United Airlines kassiert die Prognose, die Lufthansa spart Kerosin, Fraport bleibt trotz Krise optimistisch und auch PepsiCo bleibt bei seiner Prognose
Unsicherheit und hohe Ölpreise lassen die Unternehmen vorsichtiger werden
Zwar kündigte US-Präsident Donald Trump letzten Endes doch noch eine Verlängerung der Waffenruhe im Konflikt mit dem Iran an. Fortschritte in den Verhandlungen lassen jedoch auf sich warten. Man scheint sich in einen Patt manövriert zu haben, aus dem es keinen schnellen Ausweg gibt. Dadurch bedingt bleibt Öl teuer und insbesondere in der Luftfahrtbranche kämpfen die Unternehmen mit unzähligen Fragezeichen.
Die hohen Kerosinpreise haben schon jetzt deutliche Auswirkungen. Genau darauf reagiert nun auch United Airlines (US9100471096). Für das vergangene Quartal konnte der Konzern noch ansehnliche Ergebnisse vorweisen. Unter anderem ging es mit dem Gewinn um satte 80 Prozent auf 699 Millionen US-Dollar aufwärts. Gleichzeitig warnte das Management aber vor den Auswirkungen der höheren Preise für Kraftstoff. Die Prognose für 2026 musste ein gutes Stück nach unten angepasst werden.
Der Gewinn pro Aktie soll nun nur noch zwischen 7 und 11 Dollar liegen. Zuvor wurden 12 bis 14 Dollar in Aussicht gestellt. Das erwischte die Anleger klar auf dem falschen Fuß. Obwohl United die Erwartungen der Analysten im ersten Quartal übertreffen konnte, gab die Aktie am Dienstag um 1,8 Prozent bis auf 97,13 Euro nach. Solange sich im Konflikt im Nahen Osten kein Ende abzeichnet, dürften die Bullen weiterhin vorsichtig bleiben.
Die Lufthansa bleibt öfter am Boden
Die Lufthansa (DE0008232125) betont bisher, dass die Versorgung mit Kerosin sichergestellt sei. Teurer wird es aber auch hier, weshalb nach der überraschend schnellen Schließung der Tochter Cityline nun am Flugplan geschraubt wird. Wenig lukrative Verbindungen in Frankfurt und München sollen wegfallen, dafür sollen wohl Angebote in Wien, Brüssel und Zürich ausgebaut werden. Unter dem Strich sollen bis Oktober wohl rund 20.000 Kurzstreckenflüge wegfallen.
Dadurch spart die Lufthansa rund 40.000 Tonnen Kerosin ein und dämpft damit den Effekt der nun schon seit knapp zwei Monaten deutlich höheren Ölpreise. Es bleibt aber dabei, dass die Aussichten düsterer werden, je länger die Straße von Hormus gesperrt ist und damit die Preise auf hohem Niveau bleiben. Die Anleger sind weiterhin nur wenig optimistisch und die Lufthansa-Aktie fiel am Dienstag um 1,4 Prozent auf 7,71 Euro zurück.
Fraport erwartet mehr Fluggäste
Trotz der vielen unschönen Neuigkeiten aus der Branche übt sich die Frankfurter Flughafenbetreiberin Fraport (DE0005773303) weiter in Optimismus. CEO Stefan Schulte ließ gegenüber der „FAZ“ wissen, dass er weiterhin mit 65 bis 66 Millionen Passagieren im laufenden Jahr rechnet. Das entspräche einem Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Heute steht in Frankfurt die feierliche Eröffnung von Terminal 3 an, und das wohlgemerkt nach weitgehend reibungslosen Bauarbeiten und innerhalb des Zeitplans.
Zwar leugnet Fraport nicht, dass der Verkehr von und in den Nahen Osten nachgegeben habe. Das mache in Frankfurt aber weniger als fünf Prozent des Gesamtaufkommens aus. Die meisten Passagiere seien Umsteiger gewesen, welche in der Golfregion lediglich kurzzeitig einen Aufenthalt hatten. Dadurch bedingt steige die Nachfrage nach Direktverbindungen in andere Regionen, was dem Frankfurter Flughafen wohl letztlich zugutekomme. Die Anleger sind allerdings weniger zuversichtlich. Die Fraport-Aktie gab am Dienstag um 3,2 Prozent bis auf 72,75 Euro nach.
PepsiCo bleibt unbeeindruck
Der Irankonflikt zieht weite Kreise und hat natürlich auch abseits der Luftfahrt unübersehbare Konsequenzen. Man denke nur an die aktuelle Situation an der Zapfsäule. Höhere Energiepreise erfassen aber früher oder später sämtliche Industriezweige und die Rückkehr einer Inflatiosnspirale könnte auch die Konsumlaune weiter drücken, was für PepsiCo (US7134481081) unschöne Neuigkeiten bedeuten könnte. Der Getränkegigant gestand kürzlich auch ein, dass das Umfeld „unbeständiger und unsicherer“ geworden sei.
Nach einem guten ersten Quartal bleibt PepsiCo aber optimistisch und hält an der Prognose für das Jahr 2026 fest. Auch bei den Kosten gibt es keine Anpassung. Es wird mit einem organischen Umsatzwachstum zwischen 2 und 4 Prozent gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll sich um 4 bis 6 Prozent verbessern. Das klingt gut, kommt an der Börse jedoch ebenfals nicht richtig an. Die PepsiCo-Aktie gab gestern um 1,3 Prozent auf 154,92 Dollar nach.
Die große Ungewissheit
Die angelaufene Berichtssaison lässt erkennen, dass der Irankrieg bei vielen Unternehmen bisher noch nicht zum ganz großen Einbruch geführt hat und die Kosten nicht direkt über die Schmerzgrenze geschossen sind. Doch solange der Konflikt in Nahost ungelöst bleibt, kämpfen die Anleger mit viel Unsicherheit. Denn sollten die Ölpreise im zweiten Quartal auf dem bisherigen Niveau bleiben oder noch weiter steigen, so könnten Q2-Zahlen deutlich weniger glimpflich ausfallen, wenn es um die Kostenseite geht. Damit im Hinterkopf bleiben die Anleger trotz teils positiver Überraschungen momentan ein wenig in der Defensive.
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22.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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