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BÖRSE TO GO - Beyond Meat, Hornbach und Pfizer

Weltweite Impfstoff-Rallye

 

Die Gewinnmitnahmen setzten sich während des asiatischen Handels fort. Schon zum Ende des amerikanischen Handels hatten viele Anleger Gewinne vom Tisch genommen und diese Tendenz setzte sich auch heute früh an den Terminmärkten fort. Alle wichtigen Futures liegen vor dem europäischen Handel im Minus. Der DAX-Future wird mehr als -0,2 % tiefer gesehen bei 12.960 Punkten. Der Dow-Future und der S&P 500 Future werden mehr als -0,3 % und -0,4 % tiefer gesehen im Vergleich zu den Schlusskursen. Beim Nasdaq-Future liegen die Verluste sogar bei mehr als -0,5 %. Insgesamt ist mit einer negativen Eröffnung in Europa zu erreichen, was im starken Kontrast zur gestrigen Sitzung stehen wird. 

Der Montag hatte bereits sehr positiv begonnen. Der Biden-Bump hob die Aktienmärkte und ließ den DAX gleich zu Beginn um mehr als 2 % steigen. Nachdem bekannt wurde, dass der erste Corona-Impfstoff in greifbare Nähe kommt, explodierten die Aktienmärkte und Terminmärkte regelrecht. In der Spitze erreichte der DAX ein Hoch von 13.297,05 Punkten nach einem Schlusskurs von 12.480,02 Punkten. Aus dem Handel ging der deutsche Leitindex bei 13.095,97 Punkten (+4,94 %). Die Aktien von MTU Aero Engines (+16,63 %) und der Münchener Rück (+12,63 %) waren die größten Gewinner. 

Der große Verlierer des Tages waren die Technologietitel. Während alle anderen deutschen Benchmarks am Montag kräftig zulegen konnte, fiel der TecDAX überdurchschnittlich stark um -1,30 % auf 2.974,85 Punkte. Die stärksten Verlierer des Tages waren Qiagen (-10,18 %) und Drägerwerk (-9,73 %). Die Anleger machten in den Titeln Kasse, die bei einer erfolgreichen Bekämpfung von Covid-19 deutlich weniger Umsatz zu erwarten haben. 

 

Russell 2000 Index

 

Das gleiche Bild auch an der Wall Street. Der Nasdaq Composite Index verlor stark und schloss -1,53 % tiefer bei 11.713,78 Punkten. Die Anleger trennten sich auch hier von den bisherigen Favoriten und rotierten das Kapital in unterbewertete Qualitätstitel. Der Dow Jones Industrial Average konnte entsprechend 2,95 % zulegen und schloss bei 29.157,97 Punkten. Der größte Gewinner des Tages war jedoch der Russell 2000 Index, der die kleinen und mittleren US-Unternehmen abbildet. Vorbörslich wurde der Handel des entsprechenden Futures bei einem Plus von 7,00 % ausgesetzt. Im regulären Handel stieg der Index bis auf 1.745,69 Punkte und setzte ein neues 52-Wochenhoch. Am Ende ergaben sich Gewinnmitnahmen und der Russell schloss bei 1.705,04 Punkten (+3,70 %).

 

Beyond Meat stürzt ab

 

Beyond Meat wurde am Montag regelrecht in die Mangel genommen. Zuerst wurde die Aktie hart von der Meldung getroffen, dass McDonalds im 1. Quartal 2021 seinen ersten Burger mit pflanzlichen Fleischimitaten herausbringen wird, aber dieses Produkt in Eigenregie entwickelt hat. Bis dato war an der Wall Street spekuliert worden, dass Beyond Meat eine Kooperation mit McDonalds abgeschlossen hat. Entsprechend schlossen die Aktien am Ende des regulären Handels -4,05 % niedriger bei 150,50 US-Dollar.

Nachbörslich veröffentlichte Beyond Meat seine Zahlen zum 3. Quartal und enttäuschte. Die Aktien fielen um 34,49 US-Dollar auf 116,01 US-Dollar (-22,92 %), da das Unternehmen kaum noch den Umsatz (+2,7 %) steigern konnte. Man legte ein Umsatzniveau von 94,4 Mio. US-Dollar vor und einen Verlust nach Steuern von 19,29 Mio. US-Dollar, nachdem die Umsatzkosten und die Marketingaufwendungen durch die Decke gingen. 

