Panik bei Apple, Tesla geht in die Offensive, Nvidia bekommt Unterstützung und bei Rheinmetall greift der Chef zu
Brachiale US-Zölle gegen China bringen die Märkte wieder ins Wanken
Sowie diese Zeilen entstehen, traten gerade neuerliche US-Zölle gegen China in Kraft, durch welche nun Aufschläge von schwindelerregenden 104 Prozent auf Importe anfallen. Vorherige Hoffnungen, dass sich alles nur als großer Bluff von Donald Trump herausstellen würde, scheinen zu platzen. Die US-Märkte reagierten darauf nach einer kleinen Erholung wieder mit Abschlägen.
Besonders heftig hat es Apple (US0378331005) erwischt, wo der Kurs um weitere fünf Prozent einbrach und nachbörslich sogar die Linie bei 170 US-Dollar nach unten durchschritt. Mit großen Schritten nähert sich das Papier den Tiefstständen aus dem vergangenen Jahr und damit einem möglichen Break des langfristigen Aufwärtstrends. So etwas hat es bei Apple seit Jahren nicht mehr gegeben.
Panik scheint sich nicht nur bei den Anteilseignern breitzumachen. Längst hat sich herumgesprochen, welche herben Preisaufschläge die Trump-Zölle für iPhones bedeuten könnten. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ gibt es schon einen regelrechten Run auf iPhones in den USA. Nicht wenige Verbraucher scheinen einen Neukauf vorzuziehen, um noch vergleichsweise günstig an die Geräte zu kommen. Das könnte die Umsätze kurzfristig ankurbeln, doch auf lange Sicht sind die Aussichten mehr als düster.
Tesla: Elon Musk teilt aus
Ebenfalls schwer getroffen von den Zöllen ist Tesla (US88160R1014), da der Elektro-Autobauer auf Teile aus China angewiesen ist und nicht einfach eine schnelle Alternative aus dem Ärmel schütteln kann. Mit dem Zollhammer scheinen auch Risse in die Beziehung zwischen Konzernchef Elon Musk und die US-Regierung zu kommen. Zwar griff Musk nicht Trump direkt an. Wohl aber teilte er gegen dessen Berater Peter Navarro aus, der als Architekt der Zollpolitik gilt.
Beim Kurznachrichtendienst „X“ bezeichnete Musk Navarro als einen „Idioten“, der „dümmer als ein Sack Ziegel“ sei. Zuvor kritisierte Navarro Tesla dafür, sich allzu sehr aus ausländische Bauteile zu verlassen. Dies konterte Musk wiederum damit, dass man den höchsten Anteil von US-Bauteilen in den eigenen Fahrzeugen habe. Wo das Ganze noch hinführen mag, bleibt offen. Für die Tesla-Aktie geht es aber weiter abwärts. Am Dienstag verlor der Kurs um 4,9 Prozent bis auf 221,86 Dollar an Wert.
Nvidia wieder gefragt?
Bei Nvidia (US67066G1040) fielen die Kursverluste mit 1,4 Prozent etwas geringer aus, doch ein Schlusskurs von 96,30 Dollar ist noch immer alles andere als euphorisierend. Freuen können sich darüber allenfalls Schnäppchenjäger, von denen auch einige unterwegs zu sein scheinen. Support gab es nun auch von einer prominenten Investorin in Form von Cathie Wood. Deren Investmentfonds ARK Innovation ist Medienberichten zufolge nach längerer Pause wieder zu Nvidia zurückgekehrt.
Zu Wochenbeginn soll Wood 150.000 Aktien von Nvidia eingekauft haben. Vorherige Kursverluste dürften dabei eine große Rolle gespielt haben. An den Märkten wird dies als ein durchaus starkes Signal verstanden, doch über die massiven Sorgen aufgrund weiterer Eskalationen in Handelsstreitigkeiten kann es nicht recht hinwegtrösten. Nachbörslich musste die Nvidia-Aktie weitere Verluste erleiden.
Rheinmetall: Gutes Timing!
Auch die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009) war kürzlich interessant für Schnäppchenjäger. Dort griff zu Wochenbeginn kein Geringerer als Konzernchef Armin Papperger zu. Für rund 700.000 Euro sicherte er sich weitere Anteilsscheine, wie im „Handelsblatt“ zu lesen ist. Kurz darauf nahm das Papier, welches kurzzeitig in Richtung 1.000 Euro abdriftete, wieder Kurs in Richtung Norden. Gestern ging es nach einer kräftigen Erholung mit 1.315,50 Euro aus dem Handel.
Die Marktstimmung wird sich bei der Rheinmetall-Aktie mit Sicherheit weiterhin bemerkbar machen und eine erhöhte Volatilität ist zu erwarten. Dennoch ist das Investment von Papperger nachvollziehbar und es signalisiert den Anlegern letztlich auch, dass der CEO vom eigenen Unternehmen überzeugt ist. Auf Wachstumskurs bleibt der Rüstungskonzern allemal, ob mit oder ohne US-Zölle. Das dürfte sich in Zukunft sehr wahrscheinlich im Aktienkurs widerspiegeln.
Keine Entwarnung
Donald Trump setzt weiter auf Eskalation und scheint von seinen drakonischen Zöllen nicht abrücken zu wollen. Stattdessen setzt er gegen China noch nach, nachdem die Volksrepublik doch tatsächlich den Schneid hatte, Gegenzölle auf den Weg zu bringen. Alles deutet auf einen waschechten Handelskrieg hin. Sollte es dazu kommen, wird es viele Verlierer geben, und dazu werden leider auch viele Aktionäre zählen. Grund zur Panik ist das zwar nicht, doch sollten Anleger die weiteren Entwicklungen sehr genau im Auge behalten und sich vielleicht nicht allzu schnell einer vermeintlichen Schnäppchenjagd hingeben.
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09.04.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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