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DHL entdeckt den operativen Hebel wieder

Das starke Expressgeschäft treibt das Ergebnis deutlich nach oben – nun muss sich zeigen, wie dauerhaft der Aufschwung ist

NTG24 - DHL entdeckt den operativen Hebel wieder

 

DHL liefert ein überraschend starkes Signal aus der Weltwirtschaft. Trotz geopolitischer Spannungen und einer weiterhin unübersichtlichen Konjunktur hat der Logistikkonzern im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Die Jahresprognose steigt, während das internationale Expressgeschäft wieder von höheren Mengen und besserer Auslastung profitiert.

DHL Group (DE0005552004) erzielte im zweiten Quartal 2026 nach vorläufigen Angaben ein operatives Ergebnis von rund 1,85 Mrd. Euro. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert von 1,429 Mrd. Euro entspricht das einem Anstieg von etwa 29 %. Der Konzernumsatz legte um mehr als 10 % zu.

Damit kehrt bei DHL ein Effekt zurück, auf den Anleger lange gewartet hatten: Steigende Transportmengen treffen auf ein weitgehend bestehendes Netzwerk und führen dadurch zu überproportionalem Ergebniswachstum.

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Express trägt die Überraschung

 

Der wichtigste Treiber war DHL Express. Die Sparte erreichte ein vorläufiges EBIT von rund 1,195 Mrd. Euro nach 730 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Höhere Gewichte und eine bessere Auslastung der Flugzeuge und Sortierzentren sorgten für einen starken operativen Hebel.

Die vorläufigen Quartalszahlen der DHL Group zeigen jedoch auch, dass rund 150 Mio. Euro des Express-Ergebnisses mit knappen Kapazitäten im Luftfrachtmarkt zusammenhingen. Dieser positive Effekt dürfte nicht in jedem Quartal wiederholbar sein.

Trotzdem ist die Verbesserung mehr als ein Sondereffekt. DHL hatte seine Kostenbasis bereits in den vergangenen Quartalen gesenkt. Sobald die Mengen steigen, wirkt diese Arbeit nun deutlich stärker im Ergebnis.

 

Die neue Prognose wirkt erreichbar

 

Für das Gesamtjahr erwartet DHL nun ein Konzern-EBIT von mehr als 6,5 Mrd. Euro. Zuvor lag die Untergrenze bei 6,2 Mrd. Euro. Für die internationalen DHL-Divisionen wurde die Prognose von mehr als 5,6 Mrd. Euro auf mehr als 5,9 Mrd. Euro angehoben.

Nach einem EBIT von 1,483 Mrd. Euro im ersten Quartal und rund 1,85 Mrd. Euro im zweiten Quartal hätte der Konzern im ersten Halbjahr bereits mehr als die Hälfte der neuen Jahresuntergrenze erreicht. Das verschafft dem Management einen komfortablen Puffer für die zweite Jahreshälfte.

Nicht alle Bereiche entwickeln sich gleich stark. Global Forwarding verbesserte sich, während DHL eCommerce und Post & Paket Deutschland schwächer blieben. Im deutschen Geschäft belasten sinkende Briefmengen und höhere Kosten weiterhin das Ergebnis.

 

Der Kurs verlangt nun Bestätigung

 

Die Aktie bewegte sich zuletzt im Bereich um 57 Euro und damit nahe ihrem jüngsten 52-Wochen-Hoch. Je nach Handelsplatz und Zeitpunkt können die Kursangaben leicht abweichen. Klar ist jedoch: Die Börse hat die operative Erholung und die höhere Prognose bereits deutlich honoriert.

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Damit steigt der Anspruch. DHL muss nun zeigen, dass das starke Expressquartal nicht allein von knappen Luftfrachtkapazitäten und günstigen Vergleichswerten getragen wurde.

 

 

 

Der Cashflow entscheidet über die Qualität

 

Im vollständigen Halbjahresbericht dürfte vor allem der freie Cashflow wichtig werden. Das erste Quartal hatte bereits gezeigt, dass die Ergebnisverbesserung auch in Mittelzufluss übersetzt werden kann. Der freie Cashflow ohne Zu- und Verkäufe stieg damals von 732 Mio. Euro auf 1,207 Mrd. Euro.

Der Bericht zum ersten Quartal lieferte damit die Grundlage für die aktuelle Entwicklung. Nun muss DHL bestätigen, dass auch das starke zweite Quartal nicht durch Working Capital oder steigende Investitionen aufgezehrt wird.

Die Ausgangslage ist dennoch deutlich besser als noch vor einem Jahr. DHL kombiniert wieder steigende Mengen mit Kostendisziplin und einer hohen Auslastung der internationalen Netzwerke. Dadurch wird aus einer defensiven Logistikaktie erneut ein Wert mit operativem Ergebnishebel.

 

Die Erholung ist angekommen

 

DHL muss nicht mehr darauf hoffen, dass sich das Geschäft stabilisiert. Die Verbesserung ist inzwischen in Umsatz und Ergebnis sichtbar. Entscheidend bleibt, wie viel davon auch unter normaleren Luftfrachtbedingungen bestehen kann.

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Werbebanner EMH PM Trade Die Prognoseanhebung ist deshalb ein starkes Signal, aber noch nicht der Endpunkt. Gelingt es dem Konzern, Volumenwachstum, Kostenkontrolle und Cashflow auch im zweiten Halbjahr zusammenzuführen, könnte sich das höhere Ergebnisniveau als belastbarer erweisen, als der weiterhin vorsichtige Ausblick vermuten lässt.

 

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17.07.2026 - Christian Teitscheid

Unterschrift - Christian Teitscheid

 

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