Trotz des kolossalen Flops beim ersten Versuch scheint Amazon an einem neuen Smartphone zu arbeiten
Amazon spielt mal wieder mit dem Feuer
Im Jahr 2014 brachte Amazon mit dem Fire Phone ein eigenes Smartphone auf den Markt, was anfangs auch durchaus für Aufsehen und Interesse sorgte. Das Ziel lautete, den Platzhirschen Apple und Samsung Konkurrenz zu machen. Dies konnte jedoch nicht einmal ansatzweise erreicht werden.
Den Nutzern mangelte es beim Fire Phone von Amazon (US0231351067) nicht nur an beliebten Apps, da der Konzern trotz Android-Unterbau auf eine Integration des Play Store von Google verzichtete. Darüber hinaus kämpfte das Gerät auch mit zahlreichen technischen Problemen. Unter anderem überhitzte die Hardware des Öfteren. Der Verkauf wurde nach nur etwas mehr als einem Jahr wieder eingestellt und Amazon schrieb 170 Millionen Dollar auf unverkaufte Lagerbestände ab.
Trotz dieses enormen Rückschlags scheint der Konzern das Smartphone-Geschäft aber noch nicht ganz aufgegeben zu haben. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters wird intern wohl an einem neuen Gerät unter dem Namen „Transformer“ gearbeitet. Das sollen vier Insider verraten haben. Wie genau das Ganze aussehen könnte, scheint aber noch nicht ganz klar zu sein.
Smart oder nicht?
Nachgedacht wird wohl über zwei verschiedene Ansätze. So könnte es Amazon einmal mehr mit einem klassischen Smartphone versuchen, welches direkt Marktanteile von Apple, Samsung und Konsorten abzugreifen versucht. Darüber hinaus scheint es aber auch die Idee für ein sogenanntes „Dumbphone“ mit stark reduzierten Funktionen zu geben. Ein solches könnten Nutzer dann neben einem Smartphone nutzen.
Natürlich dürfte das Thema Künstliche Intelligenz bei Amazons Plänen eine große Rolle spielen. Den Berichten zufolge soll das neue Gerät eng mit dem Sprachassistenten Alexa verbunden sein. Jener soll den Nutzern den Umgang mit Amazon-Diensten erleichtern, sei es der Zugriff auf Streaming-Dienste oder der Einkauf im Online-Shop. Genau dort soll der Schwerpunkt liegen. Wo genau der Unterschied zu bereits verfügbaren KI-Assistenten von anderen Smartphones liegen würde, darüber lässt sich momentan wohl nur spekulieren.
Amazon selbst äußerte sich zu den Gerüchten bisher nicht. Zudem ließen die Insider wissen, dass das Projekt bei finanziellen oder strategischen Bedenken auch wieder eingestampft werden könnte. Es scheint sich letztlich also noch in einer frühen Phase zu befinden. Dass Amazon hinter den Kulissen an allerlei Experimenten arbeitet, ist an sich keine Neuigkeit. Auch andere Unternehmen forschen und entwickeln fleißig, ohne dass jede Idee am Ende auch tatsächlich umgesetzt wird. Überraschend scheint lediglich, dass Amazon trotz eines gigantischen Flops in der Vergangenheit bei Smartphones noch nicht vollkommen aufgegeben hat.
Amazon wird es nicht leicht haben
Sollte Amazon diesen Weg weitergehen, so muss mit Gegenwind gerechnet werden. Der Smartphone-Markt hat sich in den vergangenen zwölf Jahren massiv verändert. Die Geräte sind ausgereift; Fortschritte gibt es nur noch inkrementell und die Plattformen von Apple sowie Google haben sich längst etabliert. Hier einen Angriffsvektor zu finden, dürfte noch schwerer als im Jahre 2014 werden. Daran ändert auch KI nichts, die bei anderen Herstellern längst integriert wurde und den Nutzern auch keine Plattformeinschränkungen aufzwingt. Würde Amazon sich einmal mehr auf das eigene Universum konzentrieren, so wäre es im Konkurrenzkampf ein klarer Nachteil.
Selbst wenn sich die Gerüchte also als wahr herausstellen sollten, so dürften die Erwartungen sich eher in einem überschaubaren Rahmen halten. Unter den Aktionären kommt keinerlei Euphorie auf. Zwar konnte die Amazon-Aktie am Montag um 2,3 Prozent bis auf 210,14 US-Dollar zulegen. Das lag aber im normalen Bereich an einem Handelstag, an dem die Börsen sich allgemein erholten. Amazon fehlt es derweil schon seit einiger Zeit an eigenen Impulsen und das Allzeit-Hoch bei 258,60 Dollar ist in weite Ferne gerückt.
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24.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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