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BÖRSE TO GO - Ceconomy, Greensill und Microsoft

Greensill-Skandal weitet sich aus - Kommunen verlieren Millionen Euro - Hat die BaFin zu spät eingegriffen?

 

Die hohen Verluste im chinesischen Aktienhandel dominierten heute den asiatischen Handel. Präsident Xi Jinping machte auf der Sitzung des Nationalen Volkskongresses deutlich, dass er „qualitatives Wachstum“ für China verlange. Der Aktienmarkt macht aus dieser Kampfansage, dass die Partei in Zukunft bei Exzessen in der Wirtschaft stärker eingreifen wird und somit die Dynamik der Konjunktur normalisieren wird. Auch der Handel in Hongkong, Taiwan und Japan war negativ von der Stimmung beeinflusst. Einzig und allein Sidney konnte heute ein Plus ausweisen. 

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Die Futures entwickeln sich heute früh sehr schwach. Im asiatischen Handel gerieten die wichtigsten Futures deutlich unter Druck, der jedoch im Verlauf der Sitzung langsam nachlässt. Rund 20 Minuten vor Eröffnung der europäischen Vorbörse wird der DAX-Future -0,45 % tiefer bei 13.985 Punkten gesehen. Der S&P 500 Future notiert bei 3.825 Punkten (-0,31 %) und der Nasdaq-Future liegt bei 12.526 Punkten (-1,08 %). 

Frankfurt blieb am Freitag in der Defensive. Obendrein schloss der Handel in Frankfurt exakt in der Nähe der Tagestiefs des Wall Street Handels. Nachdem der Xetra-Handel schloss, kletterten die Kurse in New York deutlich. Wie auch in den Tagen zuvor konnte der DAX seine Verluste im Vergleich zu den restlichen wichtigen Benchmarks am besten begrenzen. Dennoch fiel das Minus am Freitag mit -0,97 % auf 13.920,69 Punkte deutlich aus und erneut schaffte es der Blue Chip Index nicht, die psychologisch wichtige Marke von 14.000 Punkten zu verteidigen. Während die Aktien von adidas (-2,76 %) und MTU Aero Engines (-6,17 %) den Index belasteten, halfen die Kursgewinne bei der Deutschen Bank (+2,13 %) und bei den Volkswagen Vorzügen (+2,31 %) die Verluste abzudämpfen.

Der MDAX und der SDAX waren die größten Verlierer des Tages. Während der MDAX um -1,89 % auf 30.716,51 Punkte fiel, gab der SDAX um -1,92 % auf 14.708,13 Punkte nach. Die Aktien von TeamViewer (-6,10 %) und der Global Fashion Group (-9,56 %) waren die größten Verlierer in den Benchmarks.

Nachdem Frankfurt schloss, ging in New York die Post ab. Die Short-Seller deckten vor dem Wochenende Positionen ein und schickten alle Benchmarks weit ins Plus. Der Nasdaq Composite Index konnte sich von seinem Tagestief bis zu den Höchstkursen des Tages um mehr als 4 % steigern. Im Vergleich zum Donnerstag schloss der Nasdaq Composite Index 1,55 % höher bei 12.920,15 Punkten. Der S&P 500 Index verbesserte sich deutlich um 1,95 % auf 3.841,94 Punkte und der Dow Jones Industrial Average stieg um 31.496,30 Punkte. 

 

Führungswechsel bei Ceconomy steht wieder in Frage

 

Ferran Reverter steigt aus. Der Chef der Elektrohandelsketten Saturn und Media Markt gibt auf und wird Ende Juni ausscheiden. Das kommt überraschend, denn Reverter hat bei den Ketten in Spanien Karriere gemacht und landete am Ende im Herbst 2018 auf dem Chefposten in Ingolstadt. Wie zu hören war, wollte Reverter höher hinaus und schielte auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden bei der Holding. Bernhard Düttmann, der noch amtierende Vorstandsvorsitzende der Ceconomy AG, wird im Oktober 2021 gehen und bisher gibt es keinen offiziellen Nachfolger. Mit dem Abgang von Reverter ist das Rennen wieder völlig offen. Damit liegt es nun in den Händen vom Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Dannenfeldt, die Spitze mit einer neuen Führungspersönlichkeit zu besetzen. 

