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Nach dem Glyphosat-Urteil des Supreme Court macht Bayer wohl weiter Druck, doch zu den Aktien gelegt werden kann das Thema noch nicht

Die nächsten Wochen werden für Anleger von Bayer interessant bleiben

NTG24 - Nach dem Glyphosat-Urteil des Supreme Court macht Bayer wohl weiter Druck, doch zu den Aktien gelegt werden kann das Thema noch nicht

 

Nachdem der US Supreme Court in der vergangenen Woche im Sinne Bayers handelte, entzog er damit etlichen Glyphosat-Klagen die Grundlage. Die Argumentation, dass Bayer bzw. Monsanto aufgrund fehlender Hinweise für mögliche Krebsgefahren haften könnten, greift nicht mehr. Denn die Bundesbehörde EPA stuft Glyphosat als unbedenklich ein und eben diese Einschätzung steht nun über den Ansichten einzelner Bundesstaaten.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinDas ändert für Bayer (DE000BAY0017) einiges und nun scheint der Konzern Nägel mit Köpfen machen zu wollen. Angestrebt wird ein umfangreicher Vergleich, mit dem sowohl aktuelle als auch künftige Klagen aus der Welt geräumt werden sollen. Rund 67.000 Kläger umfasst das Ganze. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, wurde die Frist vom 9. Juli auf den 19. August verschoben. Aus Kreisen der Klägeranwälte heißt es, dass diese Änderung auf Drängen von Bayer hin geschehen sei.

 

 

 

In den kommenden Wochen könnte Bayer den Druck auf die Kläger nun erhöhen. Das könnte auch nötig sein, denn Insidern zufolge strebt der Konzern bei seinem Vergleichsangebot eine Annahmequote an, die wohl nicht weit entfernt von 100 Prozent liegen soll. Wer sich gegen entsprechende Kompensationen entscheidet, muss mit dem Risiko leben, am Ende leer ausgehen zu können. Experten schätzen dennoch, dass der eine oder andere Klägeranwalt sein Glück versuchen und noch mit anderen Argumenten als nur fehlenden Warnhinweisen argumentieren könnte.

 

Bayer hat schon einen Plan B

 

Tatsächlich liegen bereits Dutzende Einwände gegen den von Bayer vorgeschlagenen Vergleich vor. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass doch nicht der große Befreiungsschlag gelingen wird und es weiter zu Auseinandersetzungen vor Gericht mit für Anlegern kaum vorhersehbaren Folgen kommen mag. Genau dafür hat der Konzern aber wohl auch schon einen Plan B in der Hinterhand. Sollten alle Stricke reißen, wäre eine Insolvenz von Monsanto in einem sogenannten Texas-Two-Step-Verfahren wohl weiterhin denkbar.

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Schon vor zwei Jahren wurde dieses Szenario an der Börse durchgespielt, allerdings gibt es keine Garantie für einen Erfolg. In der Vergangenheit setzte sich manch anderer Konzern bereits in die Nesseln. Bayer hat jedoch den Vorteil, dass Monsanto bereits eine eigene Einheit innerhalb des Unternehmens darstellt. Vorwürfe, eine Sparte zu gründen, nur um sich gerichtlicher Reibereien zu entziehen, könnte man damit zumindest ein Stück weit zuvorkommen.

Selbst wenn Bayer den Vergleich auf den Weg bringen könnte, rechnen Experten mit Klagen gegen diesen Vergleich und auch weiteren Glyphosat-Klagen auf anderen Ebenen. Solche dürften zwar schwerer durchzuführen sein und vermutlich endet die Ära, in denen Anwälte in den USA ganze Werbekampagnen für Klagen gegen Bayer lancieren. Es bleibt aber auch ein gewisses Restrisiko vorhanden. Das scheinen die Märkte momentan etwas auszublenden. Die Aktionäre von Bayer sind regelrecht euphorisch und ließen den Aktienkurs gestern um weitere 1,2 Prozent auf 49 Euro steigen. In nur fünf Tagen ging es schon um fast 25 Prozent aufwärts.

 

Auf der Zielgeraden

 

Nüchtern betrachtet befindet sich Bayer in Sachen Glyphosat auf der Zielgeraden. CEO Bill Anderson hat bereits sein Versprechen eingelöst, entsprechende Risiken im laufenden Jahr zu reduzieren. Doch es bleiben einige Steine auf dem Weg, über welche der Pharma- und Agrarriese noch stolpern könnte. Die Enttäuschung würde dann nach der jüngsten Rallye umso höher ausfallen.

Erschwerend hinzu kommt, dass sich bei den vielen anderen Baustellen von Bayer nichts verändert hat. Die Patentklippe wirkt aktuell zwar etwas weniger bedrohlich. Sie ist aber zweifellos noch vorhanden. Noch dazu droht aufgrund der anstehenden Krankenkassenreform ein Geschäft mit überschaubareren Margen auf dem deutschen Heimatmarkt. Auch wenn den Anlegern zu Recht ein Stein vom Herzen gefallen ist, ist es noch ein wenig zu früh, um schon die Sektkorken knallen zu lassen.

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02.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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