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Deutsche Telekom muss morgen mehr liefern als solide Zahlen

Vor dem Q2-Bericht richten sich die Blicke auf T-Mobile US, Cashflow und das deutsche Glasfasergeschäft – die Aktie hat sich zuletzt zwar erholt, bleibt aber deutlich unter ihren Jahreshöchstständen

NTG24 - Deutsche Telekom muss morgen mehr liefern als solide Zahlen

 

Für die Deutsche Telekom wird der Donnerstag zum wichtigen Stimmungstest. Der Konzern legt am 6. August seine Zahlen für das zweite Quartal vor, und diesmal geht es um mehr als die Frage, ob Umsatz und Ergebnis ordentlich gewachsen sind. T-Mobile US hat bereits starke Cashflow-Signale geliefert, während der deutsche Markt weiter beweisen muss, dass hohe Netzinvestitionen auch wirtschaftlich schneller sichtbar werden. Nach der schwächeren Kursphase der vergangenen Monate liegt die Messlatte entsprechend höher.

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Deutsche Telekom (DE0005557508) kommt mit einer grundsätzlich komfortablen Ausgangslage in den Bericht. Im ersten Quartal stieg der Umsatz organisch um 4,7 % auf 29,9 Mrd. Euro, das bereinigte EBITDA AL erreichte 11,5 Mrd. Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss legte auf 2,6 Mrd. Euro zu, der Free Cashflow AL lag bei 5,7 Mrd. Euro.

Das Management hob daraufhin die Jahresprognose leicht an. Für 2026 werden inzwischen rund 47,5 Mrd. Euro bereinigtes EBITDA AL und ein Free Cashflow AL von mehr als 19,8 Mrd. Euro erwartet. Der morgige Bericht muss deshalb nicht zwingend eine neue Prognoseerhöhung bringen. Wichtiger wird, ob die operative Entwicklung stark genug bleibt, um diese Ziele komfortabel abzusichern.

Der von der Telekom veröffentlichte Analystenkonsens erwartet für Q2 rund 29,96 Mrd. Euro Konzernumsatz, etwa 11,70 Mrd. Euro bereinigtes EBITDA AL und einen Free Cashflow AL von knapp 4,9 Mrd. Euro. Damit ist die Erwartung keine spektakuläre Beschleunigung, sondern eine Fortsetzung des bisherigen Wachstumspfads.

 

T-Mobile US bleibt der wichtigste Kurstreiber

 

Die stärkste Vorgabe kommt erneut aus den USA. T-Mobile US meldete für das zweite Quartal 277.000 zusätzliche Postpaid-Kundenkonten. Der durchschnittliche Umsatz pro Postpaid-Konto stieg auf 152,91 US-Dollar. Gleichzeitig erhöhte die US-Tochter ihre Prognose für den bereinigten Free Cashflow auf 18,4 bis 18,8 Mrd. US-Dollar.

Gerade der Cashflow ist für die Telekom wichtiger als die reine Kundenzahl. Der Konzern hält mehr als die Hälfte an T-Mobile US und profitiert damit direkt von deren enormer Ertragskraft. Die aktuellen Quartalsunterlagen von T-Mobile US zeigen allerdings auch, dass das Wachstum nicht mehr völlig reibungslos verläuft. Höhere Preise und neue Premiumtarife können kurzfristig die Kundenabwanderung erhöhen.

Damit verschiebt sich die amerikanische Story. Die Börse erwartet längst nicht mehr nur Marktanteilsgewinne. Sie erwartet, dass T-Mobile aus seiner Größe dauerhaft steigenden Cashflow und hohe Kapitalrückflüsse produziert. Genau darin liegt inzwischen ein großer Teil des Werts der Deutschen Telekom.

Für Anleger entsteht daraus aber auch eine Abhängigkeit. Schwächt sich die operative Dynamik bei T-Mobile ab, trifft das inzwischen nicht nur die US-Tochter, sondern unmittelbar die Wahrnehmung des gesamten Bonner Konzerns. Der Kursrückgang der vergangenen Monate zeigte, wie schnell diese Verbindung zum Belastungsfaktor werden kann.

