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Bei Zalando stehen wohl schon die nächsten Stellenstreichungen in Deutschland an, doch anderswo verfolgt der Modehändler Wachstumspläne

Zalando erkennt neue Chancen in Rumänien

NTG24 - Bei Zalando stehen wohl schon die nächsten Stellenstreichungen in Deutschland an, doch anderswo verfolgt der Modehändler Wachstumspläne

 

Erst kürzlich bekräftigte Zalando seine Pläne zur Schließung eines Logistikstandorts in Erfurt mit etwa 2.100 Beschäftigten, nachdem dafür unter Beteiligung einer Schlichtungsstelle ein entsprechender Sozialplan aufgestellt werden konnte. Ende September sollen die Tore sich endgültig schließen. Offenbar ist der Sparkurs hierzulande damit aber noch immer nicht an seinem Ende angekommen.

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Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ stehen wohl bereits die nächsten Stellenstreichungen bevor, welche am Hauptsitz von Zalando (DE000ZAL1111) in Berlin stattfinden könnten. Dort mussten bereits im vergangenen Jahr rund 450 Angestellte ihren Hut nehmen. Diesem Beispiel könnten nun weitere 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter folgen, wie dem Bericht zu entnehmen ist. Verwiesen wird auf interne Dokumente sowie Ankündigungen im Intranet des Unternehmens.

 

 

 

Zur Umsetzung sind dem Vernehmen nach Aufhebungsverträge angedacht, die auf dem Prinzip der doppelten Freiwilligkeit beruhen. Eine Trennung soll also nur dann stattfinden, wenn sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber dem zustimmen. Wie genau den Betroffenen der Abschied schmackhaft gemacht werden konnte, dazu wollte Zalando sich nicht weiter äußern. Zudem bestätigte der Konzern weder die genaue Anzahl an Stellenstreichungen noch den Standort für derartige Pläne. Grundsätzlich geht Zalando aber recht offen damit um, seine Strukturen verschlanken zu wollen.

 

Zalando wächst in Bukarest

 

Der Modehändler behauptet von sich selbst, stets transparent zu kommunizieren und schon seit einiger Zeit klargemacht zu haben, dass mit „agileren und zielgerichteten Strukturen“ schneller auf Marktveränderungen reagiert werden soll. Auf diesem Wege soll es in Zukunft dann auch neues Wachstum geben. Letzteres findet aber offenbar nicht in Deutschland, sondern weiter östlich statt. Dieser Eindruck entsteht zumindest bei einem Blick auf die Standort-Pläne. Expansionen sind bei Zalando durchaus noch angedacht, nur eben nicht in Berlin oder Erfurt.

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In der rumänischen Hauptstadt Bukarest hingegen soll ein neuer Standort entstehen. Noch vor Jahresende soll ein neues Büro eröffnet werden und im ersten Quartal 2027 wird mit dem Aufbaue von 60 Stellen geplant. Das Unternehmen ließ mitteilen, langfristig bestimmte Positionen und Prozesse nach Rumänien verlagern zu wollen. Daraus sollen dann in Zukunft noch weitere Stellen entstehen. Damit folgt Zalando ein Stück weit einem allgemeinen Trend. In Mittel- und Osteuropa konnten viele europäische Unternehmen zuletzt ein deutlich höheres Wachstum als in westlicheren Gefilden erzielen.

Ein netter Nebeneffekt ist freilich, dass das Lohnniveau in Rumänien deutlich geringer ausfällt. Wie genau sich dies bei Zalando bemerkbar machen mag, das lässt sich aus der Ferne nicht beurteilen. Doch das Durchschnittsgehalt fällt hierzulande mehr als doppelt so hoch aus und auch beim Mindestlohn müssen Unternehmen sehr viel tiefer in die Tasche greifen. Indem Zalando Stellen nach Rumänien verlagert, lassen sich also letztlich sehr wahrscheinlich signifikante Kosten einsparen.

 

Zufriedene Anleger

 

Für die (potenziell) Betroffenen ist das Ganze eine bittere Pille. Die Anteilseigner allerdings zeigen sich zufrieden mit den Plänen von Zalando. Die Aktie reagierte auf die jüngsten Medienberichte am Montag mit einem Kursplus in Höhe von 1,6 Prozent. Damit setzt sich ein Erholungstrend fort, welcher Zalando auf Monatssicht bereits Kursgewinne von gut zwölf Prozent bescherte. Niedrigere Kosten und eine schärfere Gangart der EU gegenüber chinesischen Handelsplattformen regen derzeit die Fantasie der Börsianer immer mehr an.

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Werbebanner EMH PM TradeWichtig für die Zalando-Aktie ist vor allem das Signal, dass neben Sparplänen in Deutschland anderswo auch Wachstum angepeilt wird. Damit schenkt das Unternehmen den eigenen Aktionären eine Perspektive. Abhängen wird die weitere Entwicklung aber freilich weiterhin von der Konsumlaune, und in dieser Hinsicht bleiben einige dunkle Wolken am Horizont. Steigende Ölpreise sowie potenzielle Lieferkettenprobleme aufgrund des Irankriegs sollten aus Anlegersicht nicht völlig ignoriert werden.

 

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21.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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