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MicroStrategy schreibt Milliardenverluste, AMD schockiert mit dem Ausblick, Anleger von Adobe zittern vor Anthropic und Nvidia warnt mal wieder vor China

Der Bitcoin-Ausverkauf geht weiter und gleichzeitig steigen Zweifel am KI-Boom

NTG24 - MicroStrategy schreibt Milliardenverluste, AMD schockiert mit dem Ausblick, Anleger von Adobe zittern vor Anthropic und Nvidia warnt mal wieder vor China

 

Trotz geopolitischem Chaos und zahlreicher wirtschaftlicher Krisen war an der Börse in den letzten Jahren auf das eine oder andere Verlass. Dazu gehörte, dass der KI-Boom munter weitergeht und der Bitcoin immer weiter steigt. Doch aktuell scheint beides ein wenig infrage gestellt zu werden, was massive Reaktionen mit sich bringt.

Geradezu eingebrochen sind in den letzten Tagen die Kurse beim Bitcoin. Schon seit einer Weile wird die Kryptowährung durchgereicht. Am Donnerstag erhöhte sich das Tempo sogar noch einmal und es ging um 13,4 Prozent auf 63.380 Dollar abwärts. Das ist der niedrigste Kurs seit Herbst 2024. Große Enttäuschung macht sich breit, nachdem die US-Regierung Plänen zu Bitcoin-Käufen eine Absage erteilte. In der Folge wurden bunte Fantasien wieder ausgepreist.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeProblematisch ist der niedrige Bitcoin-Kurs unter anderem für MicroStrategy (US5949724083), welches sich seit einer Weile offiziell nur noch Strategy nennt. Nach den jüngsten Einbrüchen notiert der Bitcoin jetzt deutlich unter dem durchschnittlichen Einkaufspreis des Unternehmens. Das führte nun dazu, dass in den Zahlen ein Nettoverlust von 12,4 Milliarden Dollar ausgewiesen werden musste. Die Verluste stehen zwar erstmal nur auf dem Papier und MicroStrategy beteuert, noch genügend Cash zu haben, um für die nächsten zwei Jahre Zinsen und Dividenden zu bedienen. Dennoch kommen die Aktionäre ins Zweifeln. Die Aktie rutschte gestern um über 17 Prozent auf 106,99 Dollar ab.

 

 

 

Unangenehme Überraschung bei AMD

 

Bereits zuvor sorgte der Chiphersteller AMD (US0079031078) für große Sorge an den Märkten. Dabei stimmte bei den Quartalszahlen vieles. Bei den Absätzen konnten zum Teil neue Rekorde erzielt werden und Umsatz sowie Gewinne sprangen auf ein Niveau, welches man ansonsten aus den guten Tagen bei Intel gewohnt war. Doch ein Detail sorgte dafür, dass sich statt neuer Euphorie fast schon nackte Panik breitmachte.

Trotz neuer KI-Chips stellt AMD für das laufende Quartal einen Umsatzrückgang in Aussicht. Das hat die Börsianer kalt erwischt und die gesamte Branche schwer belastet. Es geht mal wieder die Sorge um, dass das Wachstum bei KI-Chips vielleicht doch ins Stocken kommen könnte, obschon Meta und Alphabet kürzlich erst wieder massive Aufstockungen ihrer KI-Budgets verkündeten. Das konnte die AMD-Aktionäre aber auch nicht trösten. Der Kurs gab gestern um weitere 3,8 Prozent und nachbörslich noch einmal um 2,5 Prozent nach. Auf 5-Tages-Sicht hat die Aktie damit um rund ein Viertel an Wert verloren.

 

Panik bei Adobe und Co.

 

Nahezu gleichzeitig gerieten auch die Aktien von Software-Anbietern unter Druck, nachdem Anthropic ein frisches Zusatzmodul für seinen Chatbot Claude vorstellte. Das soll erstmals auch juristische Aufgeben übernehmen können, etwa die Erstellung von juristischen Kurzgutachten. Die Tech-Welt zeigte sich beeindruckt davon, doch an der Börse geht die Angst um, dass durch die KI mancher Geschäftsmodell im Software-Bereich obsolet werden könnte. Abschläge gab es bei diversen Titeln zu sehen. Besonders hart traf es die Aktie von Adobe (US00724F1012).

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Tatsächlich passiert ist zwar nicht viel. Doch wird ein Szenario greifbarer, in dem KI-Agenten die Aufgaben von Adobe-Software übernehmen, und das zu einem Bruchteil der Kosten. Der Aktienkurs reagierte mit einem herben Rücksetzer. Am Donnerstag ging es um 3,7 Prozent auf 269,39 Dollar zurück und im Wochenvergleich belaufen die Abschläge sich bereits auf knappe acht Prozent.

 

Nvidia erkennt Risiken in China

 

Nicht einmal Nvidia (US67066G1040) konnte sich dem Verkaufsdruck in der laufenden Woche entziehen und musste zusehen, wie der eigene Aktienkurs um rund zehn Prozent auf nur noch etwas mehr als 170 Dollar zurückfiel. Neben der allgemeinen Aufregung an den Märkten beschäftigt das Unternehmen wieder einmal das China-Geschäft, bzw. US-Beschränkungen, welche eben jenem weiterhin im Weg stehen.

Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ klagt Nvidia-Chef Jensen Huang über Sicherheitsauflagen gegenüber chinesischen Unternehmen, welche den Aufbau von KI-Rechenzentren unwirtschaftlich machen würden. Profitieren könnte davon vor allem die chinesische Konkurrenz in Form von Huawei. Um dem zuvorzukommen, will sich Huang Gerüchten zufolge bei US-Präsident Donald Trump wohl erneut für Lockerungen einsetzen. Dass dadurch ein neuer Durchbruch gelingen könnte, daran scheinen die Aktionäre zu zweifeln.

 

Das Kartenhaus wackelt

 

Noch ist die mutmaßliche Blase nicht geplatzt und die Märkte zeigen sich insgesamt einigermaßen widerstandsfähig. Doch neue Sorgen treffen aus gleich mehreren Richtungen auf die Anleger und die teils massiven Abwertungen bringen das Risiko einer unschönen Abwärtsspirale mit sich. Gefragt wären jetzt positive Neuigkeiten, welche den bedenklichen Schlagzeilen etwas entgegensetzen könnten. Davon war zumindest bisher in dieser Woche aber nur wenig zu sehen. Anleger bleiben besonders aufmerksam.

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06.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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