu Preisen ab 68.900 Euro erwerben. Sollten die aktuellen Berichte stimmen, könnte es mit der Auslieferung aber noch bis ins nächste Jahr dauern. Das allerdings wäre eine Nachricht, die ganz nach dem Geschmack der Anleger sein dürfte.
Stellantis und Finn weiten Partnerschaft aus
Zu den Verlierern auf dem europäischen Markt im Jahr 2025 zählte Stellantis (NL00150001Q9), wo die Marktanteile von 16,4 auf nur noch 15,3 Prozent zurückgingen. Besserung im neuen Jahr soll wohl unter anderem ein stärkerer Fokus auf vergleichsweise junge Vertriebsarten bringen. Wie kürzlich bekannt wurde, weitet Stellantis eine Partnerschaft mit Finn aus, um künftig noch mehr der eigenen Fahrzeuge in Form eines sogenannten Auto Abos anzubieten.
Bei einem solchen Modell können Kunden Fahrzeuge auch für längere Zeit mieten, wobei die monatlichen Kosten sämtliche Punkte bis auf den Treibstoff abdecken. Um Versicherungen und dergleichen mehr müssen Verbraucher sich also, anders als beim klassischen Leasing, keine Gedanken machen. Zudem ist eine Kündigung wahlweise monatlich möglich. Wer sich länger bindet, erhält in der Regel geringere monatliche Gebühren. 11.500 zusätzliche Fahrzeuge sollen an Finn gehen. Das allein wird Stellantis allerdings auch nicht aus der Krise manövrieren. Die Aktie blieb am Dienstag trotz leichter Zugewinne angeschlagen und blickt auf ein Minus von 36 Prozent im Jahresvergleich.
Im Wachstumsmodus?
Auch wenn am europäsichen Automarkt noch lange nicht alles glänzt und Absatzzahlen allein nicht die ganze Wahrheit sprechen: grundsätzlich scheint sich das Segment nach einigen schwierigen Jahren wieder auf Wachstumskurs zu befinden. Um die Anleger nachhaltig überzeugen zu können, werden die Hersteller auch anderswo punkten und ihre Margen aufpolieren müssen. Steigende Zulassungszahlen in Europa sind aber erst einmal als ein positives Signal zu werten.
Tesla Inc.-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Tesla Inc.-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Tesla Inc.-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Tesla Inc. - hier weiterlesen...
28.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)







09.05.2026
27.04.2026
24.04.2026
24.04.2026