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BÖRSE TO GO - Deutsche Wohnen, Disney und Palantir

Futures drehen vorbörslich ins Plus

 

Nach einem schwachen Start in den Tag konnten die Futures zum Ende des asiatischen Handels leicht ins Plus drehen. Der DAX-Future wird kurz vor Eröffnung der Vorbörse in Europa knapp 0,3 % höher gesehen bei 13.022 Punkten. Auch der S&P 500 Future liegt 0,2 % höher bei 3.539 Punkten und am stärksten steigt der Nasdaq-Future, der um 0,5 % auf über 11.877 Punkte klettert. Schafft es die Börse in dieser Woche vor dem Wochenende keinen Abverkauf zu sehen? Gestern sah es zumindest anders aus. 

Gewinnmitnahmen zum Ende der Woche bestimmten den Handel in Frankfurt am Donnerstag. Die Bullen starteten am Vormittag noch einen Versuch, die Benchmarks weiter nach oben zu treiben, aber die Kraft ließ relativ schnell nach und schon zum Mittag überwogen die Verkäufe. Am Ende schlossen alle deutschen Benchmarks im Minus. Nur der SDAX konnte ein kleines Plus von 0,14 % auf 13.047,03 Punkte für sich verbuchen. 

 

SDAX

 

Der DAX war am Donnerstag der größte Verlierer. Der Leitindex sank um -1,24 % auf 13.052,95 Punkte. Die Anleger fokussierten sich auf die Siemens-Aktien, die nach einem schwachen Bericht abgegeben wurden. Siemens war der größte Verlierer im DAX mit einem Minus von 3,23 % auf 113,72 Euro. Ebenfalls unter Druck kamen die Aktien von Infineon Technologies, die um -2,52 % auf 26,14 Euro abgaben. 

An der Wall Street gaben alle wichtigen Benchmarks geschlossen ab. Die größten Gewinnmitnahmen sahen wir bei den kleinen und mittleren Unternehmen. Der Russell 2000 sank um -1,64 % auf 1.708,47 Punkten. Der S&P 500 Index gab um -1,00 % auf 3.537,01 Punkte ab und der Nasdaq Composite Index verlor mit einem Minus von -0,65 % auf 11.709,59 Punkte am wenigsten. 

 

Deutsche Wohnen mit stabilem Geschäft

 

Die Deutsche Wohnen hat im 3. Quartal gut gewirtschaftet. Die operativen Erlöse blieben zwar leicht hinter dem Vorjahresquartal zurück, aber man sparte auf der anderen Seite auf beim operativen Aufwand. Unter dem Strich ergaben sich wenige Veränderungen im operativen Geschäft. Umso mehr Bewegung dagegen im Finanzergebnis, wo die Deutschen Wohnen im abgelaufenen Quartal ein Plus von 113,4 Mio. Euro (+84 %) herausholte, was maßgeblich das Periodenergebnis auf 91,2 Mio. Euro aufwertete. In den ersten neun Monaten erreichte der Gewinn damit jedoch nur 307,9 Mio. Euro nach 634,7 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. 

Am Donnerstagabend gab der Vorstand der Deutschen Wohnen bekannt, dass die Neubewertung des Immobilienbestands abgeschlossen ist. Dem Gutachten zufolge ist nunmehr zu erwarten, dass die jährliche Bewertung der Wohnimmobilien zu einem Anstieg um 6 % zum Ende des Jahres führen wird. 

 

Disney wächst im Streaming-Geschäft

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeEs herrschte allgemeine Erleichterung nach den Disney Zahlen. Der angeschlagene Entertainment-Konzern litt das ganze Jahr über stark unter dem Ausfall des Kino- und Parkgeschäft. Zuletzt musste Disney im September 28.000 Mitarbeiter im Parkgeschäft entlassen, da viele geschlossen blieben oder mit der zweiten Corona-Welle wieder schließen mussten. Entsprechend schwach fiel der Umsatz im 4. Fiskalquartal mit 14,71 Mrd. US-Dollar aus. Ein Rückgang um -23 %. Das schlug direkt durch und sorgte für einen Netto-Verlust von -710 Mio. US-Dollar nach einem Gewinn von 1,05 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr wies der Konzern einen Verlust von -2,86 Mrd. US-Dollar aus nach einem Gewinn von 11,1 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. 

