Apple sichert sich die Freigabe für Apple Intelligence in China und beflügelt damit erneut Wachstumsfantasien der Aktionäre
Apple gleicht potenzielle Wettbewerbsnachteile aus
Das wichtige Geschäft in China verlief für Apple zeitweise etwas holprig, ehe mit dem iPhone 17 endlich wieder größere Erfolge gefeiert werden konnten. Zuletzt stiegen die Marktanteile und die Auslieferungen im zweiten Quartal konnten laut Herstellerangaben um 24,4 Prozent gegenüber eher mauen Zahlen aus dem Vorjahreszeitraum ansteigen. Nun werden Signale dafür ausgesendet, dass dieser Trend sich noch eine Weile fortsetzen könnte.
Etwas skeptisch blickten die Börsianer bisher darauf, dass Apple (US0378331005) in China bisher beim Thema Künstliche Intelligenz noch etwas im Rückstand liegt. Apple Intelligence steht dortigen Nutzern bisher nicht zur Verfügung. Dabei muss es aber nicht bleiben. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, erteilte die Cyberspace Administration of China sechs Herstellern die Freigabe zur Registrierung von geräteseitiger generativer KI. Aufgezählt wurden chinesische Anbieter wie Huawei und Xiaomi, Samsung aus Südkorea und eben auch Apple.
Die Umsetzung dürfte sich von Ansätzen im Westen unterscheiden. Aufgrund lokaler Bestimmungen wird Apple mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auf ein chinesisches KI-Modell setzen. Dabei könnte es sich um Qwen von Alibaba handeln. Das zumindest sagte ein Sprecher des chinesischen Konzerns gegenüber Reuters. Eine Zusammenarbeit soll für die Systeme iOS, iPadOS, macOS und visionOS angestrebt werden. Berichte gibt es außerdem über eine Kooperation mit Baidu. Wie genau welche Dienste verteilt sein mögen, ist aber derzeit noch offen.
Apple in den Startlöchern
Die generelle Freigabe bedeutet noch nicht, dass nun urplötzlich etliche Millionen Nutzer in China Zugriff als sämtliche KI-Funktionen von Apple haben. Auf der eigenen Webseite lässt Apple weiterhin wissen, dass das System in China noch nicht funktioniert. Zumindest hat der Konzern nun aber eine Grundlage dafür, genau daran etwas zu ändern, und das nur kurz vor dem anstehenden Start der neuen Siri, für die es in China bislang noch keinen genauen Termin gibt.
Apple weist auf seiner Support-Seite zusätzlich darauf hin, dass KI-Funktionen sich per Update auch auf bereits vorhandene Geräte aufspielen lassen. Neue Geräte müssen die Nutzer also nicht kaufen, so deren iPhone einigermaßen aktuell ist. Welche Funktionen es zuerst nach China schaffen mögen, darüber spricht der Konzern nicht weiter. An der Börse wird die Entwicklung dennoch gerne gesehen. Fehlende KI-Funktionen gelten bisher als Wettbewerbsnachteil, was das Wachstum in Zukunft empfindlich dämpfen könnte.
An der Börse konnte Apple so in einem schwer angeschlagenen Handel seine Rekordjagd munter fortsetzen. Am Donnerstag konnte zeitweise bei 334,68 US-Dollar ein neues Allzeit-Hoch erreicht werden; die Marktkapitalisierung stieg auf rund 4,9 Billionen Dollar an. Zu Handelsschluss reichte es für kaum weniger beeindruckende 333,26 Dollar auf dem Ticker. Seit Jahresbeginn konnte Apple sich beim Börsenkurs um rund 22,6 Prozent verbessern. Die Bullen scheinen bestens gelaunt zu sein.
Auf Erfolgskurs?
Dafür verantwortlich sind nicht nur die Fortschritte in China. Recht optimistisch wird auch neuen iPhones entgegengeblickt, die klassischerweise im September angekündigt und veröffentlicht werden. Die Gerüchteküche rechnet in diesem Jahr mit dem ersten faltbaren iPhone, welches dann auch erfolgreicher als das gefloppte iPhone Air sein soll. Abseits davon liegt natürlich viel Aufmerksamkeit auf neuen KI-Funktionen.
Apple setzt bei der Umsetzung seiner KI-Angebote sehr klar auf externe Dienste und genau daraus entsteht momentan vermutlich auch ein Vorteil an der Börse. Denn die Kosten halten sich in den Augen vieler Anleger in Grenzen. Während momentan viel an den immer höheren Ausgaben der KI-Giganten gezweifelt wird, segelt Apple durch eher ruhige Gewässer. Was einst als Nachteil interpretiert wurde, scheint sich dieser Tage ein wenig ins Gegenteil zu verkehren. Allerdings kann das Sentiment natürlich auch recht schnell wieder umschlagen.
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17.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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