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SAP weiter unter Beschuss, Amazon verspricht hohe KI-Umsätze, Eli Lilly schmiedet neue Partnerschaft und TUI sagt weitere Kreuzfahrten ab

Die Börsianer trauen längst nicht jeder Prognose über den Weg

NTG24 - SAP weiter unter Beschuss, Amazon verspricht hohe KI-Umsätze, Eli Lilly schmiedet neue Partnerschaft und TUI sagt weitere Kreuzfahrten ab

 

Aus dem ganz großen Turnaround ist an der Börse erstmal nichts geworden. Zu brüchig ist die Waffenruhe im Nahen Osten. Bis jetzt hat sie zwar gehalten, doch scheinen gleichzeitig nur wenige Schiffe die Straße von Hormus passieren zu können. Derweil bleiben dezente Zweifel am Wachstumstempo im KI-Segment bestehen und neue Rekorde bei DAX und Co. sind da leider nicht zu sehen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeKI-Zweifel plagen SAP (DE0007164600) schon seit Längerem, wenn auch aus anderem Gründen. Hier befürchten Anleger vor allem, dass die zunehmende Bedeutung von KI-Agenten das Geschäftsmodell gefährden könnten. SAP selbst sieht das freilich anders und spricht immer wieder von Chancen, die sich durch die neue Technologie ergeben würden. Gleichwohl stellte das Unternehmen die eigenen Aktionäre aber auch auf „kurzfristige Schmerzen“ ein. Gegenüber der „Financial Times“ verglich Konzernchef Christian Klein die Entwicklung mit der Umstellung auf die Cloud vor etwa sechs Jahren.

 

 

 

Falls damit die Anleger beruhigt werden sollten, so ging dieser Plan gründlich nach hinten los. Breit gemacht hat sich an den Märkten noch mehr Skepsis. Die Aktie fiel am Donnerstag um 6,8 Prozent auf 139,50 Euro zurück und markierte zeitweise bei 137,54 Euro schon wieder ein neues 52-Wochen-Tief. Der Abstand zum Rekordhoch aus dem vergangenen Sommer wächst immer weiter und zumindest kurzfristig scheint auch SAP selbst nicht auszuschließen, dass es noch unschöner werden könnte. Ob Umstellungen beim Geschäftsmodell sich auf lange Sicht auszahlen werden, daran scheinen die Aktionäre heftig zu zweifeln.

 

Amazon verspricht Großes

 

Im Falle von Amazon (US0231351067) sind es vor allem die gigantischen Investitionen, welche die Stimmung um künftige KI-Anwendungen trüben. Allein im laufenden Jahr will der Internet-Gigant 200 Milliarden US-Dollar in die Hand nehmen. Der Großteil davon entfällt auf Rechenzentren und die Entwicklung von KI-Programmen. Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob Umsätze und Gewinne in den nächsten Jahren in einem ähnlichen Tempo zulegen können.

In seinem Brief an die Aktionäre versuchte sich Amazon-Chef Andy Jassy daran, Zweifel zu entkräften. Allein in diesem Jahr werde die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) mit KI-Diensten einen Umsatz von mehr als 15 Milliarden US-Dollar erzielen. Zudem gebe es bereits Kundenzusagen für einen Großteil der erheblichen Investitionen im Jahr 2026, welche sich „größtenteils“ 2027/28 amortisieren würden. Die Aktionäre lassen sich auf diese Zusage ein. Die Amazon-Aktie legte gestern um 5,6 Prozent bis auf 233,65 Dollar zu.

 

Eli Lilly: Expresslieferung dank Amazon

 

Am gleichen Tag wurde bekannt, dass Amazon eine Partnerschaft mit dem Pharmakonzern Eli Lilly (US5324571083) geschmiedet hat. Dessen kürzlich zugelassene Abnehmtablette Foundayo soll künftig in den USA bei Amazon mit dem passenden Rezept bestellbar sein. Die Kosten für die Monatsdosis sollen mit Versicherung bei 25 Dollar monatlich liegen. Selbstzahler müssen 149 Dollar pro Monat in die Hand nehmen. Dafür gibt es dann aber wohl auch eine recht fixe Lieferung.

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Zu Beginn soll es in knapp 3.000 Städten und Gemeinden eine Lieferung noch am selben Tag geben. Bis Jahresende soll die Anzahl sich auf 4.500 Standorte erhöhen. In abgelegeneren Regionen soll es aber auch nicht länger als maximal drei Tage dauern. Etwas unter Druck gerieten nach der Ankündigung die Konkurrenten Hims & Hers sowie Novo Nordisk. Die Eli Lilly-Aktie profitierte nur geringfügig mit Kursaufschlägen von 0,2 Prozent am Donnerstag. Trotz Korrekturen in den letzten Wochen bleibt der langfristige Aufwärtstrend bei einem Schlusskurs von 955,19 Dollar aber intakt.

 

Noch keine Entwarnung bei TUI

 

Beim stark vom Irankrieg gebeutelten Touristiksektor zeichnet sich bislang noch keine große Erholung ab. Denn zum einen bleibt die Region für Reisende unattraktiv und zum anderen bleiben offene Frage rund um die Straße von Hormus. Wer darauf hoffte, dass TUI (DE000TUAG505) seine zwei am Persischen Golf ankernden Kreuzfahrtschiffe schnell in die Freiheit bekommen könnte, wurde zunächst enttäuscht. Die Passage scheint weiterhin nicht sicher zu sein.

Dadurch bedingt sagte der Reiseveranstalter weitere Reisen ab. Sämtliche Abfahrten der „Mein Schiff 4“ entfallen nun bis einschließlich zum 6. Mai. Im Falle der „Mein Schiff 5“ wurden alle Reisen bis zum 1. Mai gecancelt. Die TUI-Aktie zeigt sich zwar dennoch fester als vor der Waffenruhe. Weitere Aufschläge gab es im gestrigen Handel jedoch nicht. Stattdessen wertete das Papier leicht um 0,5 Prozent bis auf 7,18 Euro ab.

 

Angespannt

 

Hoffnungen auf Frieden sind durchaus noch vorhanden; in der Ukraine haben sich die Konfliktparteien sogar auf einen Osterfrieden verständigt. Allerdings hängen riesige Fragezeichen über dem Nahen Osten, während die Begeisterung rund um KI sich trotz weiterer Wachstumssignale sichtlich eingetrübt hat. Die Marktlage bleibt angespannt und das Risiko von deutlichen und vor allem nachhaltigen Rückschlägen scheint noch nicht verschwunden zu sein.

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10.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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