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Offenbar interessiert sich Amazon für eine Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar, um damit sein eigenes Satellitennetz nach vorne zu bringen

Amazon hat noch Nachholbedarf bei Leo

NTG24 - Offenbar interessiert sich Amazon für eine Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar, um damit sein eigenes Satellitennetz nach vorne zu bringen

 

Der Tech-Gigant Amazon ist nicht nur im Bereich der Künstlichen Intelligenz schwer aktiv und verdient als Marktführer gutes Geld im Cloudsegment. In Zukunft möchte man auch Starlink Konkurrenz machen und baut dafür momentan ein eigenes Satellitennetz auf. Allerdings verläuft das Vorhaben eher schleppend. Trotz einiger Erfolge sind bisher nur schätzungsweise 210 Satelliten von Amazon im All. Es sollen eines Tages 3.200 werden.

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Um dieses Ziel zu erreichen, scheint Amazon (US0231351067) sich nicht nur auf eigene Bemühungen verlassen zu wollen. Wie die „Financial Times“ in der vergangenen Woche berichtete, scheint der US-Konzern auch Übernahmen nicht zu scheuen. Insidern zufolge sollen derzeit Gespräche zu einem Kauf des Satellitenbetreibers Globalstar laufen. Jener verfügt aktuell über 88 aktive Satelliten, was die Kapazitäten von Amazon schlagartig aufwerten könnte. Der Abstand zu Starlink von SpaceX wäre aber weiterhin enorm. Der Musk-Konzern betreibt nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Satelliten.

 

 

 

So oder so bleibt Amazon also in der Verfolgerposition. Ob es zur Übernahme tatsächlich kommt, bleibt derweil offen. Weder Amazon noch Globalstar wollten sich dazu bisher äußern. Die Anleger wurden aber bereits hellhörig. Die Globalstar-Aktie konnte nach Bekanntwerden der Gerüchte um rund zwölf Prozent zulegen und den höchsten Stand seit 18 Jahren erreichen. Das trieb die Marktkapitalisierung auf fast zehn Milliarden Dollar.

 

Lohnt sich das für Amazon?

 

Manchem Anleger von Amazon wurde in solchen Sphären dann doch etwas schwindelig. Denn ob sich Ausgaben in derartigen Maßstäben langfristig rechnen mögen, darüber lässt sich nur spekulieren. In Zeiten, in denen schon Milliardeninvestitionen in immer neue KI-Kapazitäten dezent kritisch betrachtet werden, steigt die Sorge davor, dass Amazon sich letztlich übernehmen könnte. Die Aktie gab bei Bekanntwerden der Meldung um rund zwei Prozent nach.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeGrundsätzlich nimmt die Bedeutung von Satellitennetzwerken immer weiter zu. Genutzt werden solche in zahlreichen Szenarien. Starlink erlangte nicht zuletzt durch den Ukraine-Krieg an Bekanntheit. Ohne die zuverlässige Kommunikation über die Satelliten wäre dem überfallenen Land die Verteidigung gegen den völkerrechtwidrigen Angriffskrieg Russlands zweifellos noch deutlich schwerer gefallen. Im militärischen Bereich werden Satellitennetzwerke in Zukunft unverzichtbar bleiben, auch wenn es um die Steuerung von Drohnen geht.

Das will sich Amazon freilich nicht entgehen lassen und zusätzlich dürfte der US-Konzern auch auf den zivilen Bereich schielen. Dort werden Satelliten genutzt, um Funklöcher zu schließen, wo es mit gewöhnlichen Funkmasten nicht wirtschaftlich oder sogar schlicht nicht möglich wäre. In den USA bemüht sich T-Mobile bereits darum, auf diesem Wege Mobilfunk auch in abgelegene Gebiete zu bringen. Europa bastelt derweil an einem eigenen Netzwerk namens Iris², um seine technologische Unabhängigkeit in diesem Segment zu wahren.

 

Amazons Langzeitprojekt

 

Mit oder ohne die Übernahme von Globalstar bleibt Leo für Amazon ein Langzeitprojekt. Das wird auch in den kommenden Jahren erst einmal für hohe Kosten sorgen, ohne dass die Anleger sich auf Umsatzsprünge einstellen könnten. Daher ergibt sich auch das Potenzial dafür, dass das Vorhaben dem Kurs erst einmal nicht weiterhelfen wird. Die große Frage lautet, ob die Anstrengungen sich auf lange Sicht auszahlen mögen. Darauf kann es momentan aber noch keine verlässliche Antwort geben.

Dasselbe gilt für massive Ausgaben im KI-Segment. Für Amazon ist es zwar wichtig, dort seine Marktstellung zu behaupten und im besten Fall weiter auszubauen. Doch stellt sich mancher Beobachter die Frage, ob mit massiven Ausgaben letztlich nicht nur ein Pyrrhus-Sieg erreicht werden kann. Allein in diesem Jahr will Amazon 200 Milliarden US-Dollar für Investitionen in die Hand nehmen. Das liegt deutlich über dem operativen Cashflow, der im Jahr 2025 bei 139,5 Milliarden Dollar lag.

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07.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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