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Feuer bei Amazon, TUI im freien Fall, Lufthansa im Sinkflug und Shell mit neuem Jahreshoch

Der Irankrieg gibt an der Börse die Richtung vor

NTG24 - Feuer bei Amazon, TUI im freien Fall, Lufthansa im Sinkflug und Shell mit neuem Jahreshoch

 

Zu Wochenbeginn führte nachvollziehbarerweise kein Weg am neuen Irankrieg vorbei. Der von den USA und Israel begonnene Konflikt sorgt für etliche Fragezeichen und die Folgen sind bislang nicht absehbar. Hier und dort brennt es aber buchstäblich schon und die Anleger stellen sich für die Zukunft auf diverse Unwägbarkeiten ein. Auf der Gewinnerseite landen da nur die Wenigsten.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAmazon (US0231351067) berichtete gestern über massive Störungen bei Rechenzentren von AWS in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Laut dem Unternehmen wurden nach dem Einschlag „mehrerer Objekte“ sowohl die Stromversorgung als auch die Datenverbindungen gestört. Auch Server in Bahrain seien von einem Brand betroffen, der am Sonntag ausbrach. Ob das Ganze im Zusammenhang mit den Luftangriffen in der Region steht, dazu ging Amazon nicht weiter ins Detail.

Die Vermutung liegt selbstredend nahe und das Beispiel zeigt, wie anfällig teure Rechenzentren im Kriegsfall sind. Amazon ließ wissen, dass es noch „viele Stunden“ dauern werde, bis der Betrieb in den betroffenen Rechenzentren wieder anlaufen kann. Bei den Anlegern bleibt das ungute Gefühl, dass auch andere Standorte Probleme bekommen könnten. Das sorgt nicht für Panik, doch Kursgewinne erzielt die Amazon-Aktie dadurch freilich auch nicht. Am Montag setzte der Titel um 0,8 Prozent auf 208,39 US-Dollar zurück.

 

 

 

Einbruch bei TUI

 

Die Anleger von TUI (DE000TUAG505) starteten schon deutlich sorgenvoller in die neue Woche. Das liegt nicht (nur) an sprunghaften Anstiegen bei Preisen für Gas und Öl, was für den Reiseveranstalter die Kosten spürbar ansteigen lassen dürfte. Viel schwerer wiegt, dass durch den sich schnell ausbreitenden Konflikt Lufträume gesperrt sind und zahlreiche Destinationen zum Tabu werden.

In Dubai und Doha sitzen bereits zwei Kreuzfahrtschiffe von TUI fest, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Ausflüge wurden abgesagt und die Passagiere sollen im Inneren bleiben. TUI ließ zwar wissen, sich so schnell wie möglich um eine Rückholaktion zu bemühen. Solange die Flughäfen geschlossen sind, sind dem Unternehmen aber weitgehend die Hände gebunden. Ganz zu schweigen davon, dass etliche andere Reisen nun wohl abgesagt werden müssen. Der Aktie brockte das Ganze einen Kursverlust von 9,9 Prozent am Montag ein. Die Erholung von Ende 2025 löst sich in Luft auf.

 

Lufthansa im Sturzflug

 

Ähnliche Probleme machen auch der Lufthansa (DE0008232125) zu schaffen. Mindestens bis Samstag steuert die Airline mehrere Flughäfen in der Region nicht an. Diese Frist könnte je nach Verlauf des Krieges aber natürlich auch noch verlängert werden. Derweil müssen andere Flüge aufgrund der gesperrten Lufträume umgeleitet werden, was Flugdauer und damit Treibstoffkosten in die Höhe treibt. Letztere sind mit der größte Kostenfaktor bei den Flügen des Konzerns.

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Da ist es natürlich ungünstig, dass gleichzeitig der Ölpreis unkontrolliert in die Höhe schnellt und die Kosten potenziell weiter in die Höhe treibt. Die Anleger traten aufgrund dieser Entwicklungen die Flucht an und die Lufthansa-Aktie fiel zu Wochenbeginn um 4,2 Prozent auf 8,70 Euro zurück. Zeitweise waren sogar noch deutlich höhere Verluste zu sehen, ehe die Lage sich zumindest etwas beruhigen konnte.

 

Shell im grünen Bereich

 

Im Fall dauerhafter Anstiege von Öl- und Gaspreisen würde es in der Weltwirtschaft viele Verlierer geben und die Inflation dürfte wieder höher ausfallen. Rückenwind verleiht dies allenfalls den Ölkonzernen. Das wissen die Börsianer selbstredend, weshalb deren Anteilsscheine am Montag schwer gefragt waren. Die Aktie von Shell (GB00BP6MXD84) sprang im frühen Handel zunächst auf 37 Euro, ehe sie sich zu Handelsschluss bei 35,92 Euro einpendelte. Der Tagesgewinn belief sich hier noch auf 2,9 Prozent.

Allerdings gibt es bezüglich der Entwicklung der Ölpreise auch einige skeptische Stimmen. Die Lieferketten von Gas sind durch die Sperrung der Straße von Hormus zwar empfindlich gestört. Einige Experten argumentieren jedoch, dass die Meerenge für den Ölmarkt heute eine deutlich geringere Bedeutung habe als etwa in den 1970er Jahren. Teurer könnte es wohl vor allem für China werden. Da dort allerdings unzählige Produkte für den Weltmarkt produziert werden, würde sich das früher oder später auch anderswo auswirken.

 

Kriegsnebel

 

Die Anleger könnten aktuell nur im Dunkeln tappen. Wie es im Iran weitergehen mag, wer dort in Zukunft die Fäden zieht und wie lange die Kampfhandlungen noch andauern mögen, all das bleibt erst einmal unbeantwortet. Es bleibt bei einer enormen Verunsicherung und einer weiteren Krise in einem Marktumfeld, das ohnehin seit Jahren von multiplen Krisen geprägt ist. Zu erwarten ist daher wohl zunächst eine eher defensive Haltung der Börsianer. Festhalten lässt sich für den Moment aber, dass der generelle Aufwärtstrend an der Börse trotz der Rückgänge vom Montag aus technischer Sicht noch nicht beendet wurde.

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03.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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