 

Kommunen verlieren Millionen im Greensill-Skandal

 

Die Schließung der Greensill Bank führt zu immer neuen Erkenntnissen. Nachdem die Bundesfinanzaufsicht (BaFin) vergangene Woche eingeschritten ist und die Bank geschlossen hatte, stellt sich die Frage, warum dies erst so spät geschehen ist und warum die BaFin nicht früher über ihre Untersuchungen berichtet hat. Insbesondere der Einlagensicherungsfonds, der ein Gros der entstehenden Verluste bei Greensill ausgleichen wird, hatte sich bereits Anfang 2020 an die BaFin gewandt und vor den Praktiken bei Greensill gewarnt. Der BaFin war die Faktenlage jedoch zu dünn und man schaute weg. Ähnlich wie bei Wirecard, wo man erst aktiv wurde, nachdem das Kind schon lange in den Brunnen gefallen. 

Immer mehr Kämmerer beschweren sich nun öffentlich. Offenbar haben viele Kommunen den hohen Zinsen der Greensill Bank nicht widerstehen können und legten Millionenbeträge an. So hatten die Stadt Osnabrück 14 Mio. Euro und die Stadt Monheim sogar 38 Mio. Euro angelegt. Alles in allem sollen etwa 50 deutsche Kommunen das Geld ihrer Bürger bei Greensill verzinst haben. Geld, das nun im Zweifel weg ist. Der Schaden wird auf mehrere Hundert Millionen Euro geschätzt. 

 

Microsoft offenbart weltweite Sicherheitslücken

 

Die E-Mail-Server von Microsoft weisen neue Sicherheitslücken auf, die weltweit die Netze von Unternehmen und Behörden für Hacker geöffnet haben. Bisher gehen die Schätzungen davon aus, dass Hunderttausende Kunden durch die fehlerhafte Software kompromittiert wurden. Insgesamt haben sich bisher mehr als 60.000 betroffene Kunden gemeldet. Unter anderem meldete auch die Europäische Bankenaufsicht, dass ihre E-Mail-Systeme betroffen seien. 

 

Microsoft Corp.

 

Das Bundesamt für Sicherheit warnt, dass alleine in Deutschland Zehntausende E-Mail-Server von der fehlerhaften Software betroffen sind. Eine chinesische Hackergruppe namens „Hafnium“ hat sich die mangelhafte Arbeit an den Exchange-Servern zunutze gemacht und bricht bereits seit Monaten in die zahlreichen offenen Systeme ein. Die Schwächen im Exchange-Server System sind so groß, dass die Hackergruppe den Vorgang automatisiert hat und so nicht nur die Inhalte der E-Mail-Server in Massen kopiert, sondern sich auch die Rechte innerhalb der Domänen sicherte. Dieser Hack ist zusätzlich zu dem SolarWinds-Hack zu sehen, der russischen Hackern weltweit den Einbruch in zahllose Microsoft-Netzwerke von Unternehmen und Behörden erlaubte. Die Aktien von Microsoft schlossen am Freitag bei 231,60 US-Dollar.

 

Tagestermine

 

Der Tag startet mit wichtigen Wirtschaftsdaten aus Deutschland. Um 08:00 Uhr wird die Industrieproduktion für den Monat Januar veröffentlicht. Die Analysten gehen davon aus, dass die Industrieproduktion um 0,2 % im Vergleich zum Dezember gestiegen ist, nachdem es zuletzt eine Stagnation gab.

Um 10:30 Uhr bekommen wir dann noch den Sentix Konjunkturindex der Euro-Zone für den Monat März. Nach einem Rücksetzer im Februar auf -0,2 Punkte wird nun mit einem Anstieg auf 1,9 Punkte gerechnet. 

 

08.03.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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