Guido Oelkers wird im kommenden Jahr im Chefsessel von BioNTech Platz nehmen und er hat bereits große Pläne
Für höhere Aktienkurse braucht BioNTech mehr als warme Worte
Bereits im März gab das BioNTech-Gründerpaar Ugur Sahin und Özlem Türeci bekannt, dass sie sich vom Konzern verabschieden werden. Die beiden suchen ihr Glück bei einem neu gegründeten Unternehmen, das aller Voraussicht nach wohl in dieselbe Kerbe schlagen wird. Wer in Zukunft bei BioNTech das Sagen haben würde, war bis zuletzt ungeklärt.
Erst am gestrigen Montag informierte BioNTech (US09075V1026) per Pressemitteilung über den Nachfolger im CEO-Amt. Spätestens im Februar 2027 wird Guido Oelkers übernehmen, der auf mehr als 30 Jahre Erfahrung in Führungspositionen in der Biotech-Branche zurückblickt. Mangelndes Knowhow kann ihm also schon mal nicht vorgeworfen werden und auch an Ambitionen mangelt es dem Manager nicht.
Auf die Fahne geschrieben hat sich Oelkers, BioNTech bis zum Jahr 2030 zu einem führenden globalen Biotech-Konzern aufsteigen zu lassen, welches mit der Weiterentwicklung mehrerer zugelassener Produkte beschäftigt sein wird. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Bisher erzielt BioNTech einzig und allein mit Corona-Impfstoffen Umsätze. Letztere sind rapide gefallen und reichen längst nicht mehr aus, um laufende Forschungen vollständig zu finanzieren.
BioNTech muss liefern
Die Ankündigung wurde an der Börse zunächst freundlich aufgenommen. Die BioNTech-Aktie konnte sich gestern um stolze 3,2 Prozent verbessern und mit 81,60 Euro aus dem Handel gehen. Der initiale Kurssturz nach dem angekündigten Abschied im März ist damit weitgehend verdaut. Gleichwohl bleibt das Papier weit entfernt von einstigen Höchstständen und die Anleger warten weiter auf echte Fortschritte.
Gefragt wären insbesondere neue Erkenntnisse bei der Entwicklung von Krebsmedikamenten aus mRNA-Basis. In der Vergangenheit stellte BioNTech wiederholt in Aussicht, noch 2026 eine erste Zulassung anzupeilen. Um eine solche zu erhalten, sollte sie langsam eingereicht werden. Neuigkeiten aus dieser Richtung gab es zuletzt allerdings nicht. Wer in Zukunft an der Spitze des Konzerns steht, dürfte für nicht wenige Anleger eher zweitrangig sein. Der Fokus liegt klar auf der Pipeline.
Das Timing spielt dabei eine wichtige Rolle. Bereits bei Corona-Impfstoffen fußte der Erfolg von BioNTech zu weiten Teilen darauf, dass das Unternehmen zusammen mit dem US-Partner Pfizer als Erstes ein fertiges und zugelassenes Medikament vorweisen konnte. Jegliche Verzögerungen bei aktuellen Forschungen dürften an den Märkten nicht gut ankommen. Schließlich schläft die Konkurrenz nicht und einige Mitbewerber peilen für 2027 erste Zulassungen an. Die Zeit drängt also.
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05.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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