Pepsi&Co, Proctor&Gamble – Basiskonsum wieder im Trend
Viel spricht gegen die US-Techwerte im Jahr 2026
Zu Beginn des Jahres scheint die Sektorrotation wieder wichtiger geworden zu sein. Anleger wenden Techwerten den Rücken zu uns suchen vermehrt sichere Häfen.
Zu Beginn des Börsenjahres 2026 ist der Begriff Sektorrotation wieder salonfähig geworden. Bei einer Sektorrotation schichten Investoren ihr Kapital gezielt von einen in den anderen Wirtschaftssektor um. Die Grundidee dahinter ist, dass sich einzelne Sektoren der Wirtschaft zu unterschiedlichen Zeitpunkten besser oder schlechter entwickeln. Diese Unterschiede hängen vor allem vom wirtschaftlichen Umfeld ab, etwa von Wachstum, Inflation, Zinsniveau oder geldpolitischen Maßnahmen. Während in einer Phase kräftigen Wirtschaftswachstums zyklische Branchen wie Industrie, Konsumgüter oder Technologie häufig überdurchschnittlich performen, stehen in Abschwungphasen eher defensive Sektoren wie Gesundheitswesen, Basiskonsum oder Versorger im Fokus.
Genau diese Rotation ist aktuell vor allem in den USA erkennbar. Nach dem in den letzten Jahren die Technologiewerte das Börsengeschehen dominierten, scheinen viele Anleger in diesem Jahr zu versuchen hier die Gewinne mitzunehmen und in defensivere Bereiche zu reinvestieren. Dieses Phänomen sorgte in den letzten Wochen zu starken Rücksetzern bei den Technologiewerten und dabei spielte die Stärke des Geschäftsmodells keine Rolle, denn auch traditionelle Schwergewichte wie SAP korrigierten in den letzten Monaten stark.
Ein Grund für den Strategiewandel der Investoren ist die große Bewertungsdifferenz zwischen den Growth- und Value-Aktien. Währens selbst die günstigen Technologiewerte Kurs-Gewinn-Verhältnisse von über 30 haben sind einige Basiskonsumtitel aktuell mit einem KGV von 5 oder sogar noch geringer bewertet und damit auch historisch günstig. Zusätzlich erschwert das aktuelle Zinsumfeld das Erreichen der ambitionierten Wachstumsziele bei den Technologiewerten. Denn die Technologiewerte finanzieren die zukünftigen Gewinne häufig größten Teils durch Fremdkapital. Bei höheren Zinsen werden diese Gewinne mit einem höheren Zinssatz diskontiert und verlieren daher bei institutionellen Investoren an Attraktivität. Andersrum gewinnen dann Unternehmen mit starken aktuellen Cashflows an Bedeutung.
Basiskonsum im Fokus
Bei den Basiskonsumgüterunternehmen werden jetzt einige Aktien besonders interessant, die sich noch auf einem günstigen Bewertungsniveau befinden. Pepsi (US7134481081) ist der große Konkurrent von Coca -Cola (US1912161007). Anders als der Konkurrent besteht das Produktportfolio allerdings nicht nur aus Getränken, sondern wird auch um eine breite Palette von Snacks erweitert. Die Kombination aus Getränken und margenstarken Snacks macht das Geschäftsmodell relativ unempfindlich gegen konjunkturelle Schwankungen. Dies zeigen auch die aktuelle Geschäftszahlen. Für das Gesamtjahr erwartet Pepsi einen Umsatz von rund 97 Milliarden US-Dollar bei einem operativen Ergebnis von rund 16 Milliarden US-Dollar. Aufgrund der starken Marge und der günstigen Bewertung überzeugt die Aktie zudem mit einer hohen Dividendenrendite von 3,8 %.
Trotz der starken Korrektur in den letzten beiden Börsenjahren ist die Aktie von Pepsi noch lange kein Schnäppchen und das KGV liegt weiterhin bei knapp unter 29. Die Aktie von Pepsi ist auf dem aktuell Kursniveau bei 130 € noch weit entfernt von den Höchstständen von über 183 aus dem Mai 2023. Grund für die starke Korrektur bei Pepsi war vor allem die schwache Nachfrage in den USA, da die Verbraucher aufgrund der höheren Inflation preissensibler wurden und weniger konsumierten. Dies fiel in einen Zeitraum in der Pepsi die Preise aufgrund von höheren Produktionskosten sukzessive erhöhte. Dabei ist die Preissetzung das größte Problem, das Pepsi aktuell tangiert, denn der Konzern hat sich exzellent auf Branchentrends wie gesündere Ernährungsmuster mit einer Vielzahl von gesunden Snacks und zuckerfreien Getränken eingestellt.
Ein weiteres Unternehmen aus dem Bereich Basiskonsum was aktuell interessant sein könnte ist Proctor & Gamble (Us7427181091). In dem Produktportfolio von P&G befinden sich bekannte Marken wie Head&Shoulders, Braun oder auch Gilette. Dabei besitzt P&G in vielen Bereichen die Markenmarktführerschaft und konnte diese über einen langen Zeitraum verteidigen. Im letzten Jahr enttäuschte allerdings das marginale organische Wachstum von lediglich 2 % auf 84 Milliarden US-Dollar die Markterwartungen.
Für P&G wird 2026 allerdings ein sogenanntes Übergangsjahr, denn zum Jahreswechsel übernimmt COO Shailesh Jejurikar die Rolle des CEO, während der bisherige CEO Jon R. Moeller Executive Chairman wird. Jejurikar hat bereits im Vorfeld einige Restrukturierungsfelder verkündet und plant den Abbau von etwa 7.000 administrativen Stellen, um die Kostenbasis zu drücken und den Konzern agiler für zukünftige Portfoliooptimierungen aufzustellen. Dabei setzt P&G vermehrt auf innovative bzw. Premium-Produkte wie etwas Premium-Windeln, die eine höhere Marge besitzen und von der Konjunktur weniger beeinflusst werden.
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05.02.2026 - Christian Teitscheid

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