Die Auswirkungen des Irankriegs werden jeden Tag spürbarer und lassen BASF nun an der Preisschraube drehen
BASF kämpft einmal mehr mit steigenden Kosten
Noch bevor die Chemie die letzte Energiekrise einigermaßen verdauen konnte, meldet sich schon die nächste an und sorgt für düstere Aussichten. Der Krieg im Iran treibt nicht nur die Ölpreise in die Höhe. Die Sperrung der Straße von Hormus bringt auch Lieferketten durcheinander und verschärft damit die Lage im Segment deutlich.
Genau darauf reagiert nun BASF (DE000BASF111) mit Preiserhöhungen für einige Chemikalien. Am Mittwoch informierte das Unternehmen unter anderem über eine Preiserhöhung für Ameisensäure in Europa und auch die Preise für Neopentylglykol legen in hiesigen Gefilden zu. In beiden Fällen wird der Irankrieg für das Vorgehen verantwortlich gemacht. Die daraus resultierenden Preisaufschläge bei Öl und Gas schlagen sich im Chemiesegment direkt nieder.
Bei Reinigungschemikalien erhöht BASF die Preise um bis zu 30 Prozent und einige Produkte verteuern sich sogar noch etwas mehr. Der Konzern verweist auf deutlich höhere Kosten nicht nur bei Ausgangsstoffen und Energie, sondern auch bei der Logistik und Verpackung. Der Krieg im Nahen Osten macht sich in allen Bereichen der Lieferkette bemerkbar. Die Krise im Chemiesegment dürfte sich damit noch einmal verschärfen.
BASF: Kurs unter Druck
Das kommt bei den Aktionären natürlich nicht gut an, welche die BASF-Aktie am Mittwoch um 1,2 Prozent auf 48,29 Euro fallen ließen. Der Titel hat fraglos schon schlechtere Tage erlebt. Dennoch muss festgestellt werden, dass die zarte Erholung der letzten Wochen und Monate schon wieder heftig unter Druck gerät. Dass durch die nun angekündigten Preiserhöhungen die Margen ansteigen werden, ist eher nicht zu erwarten.
Stattdessen könnten deutlich höhere Kosten sich indes negativ auf die Nachfrage auswirken. Zwar sind einige Chemikalien von BASF für die Kundschaft unverzichtbar. Das ist aber längst nicht überall der Fall und inflationäre Effekte könnten mittelfristig auch das Konsumverhalten schwächen und damit auch die Nachfrage der Kundschaft negativ beeinträchtigten. Mit anderen Worten gibt es viele gute Gründe, um sich (noch mehr) Sorgen um BASF zu machen.
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20.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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