Analysten werden gegenüber Adobe vorsichtiger und sehen den Konzern vor multiplen Herausforderungen stehen
Die Kursziele bei Adobe purzeln
Die Adobe-Aktie hat seit Jahresbeginn bereits um rund 35 Prozent an Wert verloren und die Bullen bemühten sich im Juli eher behäbig um eine kleine Erholung. Geht es nach den Analysten von Morgan Stanley, so dürfte das kurzfristige Aufwärtspotenzial damit auch schon annähernd ausgeschöpft sein.
Wie „Der Aktionär“ berichtet, haben die Experten ihren Ausblick für Adobe (US00724F1012) deutlich nach unten angepasst. Das Kursziel lautet nur noch auf 240 statt zuvor 365 US-Dollar. Die Aktie reagierte direkt mit Abschlägen und fiel am Dienstag um 3,2 Prozent auf 227,16 Dollar zurück. Die Anteilseigner scheinen die Vorbehalte der Analysten also ernst zu nehmen.
Letztere fußen vor allem auf der Vielzahl an Herausforderungen, denen Adobe momentan gegenübersteht. Skeptisch betrachtet wird der stärkere Fokus auf Freemium-Modelle, während gleichzeitig der Pfad zur Monetarisierung von KI unklar bleibt und nebenbei sowohl CEO- als auch CFO-Posten neu besetzt werden müssen. Nach Ansicht von Morgan Stanley wären all diese Dinge für sich genommen noch zu schultern. Alles auf einmal könnte Adobe aber dezent überfordern.
Dazu kommen dann auch noch grundsätzliche Zweifel der Märkte hinsichtlich Adobes Entwicklung in der KI-Zukunft. Denn ChatGPT und Konsorten fordern Adobe in einigen Kernbereichen heraus. Photoshop und Premiere drohen an Bedeutung zu verlieren, wenn die KI immer bessere Bilder und Videos per Prompt liefert. KI-Agenten verschärfen die Konkurrenz noch weiter.
Adobe muss sich bewähren
Adobe muss es gelingen, den Anlegern wieder eine Wachstumsstory zu liefern. Doch das Wachstum droht zu erodieren, während gleichzeitig hohe Ausgaben für KI-Anwendungen zu schultern sind. Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht allzu weit hergeholt, dass der Software-Gigant seinen Zenit vielleicht überschritten haben könnte. Die Zurückhaltung der Börsianer gegenüber der Aktie ist daher auch absolut nachvollziehbar.
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22.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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