In der Türkei legt BYD eine Pause ein und will stattdessen die Produktion in Westeuropa weiter hochfahren
Europa bleibt für BYD mit Wachstumshoffnungen verbunden
Um 270 Prozent konnte BYD den Absatz in Europa im vergangenen Jahr steigern. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres ging es um über 140 Prozent aufwärts. Die absoluten Zahlen bleiben im Vergleich zum chinesischen Heimatmarkt zwar überschaubar. Doch vor allem das Wachstumstempo weiß zu gefallen und dementsprechend soll weiter investiert werden.
Wie das „Handelsblatt“ berichtet, pausiert BYD (CNE100000296) zwar Arbeiten an einer geplanten Fabrik in der Türkei. Dafür soll es in Ungarn zum Jahresende nun endlich mit der Produktion losgehen und parallel dazu sieht man sich laut Executive Vice President Stella Li nach weiteren Standorten in Westeuropa um.
Ins Auge gefasst hat BYD unter anderem Spanien, eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. Klar ist aber das Vorhaben, ein bereits bestehendes Werk übernehmen zu können. Das macht das Hochfahren der Produktion schon allein aus regulatorischen Gründen einfacher. Darüber hinaus scheint die Gelegenheit günstig zu sein. Denn aufgrund der anhaltenden Krise europäischer Autobauer gibt es derzeit Überkapazitäten und mancher Konkurrent würde sich nur allzu gern von dem einen oder anderen Standort verabschieden.
Auf lange Sicht will BYD 70 Prozent aller in Europa verkauften Fahrzeuge auch vor Ort produzieren. Das bringt den Vorteil mit sich, dass Zölle umgangen und die Margen damit potenziell gesteigert werden können. Ankommen wird es am Ende des Tages aber darauf, ob weitere Marktanteile erobert werden können. Dafür stehen die Karten dank einer beispiellosen Fertigungstiefe und technologischen Vorteilen allerdings nicht schlecht.
BYD bleibt angeschlagen
Europa bleibt der große Hoffnungsträger für BYD, was ab und an auch die Stimmung der Anteilseigner steigern kann. Am Mittwoch konnte der Aktienkurs sich um rund zwei Prozent verbessern. Doch die anhaltenden Probleme im ungleich größeren Heimatmarkt bleiben nicht unbemerkt und die Aktie hat in den vergangenen drei Monaten um mehr als 20 Prozent an Wert verloren. So groß die Chancen in Europa auch sein mögen, handelt es sich dabei eben noch um Zukunftsmusik ohne Garantie für neue Erfolge.
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12.06.2026 - Christian Teitscheid

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