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Alphabet lässt steckt weitere Milliarden in Anthropic, Meta entlässt im großen Stil, Microsoft lockt mit Abfindungen und Oracle ging bereits voran

Bei Rechenzentren wird nicht gespart, beim Personal aber umso mehr

NTG24 - Alphabet lässt steckt weitere Milliarden in Anthropic, Meta entlässt im großen Stil, Microsoft lockt mit Abfindungen und Oracle ging bereits voran

 

Der KI-Boom schreitet munter voran, und er geht einher mit Investitionen in bisher ungekannten Dimensionen. Regelmäßig erscheinen neue Schlagzeilen über Milliardenausgaben für frische Hardware, und in dieser Beziehung scheinen die Tech-Giganten weder Kosten noch Mühen zu scheuen. Die Schere wird dafür gerne beim Personal angesetzt. Der Trend dazu, dass immer mehr Aufgaben durch die KI übernommen werden, setzt sich klar fort.

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Die Google-Mutter Alphabet (US02079K3059) vertieft ihre Zusammenarbeit mit dem Claude-Entwickler Anthropic und geht dafür noch mehr in die Vollen als Amazon. Zehn Milliarden US-Dollar werden in einem ersten Schritt investiert. In Aussicht gestellt werden bis zu 30 Milliarden Dollar zusätzlich, sollte Anthropic vereinbarte Ziele erreichen können. Damit steckt Google sowohl beim Basis-Investment als auch bei den Meilensteinen exakt doppelt so viel in Aussicht wie es Anfang vergangener Woche bei Amazon der Fall war.

 

 

 

Für Alphabet ist das Ganze ein Stück weit ein Kreislauf-Investment. Denn Anthropic nutzt für seine KI-Modell Spezialhardware von Google, die wohl auch mit den nun in Aussicht gestellten Milliarden angeschafft werden soll. Wie viel davon in Hardware fließt, wurde allerdings nicht genau aufgeschlüsselt. Es sind aber eben solche Deals, bei denen Skeptiker Alarm schlagen und vor einer möglichen Blasenbildung warnen.

 

Meta setzt den Rotstift an

 

Geht es um Ausgaben für Hardware und Rechenzentren, sitzt das Geld auch bei Meta (US30303M1027) locker. In Sachen Personal wird dafür umso mehr gespart. Wie die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ kürzlich berichtete, steht wohl die nächste Entlassungswelle bei der Facebook-Mutter an. Betroffen sollen davon rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein, was etwa zehn Prozent der gesamten Belegschaft entspricht.

Darüber hinaus sollen 6.000 bisher ausgeschriebene Stellen nicht länger besetzt werden. In einem internen Memo wird das Vorgehen damit begründet, die Effizienz im Unternehmen zu erhöhen und „andere Investitionen auszugleichen“. Letzteres dürfte mit ziemlicher Sicherheit Ausgaben für KI-Hardware und Rechenzentren meinen. Intern deutet sich derweil Unmut an, denn Metas Bestreben, Stellen durch KI zu ersetzen, wird immer offensichtlicher. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zeichnet Meta sogar Mausbewegungen und Tastatureingaben von Mitarbeitern auf, um damit seine KI-Modelle zu trainieren.

 

Microsoft auf neuen Wegen

 

Auch Microsoft (US5949181045) ist um einen Stellenabbau bemüht, geht dabei aber etwas eleganter und freundlicher vor als Meta. Zum ersten Mal überhaupt stellt man in Redmond langjährigen Mitarbeitern eine Abfindung in Aussicht. Angesprochen werden sollen all jene, bei denen die Summe von Alter und Dienstjahren einen Wert von 70 überschreitet. Wer also beispielsweise 50 Jahre alt ist und schon 20 Jahre für Microsoft arbeitet, zählt zum Kreis der Auserwählten.

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Laut „Financial Times“ dürfte dies auf etwa 8.000 von insgesamt 125.000 Angestellte zutreffen. Wie hoch die Angebote genau sind, scheint nicht überliefert zu sein. Derweil ist bekannt, dass Microsoft allein in diesem Jahr rund 140 Milliarden Dollar zu investieren gedenkt. Der Großteil davon fließt in Rechenzentren und dazugehörige Hardware. Die Anleger lasen sich davon momentan nicht stören. Die Aktie von Microsoft kletterte am Freitag um 2,1 Prozent gen Norden. Bei Meta und Alphabet ging es in einem ähnlichen Tempo aufwärts.

 

Auch bei Oracle wird gespart

 

Die jüngsten Meldungen aus der Branche sind längst keine neue Erscheinung. Anfang April wurde bereits bekannt, dass Oracle (US68389X1054) weltweit bis zu 30.000 Stellen streichen möchte, und auch hier waren Einsparungen aufgrund hoher KI-Ausgaben die Begründung. Informiert wurden Betroffene laut diversen Beiträgen bei Reddit recht kurzfristig. In entsprechenden E-Mails lasen die entsprechenden Mitarbeiter, dass „heute ihr letzter Arbeitstag“ wäre. Um Kündigungsunterlagen zu erhalten, wurde nach einer privaten E-Mail-Adresse gefragt.

Oracle konnte zwischenzeitlich mit erstaunlich guten Zahlen punkten, was den angeschlagenen Aktienkurs wieder etwas anheben konnte. Gleichwohl steht der Software-Konzern unter besonderer Beobachtung. Denn KI-Investitionen werden hier zu einem nicht eben geringen Anteil mit Schulden finanziert. Darin erkennen skeptische Naturen einen möglichen Wackelkandidaten, der im Zweifel ein Kartenhaus zum Einstürzen, oder eben eine Blase zum Platzen bringen könnte. Die Unsicherheit scheint zumindest hier wieder zugelegt zu haben. Am Freitag gab die Oracle-Aktie um 1,7 Prozent auf 173,28 Dollar nach.

 

All in

 

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Werbebanner EMH PM TradeDie Zeiten, in denen sich Tech-Giganten um Personal regelrecht rissen und auch schon mal einstellten, nur damit die Konkurrenz sich Experten nicht unter den Nagel reißen kann, dürften erst einmal vorbei sein. Die Investitionssummen steigen derweil in immer absurdere Höhen, und das mit kaum mehr als der vagen Hoffnung darauf, dass sich dies auch eines Tages auszahlen wird. Für den Moment trägt die Hoffnung die Aktien teils auf neue Rekorde. Ob und wie lange es dabei bleibt, ist aber noch immer fraglich.

 

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27.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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