Trotz guter Ergebnisse wird die Aktie von Amazon durchgereicht, da hohe Investitionspläne die Anleger verschrecken
Kann Amazon diese Pläne noch rechtfertigen?
Im KI-Sektor haben wir kürzlich bereits den einen oder anderen Schock erlebt. Immer höhere Investitionspläne im Segment sorgen nicht mehr automatisch für Euphorie. Die Konzerne können den Anlegern keinen glaubhaften Ausblick dafür liefern, dass die etlichen Milliarden auch eines Tages wieder eingespielt werden können. Alphabet verschreckte die Börsianer mit einer Verdopplung der KI-Ausgaben auf 175 bis 185 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr.
Amazon (US0231351067) legt nun noch einmal munter eine Schippe drauf und will im Jahr 2026 sogar gleich 200 Milliarden Dollar in den Ausbau von KI-Kapazitäten stecken. Dazu gehört neben neuen Rechenzentren auch die weitere Entwicklung eigener Chips. Im vergangenen Quartal sollen davon eine halbe Million den Betrieb aufgenommen haben. Das ist nicht die schlechteste Nachricht, macht sich Amazon damit doch unabhängiger von Zulieferern wie Nvidia und deren regelrecht unverschämt hohen Margen.
Auch für Kommunikationssatelliten will Amazon viel Geld in die Hand nehmen, um Starlink von Elon Musk eines Tages ernsthaft Konkurrenz machen zu können. All das hängt irgendwie mit AWS zusammen. Die Cloud-Sparte gibt bei Amazon schon seit Jahren den Ton an. Bei nur 15 bis 20 Prozent Umsatz steuert sie rund 60 Prozent der Betriebsgewinne bei. Da scheint es eigentlich nur konsequent zu sein, an dieser Stelle weiter zu expandieren und das Wachstum voranzutreiben.
Verhebt sich Amazon?
Tatsächlich konnte AWS im vierten Quartal erneut wachsen, wie ein Blick auf die Zahlen. Die Umsätze kletterten um 24 Prozent, was laut Amazon das stärkste Wachstum seit über drei Jahren darstellt. Allerdings liegt man damit noch unter den Wachstumsraten von Google und Microsoft und an der Börse muss sich Amazon nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit der Konkurrenz messen.
Konzernweit konnte Amazon seine Umsätze um 14 Prozent auf 213,4 Milliarden Dollar steigern. Im laufenden Quartal soll es im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent aufwärts gehen. All das klingt recht angenehm. Dennoch gibt es an der Börse massive Zweifel, ob sich Amazon seine enormen Ausgabenpläne leisten kann bzw. dadurch ein adäquater ROI zu erwarten wäre. Die Reaktion der Märkte spricht Bände. Im nachbörslichen Handel fiel die Amazon-Aktie um etwas mehr als zehn Prozent zurück und unterschritt damit die 200-Dollar-Marke.
Dabei dürfte auch der Blick auf die Prognose für das erste Quartal eine Rolle spielen. Amazon erwartet einen operativen Gewinn zwischen 16,5 uns 21,5 Milliarden Dollar. Damit werden selbst im besten Fall die von Analysten geschätzten 22 Milliarden Dollar nicht erreicht, und die breite Spanne liefert viel Raum für Ernüchterung. Diesbezüglich stellt sich umso mehr die Frage, ob Investitionen von 200 Milliarden Dollar in einem Jahr noch irgendwie im Verhältnis stehen.
Die KI-Versprechen geraten ins Stolpern
Natürlich betont Amazon die Chancen im KI-Segment und will durch seine Investitionen enorme Wachstumsraten erzielen. Die nun vorgelegten Zahlen können die Analysten davon aber nicht überzeugen. Zwar entwickelten sich die Geschäfte des Internet-Giganten alles andere als schlecht. Die für das Wachstum notwendigen Investitionssummen werden aber immer mehr hinterfragt. Der Ausverkauf nach den Zahlen ist dafür das deutlichste Signal.
Erschwerend hinzu kommt, dass zuvor bereits andere KI-Titel schwer unter Druck geraten sind. Das Fragezeichen über den Zukunftsaussichten wächst und die Ausgabenwut der Tech-Riesen scheint auf dem Prüfstand zu stehen. Die große Frage lautet da, ob die Skepsis auch berechtigt ist. Denn sollte Amazon seine Versprechen einlösen können, so könnten Kursverluste auch nur einen interessanten Einstiegszeitpunkt bedeuten. Für den Moment ist es aber vielleicht nicht die schlechteste Idee, den Sturm zunächst auszusitzen.
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06.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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