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Der Supreme Court nimmt sich dem Thema Bayer und Glyphosat an und eine Entscheidung in der Sache wird bereits im Juni erwartet

Bayer könnte vor dem großen Befreiungsschlag stehen

NTG24 - Der Supreme Court nimmt sich dem Thema Bayer und Glyphosat an und eine Entscheidung in der Sache wird bereits im Juni erwartet

 

63 Milliarden US-Dollar nahm Bayer im Jahr 2018 in die Hand, um den Saatgut- und Herbizidhersteller Monsanto zu übernehmen. Die Rechnung ist seither nur gestiegen. Rechnet man bereits gezahlte Summen für Schadenersatz und Vergleiche hinzu, dürften es mindestens zehn Milliarden Dollar mehr sein. Derweil ist die Marktkapitalisierung des gesamten Konzerns auf nur noch etwa 43 Milliarden Dollar gestürzt

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Allein daran zeigt sich schon recht deutlich, welche massiven Probleme Bayer (DE000BAY0017) sich mit Monsanto ins Haus geholt hat. Zurückzuführen ist das in erster Linie auf den Unkrautvernichter Glyphosat, welcher von der Krebsforschungsagentur IARC im Jahr 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft wurde. Darauf stützen sich bis heute tausende Verfahren, die bei Bayer zu einem unkalkulierbaren Risiko führen. Doch nun scheint es endlich Licht am Ende des Tunnels zu geben.

 

 

 

Schon seit einer ganzen Weile versucht Bayer, die Problematik mit einer Entscheidung durch den US Supreme Court ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, ist dabei nun ein wichtiges Etappenziel erreicht worden. Das oberste Gericht der USA ließ am Freitag wissen, sich der Angelegenheit annehmen zu wollen. Zuvor sprach sich bereits der Generalanwalt der US-Regierung dafür aus, was unter der Biden-Regierung im Jahr 2022 noch anders aussah.

 

Gute Chancen für Bayer

 

Begrüßt wird die Entscheidung durch Bayer-Chef Bill Anderson, der darin eine „gute Nachricht für US-Landwirte“ erkennt. Jene bräuchten regulatorische Klarheit, welche wohl nur durch ein Urteil auf höchster Instanz hergestellt werden kann. Zu klären ist nun im Prinzip, ob einzelne Bundesstaaten Vorschriften der Bundesbehörde EPA aushebeln können. Letztere stuft Glyphosat als sicher ein und schreibt keinerlei Warnhinweise vor.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeEinige US-Bundesstaaten verlangen genau das aber eben doch, worauf unzählige Klage fußen. Bayer konnte entsprechende Hinweise aber überhaupt nicht einbringen, ohne damit gegen Auflagen der EPA zu verstoßen. Jene sieht einen entsprechenden Warnhinweis als irreführend, da wissenschaftlich unbegründet an. Der Konzern steckt also bis heute in einem rechtlichen Dilemma, welches nun durch den Supreme Court aufgelöst werden soll. Wie das Verfahren ausgehen mag, steht freilich in den Sternen.

Die Chancen auf einen Erfolg von Bayer werden von Experten als recht hoch eingeschätzt. Die US-Regierung teilt Medienberichten zufolge die Ansicht des Konzerns, wonach Klagen in einzelnen Bundesstaaten nicht die Zulassung durch eine Bundesbehörde torpedieren dürften. Denn auf diesem Wege würde die wissenschaftliche Einschätzung der EPA untergraben, wie der Generalanwalt in einem Schreiben mitteilen ließ. Doch selbst wenn Bayer nicht auf ganzer Linie obsiegen sollte, dürfte eine endgültige Entscheidung an der Börse als positive Nachricht interpretiert werden. Denn mindestens wird es dann Sicherheit darüber geben, ob nun Warnhinweise angebracht werden müssen oder nicht.

 

Alternativlos?

 

Die USA haben grundsätzlich ein Interesse daran, dass Glyphosat weiterhin zum Einsatz kommt. Ein Großteil der Landwirtschaft setzt das Mittel routinemäßig ein und der Ertrag würde durch einen Verzicht voraussichtlich merklich sinken. Alternativen zu Bayer gibt es aus westlichen Gefilden nicht. Einzig aus China könnten vergleichbare Mittel importiert werden, was im Weißen Haus aber wenig populär ist. Dazu kommt, dass Bayer zu einem der größten Phosphat-Förderer avanciert ist. Ohne Glyphosat würde die Motivation zu einer Weiterverfolgung solcher Tätigkeiten nahezu vollständig erodieren.

Es gibt also gleich mehrere Gründe, welche für Bayer sprechen und ein aus Unternehmenssicht erfreuliches Urteil für den Sommer erahnen lassen. Das treibt die Stimmung der Anteilseigner weiter an. Am Freitag konnte der Aktienkurs sich um knapp fünf Prozent auf 44,18 Euro verbessern. Schon zuvor wurden erste Anzeichen für eine Verhandlung vor dem Supreme Court für eine massive Kurserholung genutzt. Auf Jahressicht konnte der Kurs der Bayer-Aktie sich mehr als verdoppeln.

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19.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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