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BÖRSE TO GO - Bayer, Exxon Mobil und Nikola

Bayer Aktie leidet erneut unter Monsanto-Altlasten

NTG24 - BÖRSE TO GO - Bayer, Exxon Mobil und Nikola

 

Nach einem schwachen Monatsabschluss beginnt der Dezember mit starken Vorgaben vom Terminmarkt. Während des asiatischen Handels haben sich die wichtigsten Futures alle weit ins Plus vorgearbeitet. Der DAX-Future liegt wenige Minuten vor Eröffnung der europäischen Vorbörse mehr als 0,67 % im Plus bei über 13.400 Punkten. Der S&P 500 Future steigt um mehr als 0,82 % auf 3.652 Punkte und der Nasdaq-Future liegt 0,85 % im Plus bei 12.381 Punkten. Ein deutlicher Kontrast zum schwachen Handel am Montag. 

Frankfurt konnte sich gestern der schwachen Stimmung nicht entziehen. Zum Handelsschluss gingen alle deutschen Benchmarks bis auf den TecDAX mit leichten Verlusten aus dem Rennen. Der DAX sank um -0,33 % auf 13.291,16 Punkte, wobei die Vorzüge von Volkswagen (-3,14 %) und die Aktien von MTU (-3,16 %) am stärksten sanken. Auch der SDAX sank im Vergleich zum Schlussstand von Freitagnachmittag um -0,38 % auf 13.782,19 Punkte. Zu den größten Verlierern zählten hier Leoni (-6,66 %) und Corestate (-9,43 %). 

 

Siltronic AG

 

Der TecDAX konnte gegen den schwachen Markttrend deutlich zulegen. Am Ende schloss der deutsche Technologieindex bei 3.146,59 Punkten (+0,58 %). Die Vorzüge von Sartorius (+4,95 %) und die Aktien von Siltronic (+7,62 %) verzeichneten die stärksten Zugewinne. Siltronic hatte am Wochenende bekannt gegeben, dass man ein Übernahmeangebot der taiwanesischen GobalWafers in Höhe von 125 Euro / Aktie erwartet. 

An der Wall Street ergab sich ein ähnlicher Abschluss wie in Deutschland. Die Blue-Chips und Small-Caps litten am letzten Handelstag des Novembers nach einem insgesamt starken Monat für diese beiden Klassen. So schloss der Dow Jones Industrial Average Index um -0,91 % auf 29.638,64 Punkte und der Russell 2000 Index rutschte um -1,91 % auf 1.819,82 Punkte. Auch der Nasdaq Composite Index sank, aber nur leicht. Der Technologieindex schloss nur -0,06 % tiefer bei 12.198,74 Punkten. Gemessen für den ganzen Monat erreichte der Index einen Zugewinn von 11,33 %.

 

Bayer: Monsanto-Altlasten werden teurer

 

Der Bayer Konzern scheiterte heute Nacht vor Gericht in Los Angeles. Durch die Übernahme von Monsanto hatte man sich unter anderem einen langwierigen und teuren Rechtsstreit in Bezug auf die Verseuchung von Natur und Lebewesen mit PCB (Polychlorierte Biphenylen) eingehandelt. Die hochgiftige Chemikalie wurde rund vier Jahrzehnte lang bis 1977 exklusiv von Monsanto produziert. Ende der 70er-Jahre wurde PCB in den USA verboten. In der aktuell verhandelten Klage geht es um Umweltschäden in den Gewässern von Los Angeles, für die nun Bayer aufkommen soll. 

Der deutsche Chemiekonzern bot den Klägern eine Entschädigungszahlung von 650 Mio. US-Dollar. Diese Summe wurde jedoch vom zuständigen Richter als „bescheiden“ zurückgewiesen. Obendrein kritisierte der Richter, dass Bayer in Bezug auf zukünftige Haftungsfragen nicht konkreter geworden ist. Beide Streitparteien haben bis Jahresende, um einen neuen Kompromiss zu finden bzw. Bayer muss mehr anbieten, um diesen Fall beizulegen. Die Aktien von Bayer werden vorbörslich (L&S) bei 48,18 Euro gehandelt. 