 

Hornbach hob Prognose an

 

Die Hornbach Baumarkt AG hob am Montag nach Börsenschluss die Prognose für das Geschäftsjahr 2020/21 an. Unter der Voraussetzung, dass es keine Geschäftsschließungen oder andere schwerwiegende Folgen der Corona-Krise gibt, erwartet der Vorstand nun ein Umsatzwachstum von 14 bis 18 % für das Gesamtjahr. Zuvor lag die Spanne bei einem Wachstum von 9 bis 15 %. Im besten Fall wäre das ein Umsatzniveau von 5,2 Mrd. Euro. Für das „bereinigte“ EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) gab Hornbach eine neue Spanne von 240 bis 310 Mio. Euro an. Die Spanne lag zuvor bei 220 bis 280 Mio. Euro und erreichte im Vorjahr ein Niveau von 182 Mio. Euro. Ein „bereinigtes EBIT“ ist keine offizielle Kennzahl und kann materielle Vor- und Nachteile für die Aktionäre beinhalten. 

Auch für das laufende 3. Fiskalquartal (30. November 2020) gab Hornbach ein Update. Danach ist die Nachfrage ungebrochen hoch, selbst nachdem es in 14 Hornbach-Märkten zu Verkaufsbeschränkungen kam aufgrund lokaler Bestimmungen. Der Umsatz habe sich in den Monaten September und Oktober um gut ein Fünftel erhöht. Das „bereinigte“ EBIT soll im 3. Quartal „erheblich“ über dem Niveau des Vorjahres liegen. 

 

Folgende wichtige Aktien werden heute Ex-Dividende gehandelt: Exxon Mobil, Invesco, Starbucks und Zions 

 

Wirksamer Impfstoff von Pfizer 

 

In Rekordzeit haben Pfizer und BioNTech einen hochwirksamen Impfstoff gegen Covid-19 entwickelt. Wie Pfizer CEO Albert Bourla in seinem offenen Brief vom 16. Oktober angekündigt hatte, lagen die Ergebnisse der groß angelegten Doppel-Blind Studie Ende Oktober / Anfang November vor und konnten erstmals von Pfizer begutachtet werden. Bis dahin war völlig unklar, ob der neue Impfstoff, der auf der mRNA Technik von BioNTech beruht, auch wirksam ist. Nach Auswertung der Daten war am Sonntagnachmittag klar, dass der Impfstoff voraussichtlich 90 % der Infektionen mit Symptomen verhindern kann. Die US-Regierung hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass Impfstoffe ab einer Erfolgsrate von nur 60 % eingesetzt werden.

 

Pfizer Inc.

 

Der Impfstoff ist hochempfindlich. Um die hohe Wirksamkeit zu erhalten, ist eine durchgängige Kühlkette bis zum Empfänger nötig. Pfizer wird den Impfstoff bei -70 Grad verschiffen und dann vor Ort ebenfalls auf dieser tiefen Temperatur lagern. Beim Empfänger, den zuständigen Krankenhäusern und Arztpraxen, kann der Impfstoff bis zu 5 Tage im Kühlschrank gelagert werden. Der Impfschutz soll mindestens ein Jahr anhalten. Pfizer kündigte bis Ende des Jahres 50 Mio. Dosen an und will bis Ende 2021 1 ½ Mrd. Dosen weltweit ausliefern. Aufgrund des Engpasses zu Beginn werden Ärzte, Pflegekräfte und Menschen in Risikogruppen bevorzugt. Die Aktien von Pfizer kletterten an der Wall Street bis auf 41,99 US-Dollar und schlossen im regulären Handel bei 39,20 US-Dollar (+7,69 %). BioNTech kletterte bis auf 115,00 US-Dollar und beendete den Handel bei 104,80 US-Dollar (+13,91 %).

 

Wichtige Quartalsberichte am Dienstag: 1&1 Drillisch, adidas, Alcon, Alstom, Bakkafrost, D.R. Horton, Deutsche Post, Deutz, Dufry, Eckert & Ziegler, Elring-Klinger, Furukawa, Hamborner REIT, Heidelberger Druckmaschinen, Henkel, Home24, ITV, Jenoptik, Porsche, PSP Swiss Property, Rockwell Automation, Schaeffler, Süss MicroTec, TeamViewer, Uniper und voestalpine 

 

Tagestermine

 

Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung wird heute um 11:00 Uhr die aktuellen ZEW-Indizes für November bekannt geben. Bei der Einschätzung der aktuellen Lage wird eine Verschlechterung des Index von -59,5 auf -65,0 Punkte erwartet und auch bei den Konjunkturerwartungen wird mit einer Verschlechterung der Stimmung von 56,1 im Oktober auf nun 41,7 Punkte gerechnet. 

In den USA wird heute um 16:00 Uhr der JOLTs Bericht veröffentlicht. Darin wird die landesweite Entwicklung der Stellenangebote abgebildet. Die Prognose geht von einer leichten Verbesserung auf 6,5 Mio. Stellenangebote im September im Vergleich zu den 6,49 Millionen im August gerechnet.

 

10.11.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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