Berlins Steuerpläne enttäuschen, Seltene Erden werden knapp und Crowdstrike nachbörslich unter Druck - BÖRSE TO GO
Berlins Steuererleichterungen für die Wirtschaft drohen bescheiden auszufallen - Enttäuschung macht sich breit
Berlins Steuererleichterungen für die Wirtschaft fallen bescheiden aus. Die Bundesregierung bläht die Zahl auf, aber bei genauerer Betrachtung zeigt sich nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Die zunehmende Knappheit bei den Seltenen Erden und Magneten macht die Industrie nervös. Insbesondere der Automobilbranche droht ein Produktionsstopp ohne neue Exporte aus China. Crowdstrike dämpft die Erwartungen. Die Ziele für das 2. Fiskalquartal bleiben hinter den eingepreisten Hoffnungen der Wall Street zurück.
Eitel Sonnenschein im asiatischen Handel am Mittwochmorgen. Alle Benchmarks in der Region liegen klar im Plus, wobei die Gruppe von den Kursgewinnen des KOSPI angeführt wird, der zwischenzeitlich mehr als 2,40 % zulegen kann. Auch der Terminmarkt ist überwiegend freundlich vor Eröffnung der europäischen Vorbörse gestimmt. Der DAX-Future (Juni) wird 0,27 % höher bei 24.178,80 Punkten gehandelt.
Die Börse Frankfurt hatte am Dienstag einen sehr freundlichen Handelstag erlebt. Heraus stach die Performance des TecDAX, der um 1,14 % auf 3.867,61 Punkte sprang und dabei von den Kursgewinnen bei Formycon (DE000A1EWVY8) unterstützt wurde, die um 4,40 % auf 24,90 Euro stiegen. Mit deutlichem Abstand folgten der SDAX, der sich um 0,29 % auf 16.697,50 Punkte verbesserte, und der DAX, der um 0,24 % auf 24.139,78 Punkte stieg. Das Schlusslicht bildete der MDAX, der bei 30.773,34 Punkten (+0,06 %) stagnierte. Der Mid-Cap Index wurde insbesondere von den Kursverlusten bei Delivery Hero (DE000A2E4K43) zurückgehalten, deren Aktienkurs um -8,03 % auf 22,80 Euro rutschte.
Noch freundlicher entwickelte sich New York. Dort gab es eine klare Präferenz für Risk-on Assets, was insbesondere den Nasdaq 100 Index um 0,79 % auf 21.662,58 Punkte steigen ließ. Die Aktien von On Semiconductor (US6821891057) trieben dabei den Kursgewinn mit einem Plus von 11,35 % auf 47,37 Euro mit an. Positiv entwickelte sich auch der S&P 500 Index, der sich um 0,58 % auf 5.970,37 Punkte verbesserte, und der Dow Jones Industrial Average Index, der um 0,51 % auf 42.519,64 Punkte stieg.
Berlin: Steuererleichterungen fallen bescheiden aus
Die deutsche Industrie wolle man wieder ankurbeln, so der Tenor des Bundeskanzlers. Die diskutierten Steuererleichterungen sind jedoch nur temporär und im Hinblick auf das Volumen ein Tropfen auf den heißen Stein. Mit viel Mühe bläst die Bundesregierung die Zahl auf. Man will die Steuerbelastung für die Industrie um 46 Mrd. Euro reduzieren. Klingt viel, aber das ist die Schätzung für die gesamte Amtsdauer der Bundesregierung, also bis 2029. Pro Jahr sind das nur 11,5 Mrd. Euro an Entlastungen, die zudem nur eine Obergrenze darstellen, denn bevor die Entlastungen in Anspruch genommen werden können, müssen die Unternehmen erst einmal kräftig investieren, um dann die in Aussicht gestellten Sonderabschreibungen in Anspruch nehmen zu können. Ob dieser Topf also vollständig ausgeschöpft wird, ist völlig offen und hängt an der Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn beispielsweise die Gewerbesteuer oder Körperschaftsteuer gesenkt werden würde, sodass die Unternehmen selbst entscheiden können, wie sie die gesenkte Belastung verwenden. Eine weitere Enttäuschung macht sich breit bei den Unternehmen, denn ursprünglich waren die Sonderabschreibungen für das Gesamtjahr 2025 versprochen worden. Stattdessen deutet sich nun der Stichtag 01. Juli 2025 an, womit die Bedeutung weiter reduziert wird.
Seltene Erden: Knappheit macht Industrie nervös
Einer der vielen Hebel, den China als Antwort auf die gegen sie gerichteten Sanktionen anwenden kann, ist die Verringerung der Exporte von Seltenen Erden und den damit verarbeiteten Produkten. Mehr als zwei Drittel der gesamten Förderung weltweit findet in China statt. Noch gravierender ist jedoch, dass China fast 90 % der Seltenen Erden weiterverarbeitet und mehr als 90 % aller Dauer-Magnete liefert. Sowohl die Seltenen Erden als auch die Dauer-Magnete sind jedoch kleine, aber sehr wichtige Bestandteile in vielen Industrieprodukten. Insbesondere die Automobilbranche ist auf beides zwingend angewiesen. China hat die Exporte von beidem seit April als Antwort auf die anhaltenden Sanktionen und den erhöhten Zöllen bei Einfuhren von Gütern in die USA ausgesetzt bzw. stark verringert. Innerhalb weniger Wochen hat sich nun abgezeichnet, dass die Lagerbestände bei einigen kritischen Metallen und Magneten nur noch weniger Wochen ausreichen, um beispielsweise die Autoproduktion in Deutschland aufrechtzuerhalten.
Crowdstrike dämpft die Erwartungen
Enttäuschung nachbörslich bei Crowdstrike (US22788C1053). Die Aktien des Cybersecurity-Spezialisten sind seit März ausgezeichnet gelaufen, aber der nach Börsenschluss vorgelegte Bericht und der Ausblick konnten nicht überzeugen. Die Aktien sanken nachbörslich um -6,27 % auf 458,10 US-Dollar. Die Umsatzprognose für das laufende 2. Fiskalquartal fiel etwas zurückhaltend aus. Crowdstrike erwartet rund 1,15 Mrd. US-Dollar an Erlösen, was nur einem marginalen Wachstum von 4 % bis 5 % im sequenziellen Vergleich entsprechen würde. Den „bereinigten“ Gewinn sieht man bei 209 bis 214 Mio. US-Dollar, nach 201 Mio. US-Dollar im abgelaufenen 1. Fiskalquartal 2026. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit die AI-Karte gespielt und neue Produkte zur Überwachung und Absicherung von AIs vorgestellt. Der erhoffte positive Spin aus dieser Story ist anders als erwartet jedoch sehr überschaubar, weswegen die Reaktion der Börse nachbörslich negativ ausfiel.
Tagestermine
Im Mittelpunkt des Interesses steht heute um 16:00 Uhr der amerikanische Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe im Monat Mai. Es wird ein Anstieg von 51,6 Punkten im April auf nun 52,1 Punkte prognostiziert.
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04.06.2025 - Mikey Fritz

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