 

Wichtige Quartalsberichte am Dienstag: GK Software, Hewlett Packard Enterprise, NetpApp und Salesforce

 

Exxon Mobil mit Sonderabschreiber

 

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Der Energiekonzern sieht sich erneut schweren Zeiten gegenüber. Die letzten sechs Monate waren ausgesprochen schwierig für die amerikanische Ölindustrie und die jüngsten Informationen von Exxon Mobil sind ein Beleg dafür. Der größte amerikanische Ölproduzent kündigte am Montag eine drastische Reduktion der Investitionen an. Man wird in 2021 lediglich 16 bis 19 Mrd. US-Dollar investieren, während die Planung zuvor im Bereich von 30 bis 35 Mrd. US-Dollar lag. In diesem Zusammenhang kündigte man an, dass man zahlreiche Erdgasprojekte in Argentinien, Kanada und den USA nicht weiterentwickeln wird und eine Sonderabschreibung im Bereich von 17 bis 20 Mrd. US-Dollar dafür vornehmen wird. 

Exxon Mobil gibt das langfristige Gewinnziel auf. Ursprünglich hatte das Management eine Verdoppelung der Gewinne bis 2025 angekündigt. Eine Maßnahme, um die Aktionäre bei der Stange zu halten, doch der Versuch, gute Stimmung zu machen, ging nach hinten los. Der Konzern lieferte in jedem einzelnen Quartal in 2020 einen Verlust ab, was ausgesprochen ungewöhnlich ist. Entsprechend verschob man nun das Gewinnziel auf 2027 bzw. so weit in die Zukunft bis es in Vergessenheit gerät. Die Aktien von Exxon Mobil schlossen gestern bei 38,13 US-Dollar und damit -5,13 % tiefer.

 

Nikola: Nur heiße Luft

 

Obwohl Trevor Milton schon vor Monaten vom Short-Seller Hindenburg Research als scheinbarer Betrüger entlarvt wurde, hielten sich die Hoffnungen für Nikola hartnäckig. Das Start-Up, das lange funktionierende LKWs mit Brennstoffzellen angekündigt hatte, die sich aber als Attrappen entpuppten, konnte sich an der Börse noch eine Weile behaupten und fand sogar neue Spekulanten, die die Aktien nach oben boten. Eine der Hoffnungen beruhte auf dem Vertrag mit General Motors, der dieses Jahr geschlossen wurde. Angeblich sei GM bereit, 11 % des Kapitals von Nikola zu übernehmen und mit dem Start-Up Elektro- und Brennstoffzellen zu bauen. Doch:

GM hat lediglich eine Absichtserklärung abgeben, um Brennstoffzellen zu liefern. Das ist juristisch betrachtet eine sehr schwache Form der Bindung und stellt keinen festen Vertrag dar. Entscheidend war jedoch, dass GM den gemeinsamen Pick-Up Truck „Badger“ nicht mehr mit Nikola bauen wird. Das Projekt ist von GM abgesagt worden und man verlangt obendrein die Anzahlung von Nikola zurück. Das ist kein gutes Vorzeichen für den heutigen Handel, da gestern Abend die Lock-Up Periode auslief, die viele Nikola-Investoren von einem Verkauf ihrer Aktien abgehalten hat. Ab heute können rund 161 Mio. Aktien verkauft werden, die bisher gesperrt waren. Die Aktien von Nikola rauschten schon am Montag um 7,52 US-Dollar (-26,92 %) ab und landeten bei 20,41 US-Dollar. Nachbörslich ging es weitere -2,55 % runter auf 19,89 US-Dollar. 

 

Tagestermine

 

Um 09:30 Uhr wird für die Schweiz der jüngste Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes veröffentlicht. Die Erwartungen der Ökonomen ist, dass der Frühindikator im November leicht auf 51,3 Punkte von zuvor 52,3 Punkten gefallen ist. 

Auch für Frankreich und Deutschland werden heute Vormittag die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Es handelt sich hierbei um die abschließenden Zahlen. Der Index für Frankreich wird um 09:50 Uhr bekannt gegeben und soll den Prognosen zufolge unverändert zu den vorläufigen Prognosen bei 49,1 Punkten liegen. Der deutsche Index (09:55 Uhr) soll analog dazu unverändert bei 57,9 Punkten liegen. 

Um 09:55 Uhr erhalten wir dann auch die aktuellen Arbeitsmarktdaten für den Monat November aus Deutschland. Den Prognosen zufolge soll die Arbeitslosenrate leicht auf 6,3 % von zuvor 6,2 % gestiegen sein. Es wird erwartet, dass im November die Zahl der Arbeitslosen um 8.000 gestiegen ist. 

Der wichtigste Termin des Tages beginnt um 16:00 Uhr. FED-Präsident Jerome Powell wird um diese Uhrzeit seine heutige Rede vor dem Wirtschaftsausschuss des Kongresses beginnen.

Parallel dazu erwarten wir auch um 16:00 Uhr die Veröffentlichung des amerikanischen Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe. Im Monat November soll der Index bei 58,0 Punkten gelegen haben, nach zuvor 59,3 Punkten. 

 

01.12.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 

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