 

Deutschland muss aus Glasfaser mehr Geschäft machen

 

Der zweite Prüfpunkt liegt näher an Bonn. Im deutschen Geschäft stieg der Umsatz im ersten Quartal um 1,9 % auf 6,34 Mrd. Euro. Das bereinigte EBITDA AL verbesserte sich um 2,5 % auf 2,70 Mrd. Euro. Die Marge erreichte 42,6 %.

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Damit arbeitet das Geschäft profitabel und stabil, doch die zentrale strategische Frage bleibt Glasfaser. Ende März erreichte das eigene Glasfasernetz rund 13 Mio. Haushalte. Der Ausbau allein reicht allerdings nicht. Entscheidend ist die tatsächliche Nutzung der Anschlüsse und damit die Monetarisierung der Milliardeninvestitionen.

Der Q1-Bericht zum Deutschland-Geschäft zeigte zugleich, dass der Privatkundenbereich wächst, während das Geschäft mit Unternehmenskunden noch unter dem Vorjahresniveau lag. Genau dieser Mix dürfte auch im zweiten Quartal interessant werden.

 

 

 

Die Aktie hat einen Teil des Vertrauens zurückgewonnen

 

An der Börse hat sich die Lage zuletzt etwas entspannt. Nach Kursen im Bereich um 26 Euro Ende Juli erholte sich die Telekom-Aktie Anfang August wieder deutlich und bewegte sich zuletzt im Bereich um 28 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch oberhalb von 33 Euro bleibt dennoch Abstand.

Dahinter steckt mehr als normale Telekom-Defensive. Spekulationen über eine mögliche Zusammenführung mit T-Mobile US hatten den Kurs zeitweise belastet. Die strategische Logik einer solchen Transaktion ist nicht eindeutig, weil die Deutsche Telekom ihre US-Tochter bereits kontrolliert und ein großer Teil der operativen Ergebnisse ohnehin konsolidiert wird. Entsprechend kritisch reagierte der Markt auf die Frage, welchen zusätzlichen Wert eine komplexe Neuordnung tatsächlich schaffen würde.

Das morgige Zahlenwerk bietet deshalb die Chance, diese Diskussion wieder stärker auf das operative Geschäft zu lenken. Liefert der Konzern bei EBITDA, Cashflow und Deutschland-Geschäft solide Ergebnisse, könnte sich der zuletzt begonnene Stimmungswechsel stabilisieren.

 

Der Cashflow entscheidet stärker als der Umsatz

 

Für die Deutsche Telekom ist Wachstum inzwischen nur noch die halbe Geschichte. Das Unternehmen investiert massiv in Glasfaser, 5G und neue Infrastruktur, gleichzeitig laufen Aktienrückkäufe und hohe Ausschüttungen. Damit wird die Fähigkeit, Ergebnis in freien Cashflow zu verwandeln, immer wichtiger.

Im zweiten Quartal kaufte die Telekom nach eigenen Angaben Aktien im Umfang von rund 0,5 Mrd. Euro zurück. Gleichzeitig wurden etwa 4,8 Mrd. Euro Dividende ausgeschüttet. Solche Kapitalrückflüsse funktionieren dauerhaft nur, wenn T-Mobile US und das europäische Geschäft genügend Mittel generieren.

Genau deshalb dürfte eine bloße Erfüllung des Umsatzkonsenses am Donnerstag kaum reichen, um größere Euphorie auszulösen. Interessanter wären eine starke Cashflow-Entwicklung, klare Fortschritte bei der Glasfasernutzung und ein weiterhin überzeugender Ausblick aus den USA.

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Werbebanner EMH PM Trade Die Telekom steht damit vor einem vergleichsweise nüchternen Quartalstest. Das Geschäftsmodell muss keine neue Geschichte erfinden. Es muss zeigen, dass der amerikanische Wachstumsmotor weiter läuft, das deutsche Netz zunehmend Geld verdient und die hohe Investitionstätigkeit trotzdem genügend freien Cashflow übrig lässt. Gelingt das, könnte die Aktie nach der schwierigen ersten Jahreshälfte wieder stärker als Qualitätswert wahrgenommen werden.

 

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05.08.2026 - Christian Teitscheid

Unterschrift - Christian Teitscheid

 

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