Das Streaming-Geschäft überraschte positiv. Unter drei verschiedenen Marken - Disney+, ESPN+ und Hulu - wird Content vertrieben. Die Disney+ Plattform wurde erst vor einem Jahr eingerichtet und konnte auf Anhieb 73,7 Mio. Abonnenten einsammeln. Auch die anderen Kanäle wuchsen sehr stark. Disney hofft auf diesem Wege das ausgefallene Geschäft mit Kinos weltweit zu kompensieren. Die Wall Street war positiv überrascht über den Erfolg im Streaming-Geschäft und ließ die Aktien nachbörslich um 3,16 % auf 139,80 US-Dollar steigen.

 

Wichtige Quartalsberichte am Freitag: Aumann, Bauer, BVB, Centrotec Sustainable, Deutsche Wohnen, EnBW, Hapag-Lloyd, Medien, Mitsubishi UFJ Financial Group, Nordex, Olympus, Österreichische Post, Rosneft, Salzgitter, Singulus Technologies, Salzgitter, Sumitomo Mitsui Financial Group, Tele Columbus und Wüstenrot & Württembergische

 

Palantir wächst stärker als erwartet

 

Der Börsenfrischling Palantir legte ein starkes Umsatzwachstum für die ersten neun Monate vor. Dem jüngsten Bericht zufolge kletterten die Erlöse um fast 50 % im Vergleich zur Vorjahresperiode, was im Wesentlichen auf neue Verträge mit der US-Armee zurückgeht. Das Unternehmen hatte dazu eine Gerichtsentscheidung durchgesetzt, um stärker am Budget des US-Haushalts zu partizipieren. Im abgelaufenen Quartal konnte Palantir einen Umsatz von 289,4 Mio. US-Dollar (+52 %) ausweisen. Der Verlust betrug allerdings 861 Mio. US-Dollar, was im Wesentlichen auf die Kosten von Aktienoptionen für Mitarbeiter zurückging, die alleine mit 847 Mio. US-Dollar zu Buche schlugen. Bereinigt um diese Personalkosten und einige Sondereffekte lag das Ergebnis bei einem Gewinn von 73 Mio. US-Dollar. Die Aktien von Palantir konnten im nachbörslichen Handel 1,4 % steigen. 

 

Folgende wichtige Aktien werden heute Ex-Dividende gehandelt: Amgen, Duke, International Paper, KLA-Tencor und Rockwell Automation

 

Tagestermine

 

Der Freitag ist noch einmal vollgepackt mit wichtigen Terminen. Deutschland startet um 08:00 Uhr mit der Veröffentlichung der Großhandelspreise für den Monat Oktober. Es liegen keine Prognosen vor, aber im September lag der Index bei -1,8 % im Jahresvergleich. 

Die Schweiz folgt um 08:30 Uhr mit der Bekanntgabe des Erzeugerpreisindex, ebenfalls für den Monat Oktober. Auch hier liegen keine Prognosen vor. Der Index stand zuletzt im September bei -3,1 % im Jahresvergleich. 

Die Reden von Bundesbank-Vertretern haben in der Regel kaum eine Bedeutung für die Börse. Anders verhält es sich bei einer Rede von Bundesbank Präsident Weidmann, der heute um 11:00 Uhr seine Rede beginnen wird. 

Parallel erwarten wir wichtige Wirtschaftsdaten für die Eurozone. Unter anderem wird das vorläufige Bruttoinlandsprodukt zum 3. Quartal bekannt gegeben, sowie die Gesamtbeschäftigung und die Veränderung der Erwerbstätigenzahlen. 

Vor Eröffnung der Wall Street wird um 14:30 Uhr der amerikanische Erzeugerpreisindex für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Jahresvergleich wird ein unverändertes Wachstum der Preise von 0,4 % erwartet. Im Vergleich zum Vormonat sollen die Preise jedoch nur noch um 0,2 % gestiegen sein.

Nach Öffnung der Wall Street bekommen wir um 16:00 Uhr den jüngsten vorläufigen Index der Konsumerwartungen der Universität Michigan. Der Index soll den Prognosen zufolge von 79,2 auf 78,6 Punkte im November gefallen sein. 

 

13.11.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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