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Volkswagen steuert auf die nächste Sanierungsrunde zu und steht wohl vor einigen unbequemen Entscheidungen

Die Lage bei Volkswagen spitzt sich zu

NTG24 - Volkswagen steuert auf die nächste Sanierungsrunde zu und steht wohl vor einigen unbequemen Entscheidungen

 

Am heutigen Montag steht bei Volkswagen eine Aufsichtsratssitzung an und im Vorfeld ist die Stimmung nicht eben euphorisch, um es vorsichtig auszudrücken. Der zweitgrößte Autobauer auf dem Planeten kämpft mit mauen Absatzzahlen und enttäuschenden Margen. Die Problematik wurde im Vorstand erkannt und zuletzt auch deutlich beim Namen genannt. Woran es allerdings noch mangelt, das sind klare Konsequenzen aus diesen Einsichten.

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Vor der Aufsichtsratssitzung verschickte Volkswagen einen 160 Seiten starken Bericht zur aktuellen Lage des Konzerns, wie im „Handelsblatt“ zu lesen ist. Erarbeitet wurde das Ganze offenbar vom Vorstand um CEO Oliver Blume und in Zusammenarbeit mit Beratern der Boston Consulting Group. Sehr deutlich werden darin strukturelle Probleme benannt. Hohe Kosten und Überkapazitäten sind etwa Themen, und auch Werke von Volkswagen (DE0007664039) in Deutschland werden dabei nicht in Schutz genommen.

 

 

 

Vorgestellt wird ein neues Zielbild für Volkswagen. Die Rendite soll bis zum Jahr 2030 auf acht bis zehn Prozent steigen. Zugleich möchte man resilienter werden und mit geringeren Kapazitäten auf stagnierende Absätze reagieren. All das lässt recht klar erkennen, wohin die Richtung eigentlich gehen müsste. Kürzlich erst sprach Konzernchef Blume darüber, dass die Kapazitäten von Volkswagen um rund eine Million Fahrzeuge zu hoch ausfallen würde. Doch wie man diesem Umstand bekommen möchte, dazu fehlt es bisher noch an klaren Entscheidungen.

 

Ungeduld bei Volkswagen?

 

Medienberichten zufolge wächst der Unmut wohl auch bei den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch. Jene waren wohl schon unzufrieden über das Sparprogramm aus dem Jahr 2024, welches nach einer Auseinandersetzung mit der Arbeitnehmerseite auf Werkschließungen verzichtete. Das wird zumindest in Teilen des Unternehmens als strategischer Fehler bewertet. Bei einer neuen Sparrunde dürften die Eigentümer mehr erwarten.

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Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenGleichwohl hat die Arbeitnehmerseite sich bereits positioniert und zu verstehen gegeben, dass man bereits viele Zugeständnisse gemacht habe. Dazu gehört der geplante Abbau von etwa 50.000 Stellen bis zum Jahr 2030. Sollte es nun weitere Maßnahmen geben, insbesondere bei den Werken, so seien die Gewerkschaften wohl „auf dem Baum“. Es wird erwartet, dass Volkswagen sich an bestehende Verträge hält. Für den Vorstand wird es kein einfaches Unterfangen werden, alle Interessen unter einen Hut zu bringen.

CEO Blume sprach kürzlich in einem Interview mit dem „Manager Magazin“ von „intelligenteren Methoden“ als Werke zu schließen. In Osnabrück etwa gebe es alternative Nutzungskonzepte. Das Ziel sei es, Überkapazitäten abzubauen, ohne industrielle Substanz vorschnell abzugeben. Ins Spiel gebracht wurde in den letzten Monaten auch immer wieder die Möglichkeit, vorhandene Werke für die rasant wachsende Rüstungsindustrie zu nutzen. Angesichts der hohen Kosten, gerade in Deutschland, ist aber klar, dass sich etwas tun muss.

 

Wohin geht die Reise für Volkswagen?

 

Das an die 20 Mitglieder des Aufsichtsrats verteilte Papier bei Volkswagen ist laut Insidern noch kein Beschlusspapier. Es sei viel mehr als eine Bestandsaufnahme zu verstehen. Genau das ist aber nach Ansicht einiger Insider aber auch ein Problem. Denn für den Geschmack der Kapitalgeber wird im Konzern zu viel analysiert und zu wenig entschieden. Gleichzeitig sind sich so ziemlich alle Beteiligten einig darüber, dass möglichst schnell etwas passieren muss.

Aus Anlegersicht zeichnet sich vor allem ab, dass bei Volkswagen weitreichende und potenziell unbeliebte Entscheidungen anstehen dürften. Ein neuerliches Sanierungskonzept ist angesichts verpasster Ziele aus dem letzten Sparpaket wohl mehr oder minder unumgänglich. Wie genau jenes aussehen könnte und was Gewerkschaften sowie Betriebsrat davon halten mögen, steht aber noch in den Sternen. Es dürfte weiterhin hoch hergehen und die Aktie wird davon kaum unberührt bleiben. Etwas mehr Tatendrang würden die Börsianer dabei wohl durchaus begrüßen. Die Volkswagen-Aktie stand zuletzt wieder vermehrt unter Druck und fiel bis auf 86,68 Euro zum Wochenende zurück. Das sind noch einmal gut 18 Prozent weniger als zu Jahresbeginn.

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27.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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