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Adobe braucht eine AI-Killer-App

Der Rücktritt von Narayen öffnet die Tür, um Adobe in die nächste Wachstumsphase zu bringen

NTG24 - Adobe braucht eine AI-Killer-App

 

Der Kurs von Adobe findet keinen Halt. CEO Narayen kann liefern, was er will - die Bären halten den Verkaufsdruck aufrecht. Der Rückzug von Narayen bietet Adobe nun die Möglichkeit, den passenden Visionär für die nächste Wachstumsphase des Unternehmens zu finden. 

Der CEO von Adobe (US00724F1012) hat den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. Die Aktien haben von ihrem Allzeithoch aus gemessen inzwischen bis zu zwei Dritteln an Wert verloren. Dabei hat die Börse die Bewertung der Aktien erheblich reduziert, die man zuvor, während der Covid Lockdowns und dann mit Beginn des AI-Hype, massiv ausgeweitet hatte. Beide Hausse-Phasen hielten nicht und aktuell geht in New York die Angst um, dass die abdiskontierten Cashflows bei Softwarehäusern wie Adobe deutlich kleiner ausfallen werden als bisher angenommen. Das hat nun CEO Shantanu Narayen auch eingesehen und kündigte gleich zum Beginn der Analystenkonferenz zum 1. Fiskalquartal seinen bevorstehenden Rücktritt nach 18 Jahren an der Spitze an.  

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Adobe Inc.

 

Dass Narayen zuletzt einen schlechten Job gemacht hat, kann man nicht wirklich behaupten. Der Umsatz erreichte im abgeschlossenen 1. Fiskalquartal 2026 einen neuen Rekord mit 6,40 Mrd. US-Dollar, was 12 % über dem Vorjahresniveau lag. Auch alle anderen Kennzahlen lagen über dem Vorjahresniveau und Adobe schlug obendrein die Konsenschätzungen der Analysten. Die hatten nur mit einem Umsatz von 6,28 Mrd. US-Dollar gerechnet. Genauso wurde auch die Entwicklung der Profitabilität unterschätzt. Auf „bereinigter“ Basis lieferte Adobe 6,06 US-Dollar je Aktie ab, gegenüber einem Konsens von 5,86 US-Dollar. Nicht einmal an der Prognose kann man herumkritteln. Für das laufende 2. Fiskalquartal gibt man eine Umsatzspanne von 6,43 bis 6,48 Mrd. US-Dollar und einen „bereinigten“ Gewinn je Aktie von 5,80 bis 5,85 US-Dollar je Aktie vor. Das steht Konsensschätzungen von 6,43 Mrd. US-Dollar und 5,70 US-Dollar je Aktie gegenüber. 

 

Adobe braucht eine AI-Killer-App

 

Seitdem Narayen die Führung von Adobe Ende 2007 übernommen hat, konnte er den Umsatz auf 24 Mrd. US-Dollar versechsfachen. Die Profitabilität steigerte sich erheblich, obwohl der Mitarbeiterstamm von rund 7.000 auf mehr als 30.000 stieg. Das Geheimnis des Erfolges war der Umstieg von einmaligen Softwareverkäufen hin zu SaaS (Software as a Service), wodurch alle Adobe Produkte quasi nur noch von den Kunden geleast werden können, was einen sehr stetigen und kalkulierbaren Umsatzstrom erzeugte. Ein Cashflow, der obendrein über die Jahrzehnte massiv anschwoll. In der Branche ist man sich einig, dass Narayen den Umstieg auf SaaS am besten von allen Softwareunternehmen hinbekommen hat.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeWas der Veteran nicht hinbekommen hat, ist eine AI-Killer-App zu entwickeln. Man hat brav AI überall im Ökosystem integriert, aber das sind eher Hilfsfunktionen und Software, die Adobe helfen, auf Augenhöhe mit den restlichen Konkurrenten zu kommen. Immerhin hat sich der Umsatz daraus im Jahresvergleich verdreifacht, aber der AI-Hype ist ein „The Winner takes it all“ Spiel. Das ist Narayen nicht gelungen, weswegen es keinen Ausgleich in der Equity-Story zu den Argumenten der Bären gibt, die ein Horror-Szenario für die gesamte Softwarebranche aufzeichnen, dabei aber völlig vergessen, dass die Softwareunternehmen selbst AI für ihre Produktion und Entwicklung einsetzen und selbstverständlich auch attraktive Newcomer mit tollen AI-Innovation einfach kaufen und integrieren können. Fakt ist aber: Derzeit haben die Bären die Oberhand und drücken die Kurse weiter in den Keller.

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14.03.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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