Trump lässt American Express abstürzen, große Ungewissheit setzt JP Morgan zu, Walmart profitiert von Google-Deal und Alphabet darf wohl Apple aushelfen
Die Intensität an den Märkten nimmt rapide zu
Zwischen den Jahren ging es gewohnt ruhig an den Märkten zu und der Start in das Jahr 2026 verlief zunächst erfolgreich mit dem einen oder anderen frischen Rekord. Der positive Trend konnte am Montag grundsätzlich beibehalten werden. Allerdings wurden die Märkte im frühen Handel merklich durcheinandergewirbelt. Eine drohende Klage gegen Fed-Chef Jerome Powell und dessen kämpferische Reaktion schüren neue Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank.
Doch waren das nicht einmal die einzigen Signale aus der US-Politik, welche für Aufsehen sorgen. US-Präsident Donald Trump will nach eigener Aussage von den Vorwürfen gegenüber Powell aufgrund höherer Kosten für die Sanierung von Gebäuden nichts gewusst haben. Bestens im Bilde ist er jedoch, wenn es um die Forderung geht, die Kreditkartenzinsen für ein Jahr auf maximal zehn Prozent zu begrenzen. Denn diese Forderung kam direkt aus Trumps Mund.
Zum Vergleich: selbst Kunden mit guter Bonität erhalten in den USA momentan Kreditkartenzinsen von um die 20 Prozent. Bei schlechter Bonität können es auch mal 30 Prozent sein. Trumps Hoffnung ist, dass mit einer Begrenzung der Konsum angekurbelt werden könnte. Allerdings würde zunächst das Geschäftsmodell von Unternehmen wie American Express (US0258161092) schwer beschädigt. Dort könnte man sich letztlich dazu entscheiden, risikoreichen Kunden gar keine Kredite mehr anzubieten, was diese dann ins Pfandhaus oder zu Kredithaien treiben würde. Die Börsen rechneten sich gestern zunächst negative Effekte für Kreditkartenbetreiber aus. Die American Express-Aktie zählte mit Abschlägen von 4,3 Prozent zu den größten Tagesverlierern.
JP Morgan vor den Zahlen
Nicht ganz so abhängig vom Kreditkartengeschäft ist die Großbank JP Morgan (US46625H1005), bei der Umsätze in diesem Bereich aber durchaus eine merkliche Rolle spielen. Trumps jüngste Pläne sowie die erneut gestiegene Unsicherheit trieben die Käufer vor den für Ende Januar erwarteten Zahlen in die Defensive. Der Aktienkurs gab gestern um 1,4 Prozent auf 324,49 US-Dollar nach. Mit radikalen Vorhaben setzt die US-Regierung die Börsen unter Druck.
Zwar gehen die meisten Experten davon aus, dass selbst im schlimmsten Fall für Investoren an den USA kein Weg vorbeiführen wird. Doch gerade wenn die Notenbank zur Gehilfin einer schuldenintensiven Politik degradiert würde, könnte das Vertrauen der Marktakteure erodieren. Ein Stück weit ließ sich im vergangenen Jahr abseits des KI-Booms bereits feststellen, dass es große Investoren wieder verstärkt nach Europa treibt. Sollte dieser Trend sich intensivieren, wäre es für die US-Banken und damit auch für JP Morgan keine gute Nachricht.
Walmart setzt auf Alphabet
Es gab am Montag jedoch nicht nur neue Unsicherheit und schlechte Nachrichten in Übersee. Für gute Stimmung sorgte Walmart (US9311421039) mit der Meldung, ab dem 20. Januar in den Nasdaq 100 aufgenommen zu werden. Passend dazu kündigte der Einzelhandelsgigant einen Deal mit Google an, um das KI-gestützte Einkaufen zu ermöglichen und zu erweitern. Das wurde positiv aufgenommen und verschaffte der Aktie ein Plus von rund drei Prozent.
Vielleicht spielen die allgemeinen Marktentwicklungen dabei auch eine gewisse Rolle. Denn wohin die Reise geht, wenn eine Regierung die eigene Notenbank als Werkzeug missbraucht, das war in der Türkei bereits zu sehen. Dort ist die Währung in den letzten Jahren in den Keller gerauscht. Der Journalist Bülent Mumay berichtet in der „FAZ“ regelmäßig über die dortigen Entwicklungen und wie die lokale Bevölkerung sich häufig nicht einmal mehr ein Stück Fleisch leisten kann. Eine Entwertung des US-Dollars, der aktuell so wenig wert ist wie seit vier Jahren nicht mehr, würde die Verbraucher wohl vermehrt zu Walmart treiben, wo sich die Kundschaft immerhin noch Kleinigkeiten erlauben kann.
Alphabet auf der Gewinnerstraße
Ein Stück weit von den normalen Verbrauchern entkoppelt haben sich die Tech-Giganten, darunter auch die Google-Mutter Alphabet (US02079K3059). Dort konnte nicht nur ein Deal mit Walmart geschlossen werden. Allem Anschein nach wird Gemini in Zukunft auch die KI-Vorhaben von Apple antreiben. Der iPhone-Hersteller war mit eigenen Ansätzen bislang eher glücklos und will nun Medienberichten zufolge mit einer externen Lösung endlich zur Konkurrenz aufschließen.
Finanzielle Details sind noch nicht bekannt. Es bleibt auch noch abzuwarten, wie genau das Ganze in Zukunft implementiert werden mag. Doch die Aktionäre von Alphabet wittern schon mal große Chancen und die Aktie bewegte sich am Montag um 1,1 Prozent bis auf 332,73 Dollar in Richtung Norden. Die Angst vor tiefgreifenden Markterschütterungen ist hier nur sehr gering ausgeprägt.
Anschnallen!
An den kurzfristigen Zinsprognosen hat sich nichts verändert und die Märkt fingen sich gestern relativ schnell wieder. Allerdings ist absehbar, dass es sich erst um eine Art Vorbeben gehandelt hat. Die nächsten Tage und Wochen könnten noch so manche Entwicklung mit sich bringen, welche die Börsen in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Einige Beobachter vergleichen die Brisanz sogar mit Trumps „Liberation Day“, der im letzten Frühjahr für den größten Kurseinbruch seit Jahren sorgte. Ob die Sorgen berechtigt oder überzogen sind, sei dahingestellt. Erhöhte Aufmerksamkeit ist derzeit aber nur zu empfehlen.
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13.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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