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BYD kann nicht mehr begeistern, Xiaomi leidet unter der Speicherkrise, BMW feiert überschaubare Erfolge und Volkswagen bleibt auf hartem Sparkurs

Die Autobauer haben sich große Ziele gesetzt, können an der Börse aber kaum begeistern

NTG24 - BYD kann nicht mehr begeistern, Xiaomi leidet unter der Speicherkrise, BMW feiert überschaubare Erfolge und Volkswagen bleibt auf hartem Sparkurs

 

Der Autosektor findet einfach nicht aus der Krise heraus. Am Freitag gab es im Segment zwar durch die Bank grüne Vorzeichen zu sehen. Das lag aber vordergründig an eher vagen Hoffnungen auf ein Kriegsende im Nahen Osten, was inflationäre Effekte wieder etwas ausbremsen könnte. Die Charts der Aktien aus dem Sektor bleiben in den meisten Fällen ein trauriger Blick.

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Das trifft auch auf den einstigen Highflyer BYD (CNE100000296) zu. Der hat sich für die Zukunft zwar große Ziele gesetzt und will in fünf Jahren zum größten Autobauer der Welt aufsteigen. An den Märkten scheint aber nicht jeder davon überzeugt zu sein, dass dieser Plan auch in die Tat umgesetzt werden kann. Gegenwind gibt es vor allem in China, wo eine immer stärkere Konkurrenz für einen intensiven Preiskampf sorgt und gleichzeitig das Wachstum insgesamt spürbar nachgelassen hat.

 

 

 

BYD konzentriert sich nun verstärkt auf Europa, und das zweifellos mit Erfolg. Seinen Marktanteil konnte der Konzern deutlich ausbauen. Eine neue Fabrik in Ungarn soll das Ganze beschleunigen und in Südeuropa wird nach neuen Gelegenheiten gesucht. Den Anlegernr eicht das aber noch nicht aus. Der Aktienkurs landete am Freitag bei müden 9,51 Euro und damit 37,5 Prozent tiefer als vor einem Jahr.

 

Xiaomi: Ein schwacher Trost

 

Den Aktienkurs von Xiaomi (KYG9830T1067) hat es noch deutlich schwerer erwischt. Hierzulande standen per Handelsschluss am Freitag 2,90 Euro auf dem Ticker. Das ist nur halb so viel wie vor einem Jahr um diese Zeit. Dabei gibt es beim E-Auto-Geschäft wenig zu meckern. Das Wachstum geht bisher wie geplant voran; 2026 sollen 550.000 Fahrzeuge an die Frau oder den Mann gebracht werden. Im kommenden Jahr steht dann der Start in Europa an.

Allerdings fuhr Xiaomi zuletzt mit seinen E-Autos wieder Verluste ein und noch dazu schwächelt der Konzern ganz erheblich beim Kerngeschäft mit Smartphones. Dort drohen die enormen Sprünge bei Speicherpreisen, die Margen aufzufressen. Mit Preiserhöhungen lässt sich das zwar abfedern. Solche steigern aber nicht gerade die Bereitschaft der Kundschaft, sich neue Geräte anzuschaffen. Insbesondere in der Einsteiger- und Mittelklasse herrscht eine hohe Preissensitivität. Dummerweise baute Xiaomi seinen kometenhaften Aufstieg genau hier auf, was der Aktie nun ein wenig auf die Füße zu fallen droht.

 

Bescheidene Anfänge bei BMW

 

Wie erfolgreich Xiaomi schon jetzt mit E-Autos ist, das zeigt ein Vergleich mit den etablierten Herstellern. So gilt es beispielsweise als Erfolg, dass BMW (DE0005190003) in vier Monaten etwas mehr als 10.000 Einheiten des iX3 absetzen konnte. Es handelt sich um das erste Modell der „Neuen Klasse“, mit der BMW in Zukunft wieder auf Wachstumskurs zu finden gedenkt. Doch derweil verkauft Xiaomi monatlich bereits rund 30.000 Autos in der chinesischen Heimat.

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Natürlich ist der chinesische Markt ungleich größer und BMW hat auch noch andere Modelle im Programm. Dennoch dürfte mancher Anleger sich Sorgen darum machen, dass ein Neuling bereits derart hohe Sphären erreicht, während die bisherigen Platzhirsche weiterhin mit Überkapazitäten zu kämpfen haben. Diese Sorge spiegelt sich auch bei den Aktienkursen wider. Bei BMW ging es mit runden 67 Euro ins Wochenende; 30 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn.

 

Volkswagen bleibt auf der Bremse

 

Wachstumssignale sind besonders bei den deutschen Autokonzernen selten geworden. Stattdessen wird etwa bei Volkswagen (DE0007664039) immer weiter gespart, um die Bilanzen aufzuhübschen. Am Ende scheint man damit noch nicht zu sein. In einem vorab veröffentlichten Redetext zur anstehenden Hauptversammlung kündigte CEO Oliver Blume bereits weitere Stellenstreichungen an.

In Deutschland soll die Belegschaft bis Jahresende um 19.000 Angestellte leichter werden. Bis 2030 sind 28.000 Austritte vorgesehen. Schon jetzt würden sich Einsparungen bemerkbar machen. Es seien Kosteneffekte von rund einer Milliarde Euro erzielt worden. Bis 2030 sollen es Netto-Einsparungen von sechs Milliarden Euro werden. Da ist gut und schön und dürfte dabei helfen, die zuletzt bedauernswerte Marge wieder zu steigern. Für höhere Verkaufszahlen müssen jedoch andere Stellschrauben gedreht werden. Die Volkwagen-Aktie legte am Freitag zwar um 3,5 Prozent auf 88,42 Euro zu, blieb damit aber noch knapp 17 Prozent unter ihrem Kurs vom Jahresbeginn hängen.

 

Im Krisenmodus

 

Fortschritte gab es in den letzten Monaten im Autosegment durchaus zu sehen. Die Hersteller reagieren auf sich verändernde Trends und setzen mit Modelloffensiven gegen die Zurückhaltung auf Seiten der Kundschaft. Einsparungen sorgen derweil dafür, dass die Margen nicht noch weiter erodieren. Im Krisenmodus bleibt es allerdings dennoch und auch China ist schon lange nicht mehr der Wachstumsgarant, wie es vor einigen Jahren noch der Fall war. Den Börsianern scheint es da an Impulsen zu fehlen, welche für die Zukunft wieder ein kräftiges Wachstum versprechen könnten.

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14.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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