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Bayer unter Druck, Nio mit Kapitalerhöhung und Ryanair droht - BÖRSE TO GO

Bayer unter Druck - droht in der EU das vorzeitige Aus für Glyphosat?

NTG24 - Bayer unter Druck, Nio mit Kapitalerhöhung und Ryanair droht - BÖRSE TO GO

 

Das ist ein weiterer schwerer Schlag für Bayer. Deutschland verschärfte die Regelungen zu Glyphosat. Nio verschreckt die Wall Street. Eine weitere Kapitalerhöhung steht ins Haus. Ryanair droht seinen Aktionären. Zwangsverkäufe in Großbritannien stehen ins Haus. 

Asien entwickelt sich am Donnerstag schwach. Die meisten Benchmarks in der Region gaben deutlich ab, wobei der KOSPI und der Hang Seng die Liste der Verlierer anführen. Auch der Terminmarkt bewegt sich geschlossen im Minus. Der DAX-Future notiert vor Eröffnung der europäischen Vorbörse -0,39 % im Minus bei 15.549 Punkten. 

Im Vorfeld der heutigen EZB-Sitzung sicherten sich die Anleger in Frankfurt verstärkt ab. Die Sorge besteht, dass sich die europäische Geld- und Zinspolitik in die gleiche Richtung entwickelt wie die amerikanische. Besonders hart traf es am Mittwoch die Risk-On Assets. Der SDAX rutschte um -1,50 % auf 16.950,56 Punkte und der TecDAX gab um -1,08 % auf 3.936,19 Punkte ab. Aber auch den DAX erwischte es noch einmal. Der Leitindex fiel deutlich um -1,47 % auf 15.610,28 Punkte. Relative Stärke zeigte hingegen der MDAX, der mit einem Rückgang um -0,86 % auf 35.944,05 Punkte die geringsten Verluste verzeichnete. 

Die Risk-On Assets litten auch an der Wall Street am stärksten. Der Nasdaq Composite Index sank um -0,57 % auf 15.286,60 Punkte und war damit der Tagesverlierer. Der Dow Jones Industrial Average Index gab um -0,20 % auf 35.031,07 Punkte nach und der S&P 500 Index sank leicht um -0,13 % auf 4.514,07 Punkte. 

 

Droht Bayer ein Glyphosat-Verbot in der EU?

 

Deutschland unternahm am Mittwoch einen entscheidenden Schritt in Richtung Glyphosat-Verbot. Die sogenannte Pflanzenschutzanwendungsverordnung gilt seit gestern und sieht zahlreiche Verbote und Einschränkungen landesweit vor. So darf das Pflanzenschutzmittel nicht mehr vor der Ernte und in schützenswerten Gebieten angewendet werden. Auch im privaten Bereich gilt nun ein Anwendungsverbot. Mittel, die bereits zugelassen wurden, dürfen aber noch benutzt werden. Das Bundesagrarministerium betonte aber, dass keine neuen Mittel mehr zugelassen werden. Ausnahmeregeln gelten auch für Ackerland, das sich nicht in Schutzgebieten befindet und wenn besondere Umstände vorliegen. Stärker konnte das Ministerium das Verbot nicht ausweiten, da Glyphosat auf EU-Ebene noch bis Ende kommenden Jahres eine Genehmigung hat. Der Vorstoß der Bundesregierung deutet jedoch darauf hin, dass Glyphosat ab 2023 keine neue Genehmigung mehr erhält. Bayer (DE000BAY0017), die mit der amerikanischen Monsanto den weltweit bedeutendsten Glyphosat-Hersteller übernommen haben, würde ein Verbot schwer treffen. 

 

Ryanair warnt britische Aktionäre

 

Es gleicht einem Schildbürgerstreich. Der Brexit beginnt immer absurdere Ergebnisse zu produzieren. So verlangt die Europäische Union seit Langem von ihren heimischen Fluggesellschaften, dass deren Aktionärsbasis mehrheitlich aus Bürgern der Europäischen Union, Liechtensteins, Islands, Norwegens und der Schweiz besteht. Verliert eine Fluggesellschaft diese Mehrheit, verliert sie auch den Status als „europäische“ Fluggesellschaft, was erhebliche Nachteile im Geschäft mit sich bringen würde. Aus diesem Grund hat beispielsweise Ryanair (IE00BYTBXV33) seit knapp 20 Jahren Nicht-EU-Bürgern den Kauf Ryanair-Aktien untersagt. 

Auch vor dem Hintergrund des Brexit hält die EU an ihrer Regelung fest. Das zwingt die irische Fluggesellschaft mit einer starken Aktionärsbasis in Großbritannien dazu, einen Zwangsverkauf der Ryanair-Aktien bei britischen Aktionären zu veranlassen. Die Gesellschaft warnte, dass man die Broker, die die Aktien halten, anweisen wird, die Positionen zu liquidieren und die Erlöse den Aktionären zu überweisen. Schon seit Januar hat Ryanair britischen Anlegern den Kauf der Aktien untersagt und warnt seit Februar, dass ein Zwangsverkauf droht. Die Notierungen in Dublin sanken am Mittwoch um -0,94 % auf 15,85 Euro.

 

Nio verschreckt mit Kapitalerhöhung

 

Der chinesische EV-Hersteller Nio (US62914V1061) verschreckte die Wall Street am Mittwoch mit einer überraschenden Kapitalerhöhung. Bis zu 2 Mrd. US-Dollar an frischem Kapital will der Autohersteller in den USA bei institutionellen Investoren platzieren. In einem sogenannten „at-the-market offering“ werden die jungen Aktien ohne Bezugsrechte mit einem Discount den Investoren angeboten. Allerdings nicht auf einmal, sondern über einen längeren Zeitraum bei Bedarf. Vor dem Hintergrund der neuen scharfen Regulierungen und der anti-amerikanischen Haltung Pekings stößt das Angebot auf Ablehnung. Aus operativer Sicht gesehen ist die Kapitalerhöhung im Einklang mit dem, was die Konkurrenz macht, die ebenfalls im Juni und Juli den Aktienmarkt anzapfte, wenn auch in Hongkong und nicht an der Wall Street. Die Aktien von Nio fielen am Mittwoch um -6,04 % auf 38,14 US-Dollar und damit so stark wie seit drei Wochen nicht mehr. 

 

Nio Inc.

 

Tagestermine

 

Im Mittelpunkt steht heute am frühen Nachmittag die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. Mit einer Zinserhöhung rechnet niemand, aber die Anleger werden darauf achten, ob sich die Stimmung innerhalb der EZB Richtung Tapering dreht und die Stimuli reduziert werden sollen. 

 

09.09.2021 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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